Florian Voß

Bitterstoffe

Roman
Cover: Bitterstoffe
Rotbuch Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783867890823
Gebunden, 128 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Julia und Felix waren schon einmal ein Paar, damals, nach dem Abitur. Fünfzehn Jahre später stehen sich die beiden Mittdreißiger wieder gegenüber, gebeugt über das Grab der zu früh verstorbenen Jugendfreundin. Sie sind längst ihrer kleinstädtischen Herkunft entflohen, doch weder können sie den Ängsten ihrer Adoleszenz wirklich entkommen, noch sind ihnen die urbanen Landschaften Berlins und Hamburgs zur Heimat geworden. Unter anderen Bedingungen hätte eine Liebe daraus werden können. Aber zu viel Zeit ist vergangen und zu fest stecken beide in den Zwängen ihrer Vorstellungen, als dass die kurze, heftige Affäre nach ihrem Wiedersehen von Dauer sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2010

Wenig abgewinnen kann Sabine Doering dem ersten Roman "Bitterstoffe" von Florian Voß. Einen schlechten Geschmack im Mund hinterlässt nicht nur das viele Gekiffe und rauchen - mehr als zwei Schachteln Zigaretten registriert die ungehaltene Rezensentin im Lauf des Romans. Ihr missfällt auch die "nassforsche" Art, mit der Florian Voß von seiner Gruppe Außenseitern berichtet, die sich am Grab eines Freundes in ihrem süddeutschen Heimatstädtchen wiedertreffen und derweil Sado-Maso-Partys besuchen oder beim Baggerseebesuch vor ihren Augen einen alten Mann ertrinken lassen, weil sie eine SS-Tätowierung an ihm entdeckt zu haben glauben. In der kürzeren literarischen Form mag der als Lyriker hervorgetretene Autor überzeugen, für die Romanform aber reicht der erzählerische Atem nicht, befindet Doering streng.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.09.2009

Als guten Start für das Vorhaben des Rotbuch-Verlags, an seine große Tradition des politischen wie populären Erzählens (wie Peter Schneiders "Lenz") anzuknüpfen, beschreibt Rezensent Rene Hamann den Roman aus der Ära Kohl. Wer wissen wolle, wie sich Kleinstadttristesse, die Kälte des Kalten Krieges oder die Stagnation der ersten Kohl-Jahre angefühlt hätten, könne das in diesem knappen Roman nachlesen, so der Rezensent. Erzählt werde aus zwei Perspektiven, weshalb Parteinahme stets schwer sei, was für Hamann ebenso zu den Qualitäten dieses Buchs gehört, wie seine "angenehm karge, nüchterne, heruntergeschraubte und doch immer wieder zu poetischer Wirkkraft fähigen Sprache.
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