Agi Ofner

Problemwölfe

Roman (ab 14 Jahre)
Cover: Problemwölfe
Tyrolia Verlagsanstalt, Innsbruck 2025
ISBN 9783702243135
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ein Wolf im Wald, ein geplanter Hotelbau auf einer Alm, ein kleines Dorf und dazwischen fünf Jugendliche - manche von ihnen kennen sich, manche lernen sich erst kennen und manche wollen sich eigentlich nicht mehr kennen. Anhand der Schicksalsgemeinschaft dieser fünf jungen Menschen zeigt Autorin und Künstlerin Agi Ofner welch tiefen Keil ein gesellschaftlich aktuelles Thema zwischen Freundschaften treiben und wie schnell Überzeugung fanatische Züge annehmen kann. Facettenreich sind sie, die Gründe für Mitläufertum, ebenso sehr wie die Gründe für Gegenpositionen. "Ambiguitätstoleranz" ist der Fachbegriff dafür - eine gegenteilige Position in ihrem Wert anzuerkennen, auch wenn man ihr aus ebenso wichtigen Gründen nicht zustimmen kann. Pro Wolf oder gegen ihn? Pro Hotelbau oder gegen ihn? Oder gar keine Meinung haben, weil eigene Probleme gerade wichtiger und dringender sind? Und noch dazu: Ist es manchmal sogar heikel, überhaupt eine Meinung zu haben …?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.01.2026

Rezensent Oliver Jungen empfiehlt Agi Ofners Jugendroman als passend illustriertes, aufregendes Abenteuer um einen ein Hotelprojekt gefährdenden herumstreunenden Wolf und ganz unterschiedliche Perspektiven und Projektionen auf das Tier und das Problem. Es geht um den Wolf, aber vor allem um das Soziale und die Entstehung und mögliche Lösung von gesellschaftlichen Konflikten, erkennt Jungen. Die von der Autorin gewählte multiperspektivische Form gefällt ihm gut, zumal die unterschiedlichen Sichtweisen und Figurenkonstellationen überzeugend vermittelt werden, so Jungen. Auch als glücklicherweise nicht belehrende Coming-of-Age-Story lässt sich der Roman lesen, meint er. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2026

Rezensentin Christine Knödler findet, dass Agi Ofners Roman sehr anschaulich dargestellt, was Demokratie ausmacht, was sie gefährdet und was sie rettet. Die Geschichte um einen "Problemwolf" und ein Hotelbauprojekt dividiert die verschiedenen Standpunkte in einer Kontroverse laut Knödler zunächst gut nachvollziehbar auseinander, indem sie sie auf eine ganze Reihe von Personen verteilt, fünf Jugendliche stehen dabei im Zentrum, so die Rezensentin. Dass der Text bei so vielen Perspektiven nicht auseinanderfällt, findet Knödler bemerkenswert. Verantwortlich dafür ist laut Knödler eine "virtuose Komposition", die die durch den Raum schwirrenden Überzeugungen und Ideologien einkreist, so wie der Wolf eingekreist wird. Ein lehrreiches wie spannendes Abenteuer, kein trockenes Lehrstück, versichert die Rezensentin.