Herausgegeben im Auftrag des Auswärtigen Amtes vom Institut für Zeitgeschichte von Horst Möller, Klaus Hildebrand und Gregor Schöllgen. Bearbeitet von Matthias Peter, Michael Ploetz und Tim Geiger. 1976 war der Scheitelpunkt der Entspannungsära überschritten. Sorgen bereiteten der Bundesregierung das bedrohte strategische Gleichgewicht in Europa, der wachsende sowjetische Einfluss in Afrika und die Implementierung der KSZE-Schlussakte. Der Tindemans-Bericht und die Entscheidung für Direktwahlen zum Europäischen Parlament waren Ausdruck europapolitischer Reformbestrebungen. Weitere Aufmerksamkeit galt dem Demokratisierungsprozess in Portugal und in Spanien, der wirtschaftlichen und politischen Instabilität Italiens und dem griechisch-türkischen Konflikt. Verstärkt trat die Dritte Welt ins Blickfeld der Bonner Diplomatie. Fragen des Nord-Süd-Konflikts, insbesondere die Stabilisierung des Rohstoffmarkts, gewannen an Bedeutung. Der Herausforderung durch den internationalen Terrorismus versuchte die Bundesrepublik mit UNO-Initiativen zu begegnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2007
Als Spiegel der Bonner Außenpolitik betrachtet Karl Moersch diese Edition von Akten des Auswärtigen Amtes aus dem Jahr 1976. Der voluminösen, fast 2000 Seiten umfassenden Ausgabe mit 377 Dokumenten bedenkt Moersch mit hohem Lob. Besonders würdigt er die "bewundernswerte Akribie", mit der die Wissenschaftler diplomatische Korrespondenz, Drahtberichte und Vorlagen ausgewählt und kommentiert haben. Inhaltlich konzentriert sich Moersch - Staatsminister im Auswärtigen Amt von 1974-1976 - in seiner Besprechung auf die Afrika-Politik der damaligen Regierung und berichtet detailliert über die Beratungen der Morgenrunde zum Thema.
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