Akos Doma

Der Müßiggänger

Roman
Cover: Der Müßiggänger
Rotbuch Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783434530756
Gebunden, 349 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Im Mittelpunkt dieses Liebesreigens steht der Erzähler, ein Held unserer Zeit und doch keiner, eher ein Kaspar Hauser der Spaß-, Konsum- und Kommunikationsgesellschaft, der ultimative Fahnenflüchtling aus dem globalen Dorf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002

So richtig kann sich Kai Martin Wiegandt mit dem Debütroman des aus Ungarn stammenden Autors, der bisher als Übersetzer ungarischer Gegenwartsliteratur ins Deutsche hervorgetreten ist, nicht anfreunden. Lobt er das Buch, in dem ein Philosophiestudent aus völliger Isolation und Müßiggängertum in einen Konflikt um drei Frauen gerät, zunächst als "geistreiche" Geschichte, ist er doch bald von der zum "Pathos" neigenden "Melancholie" des Helden angeödet. Zudem scheinen dem Rezensenten die dem Roman unterlegten Anspielungen auf die russische Literatur - Wiegandt weist besonders auf Dostojewskijs "Idiot" hin - eine Nummer zu groß, und am Ende, meint der Rezensent enttäuscht, wirke die Verweigerungshaltung des Protagonisten nicht "subversiver" als eine "Energiesparlampe".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2001

Der "Müßiggänger", der Protagonist in dem Romandebüt des 1963 in Budapest geborenen Literaturwissenschaftlers und Übersetzers Akos Doma, ist aller Hoffnungen beraubt. Er lebt in den Tag hinein und hofft vielleicht noch einzig darauf, sich jeglicher sozialen Verantwortung entziehen zu können, mutmaßt Beatrix Langner. Für die Rezensentin ist der kaum dreißigjährige Studienabbrecher im "alternativen Ruhestand" so etwas wie der letzte Nachfahr der Existentialisten - einer, der einfach nichts tut. Nicht ganz gelungen findet Langner, dass der Autor die Unmittelbarkeit des Erzählens zugunsten von sprachlicher Virtuosität und effektsicherem Plot zurückstellt. Im Unterschied zu anderen neueren deutschsprachigen Romanen dieses Stils stellt die Rezensentin aber fest, dass Doma eine Besonderheit auszeichnet. In "Der Müßiggänger" verarbeitet er auch seine Erfahrungen als Einwanderer in Deutschland und liefert so ein "romantisches Requiem auf die Freiheitsträume des ehemaligen Ostblocks", resümiert Langner.
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