Agathe Novak-Lechevalier (Hg.)

Michel Houellebecq

Cover: Michel Houellebecq
DuMont Verlag, Köln 2021
ISBN 9783832183875
Broschiert, 432 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Agathe Novak-Lechevalier. Aus dem Französischen von Stephan Kleiner. Es ist in Frankreich eine Auszeichnung, wenn einem Schriftsteller schon zu Lebzeiten ein Cahier de L'Herne gewidmet wird. Ein Cahier ist ein Sammelband mit Beiträgen von Journalisten und Schriftstellerkollegen sowie Texten des jeweiligen Künstlers. Michel Houellebecq zählt zu diesem Kreis der Auserwählten. Das von Agathe Novak-Lechevalier, einer ausgewiesenen Kennerin des Werks von Houellebecq, herausgegebene Cahier enthält unveröffentlichte Texte von Michel Houellebecq über Kunst, Kino, Musik und über sich; Gespräche mit literarischen Größen wie Bret Easton Ellis; Texte von Freunden wie Frédéric Beigbeder und Bernard Maris, von Schriftstellerkollegen wie Salman Rushdie und Yasmina Reza; von Philosophen, Musikern, von französischen wie ausländischen Journalisten. Ergänzt wird die Sammlung mit Fotos von Houellebecq, Gemälden u. a., die auf ihn und sein Werk verweisen. Alle Texte versuchen das Phänomen Houellebecq zu fassen und zu erklären, spiegeln die Komplexität seines Denkens und die Aktualität seines literarischen Werkes wider. Ein Muss für jeden, der diesem Schriftsteller, einem der wichtigsten unserer Gegenwart, auf die Spur kommen will.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.10.2021

Rezensent Jan Küveler gibt sich als großer Bewunderer Michel Houellebecqs zu erkennen, der für ihn nicht weniger als der Christus unter den Schriftsteller sei, der "das Kreuz der Menschheit auf seinen schmalen Schultern" trage mit seinem Kampf gegen die Dummheit der Linken, die Naivität der Nouveau Philosophes und andere Unbill. In dem von Agathe Novak herausgegebenen Band, dessen Titel der Rezensent "treffend" findet, erfährt Küveler viel Aufschlussreiches über Houellebecqs "Houellebecqwerdung", wenn frühe Weggefährten über seine Jahre als Student der Agrarwissenschaft, im Dichterclub "Echange Poésie" oder die Herausbildung seiner Aversionen gegen den Mainstream erzählen. Am besten zu genießen bei einem Camembert mit Senf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.09.2021

Rezensent Martin Oehlen nimmt den Sammelband mit Texten von und über Michel Houellebecq zum Anlass für eine Laudatio auf den Autor. Er weiß, dass Houellebecq nicht nur durch seine Romane, sondern auch durch sein provokantes und herausforderndes Auftreten berühmt wurde. Den Band liest Oehlen jedenfalls mit großer Lust, denn es ist ein "aufschlussreiches und komplexes" Buch, dass ihm viele, auch unbekannten Facetten Houellebecqs von der Kindheit bis heute beschreibt. Mehr bibliographische Angaben hätte er sich nur gewünscht. Mit der Veröffentlichung ist der Autor auf jeden Fall im "literarischen Pantheon" angekommen, findet der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.09.2021

Rezensent Dirk Fuhrig stöbert gespannt durch das von Agathe Novak-Lechevalier herausgegebene Houellebecq-Themenheft und findet dabei allerhand Interessantes über den Skandal-Schriftsteller: frühe Lyrik des 20-jährigen Houellebecq, Berichte von Kommilitonen über seine Wortkargheit schon zu Studienzeiten, die Zusammenarbeit mit Iggy Pop. Dass der Band mit Beiträgen auch von Julian Barnes oder Salman Rushdie den Autor dabei weniger politisch als autobiografisch zu fassen versucht, scheint dem Kritiker zu gefallen, und über den etwas "unsystematischen" Aufbau lassen ihn mehrere treffende Formulierungen hinwegsehen - so zum Beispiel die Beschreibung seines Werks als "Kriegserklärung an die Welt". Besonders interessant findet Fuhrig auch den E-Mail-Austausch Houellebecqs mit seiner Verlegerin, der ihm den scharfzüngigen Schriftsteller auch noch von einer anderen Seite zeigt: als "ausgebufften Strategen".
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