Akos Molnar

Zwölf Schritte

Roman
Cover: Zwölf Schritte
Piper Verlag, München 2008
ISBN 9783492050135
Gebunden, 315 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Er nannte sie für sich nur "das erdbeerduftende Mädchen". Sie war die Schwester seines Schülers Egon, und sie besaß die Gepflegtheit einer englischen Herzogin. Es war unausweichlich, dass Tittelbach, der von einem leichten Abenteuer ins nächste stürzte, Helga irgend wann küssen würde. Doch mit ihr war es anders als mit den anderen, tiefer, harmonischer. Dass Tittelbach sich als Feind der Ehe zeigte, störte Helga nicht, sie war glücklich, zumal Grete, das neue Dienstmädchen, ihr nun endlich alle Lasten abnahm. Grete aber, mit ihrer groben blauen Bluse und dem heiteren Lächeln, faszinierte bald Helgas jugendlichen Bruder Egon ebenso wie Tittelbach. 1933 erschienen, liegt Akos Molnars zeitloser psychologischer Roman einer fatalen Vierecksbeziehung jetzt erstmals auf Deutsch vor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2008

Uwe Stolzmann sieht es vor allem der erfolgreichen Vermarktung eines Sandor Marai geschuldet, dass nun auch ein Autor wie der Ungar Akos Molnar ausgegraben wurde. In dessen 1933 erschienenem Roman "Zwölf Schritte" werden, offenkundig von der Psychoanalyse inspiriert, die erotischen Verwicklungen eines Professors, seiner späteren Ehefrau, ihres pubertierenden Bruders und einer Dienstbotin kammerspielartig ausgebreitet, erklärt der Rezensent. Ihm erscheint der Roman in Sprache und Thematik reichlich angestaubt und auch dramaturgisch überzeugt ihn das tragisch endende Beziehungsquartett nicht. Molnar, der den zeitgeschichtlichen Kontext in seinem Roman völlig ausspart, wurde kurz vor der Befreiung Budapests mit seiner Frau von den Nazis ermordet, teilt der Rezensent abschließend mit.
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