Achim Truger (Hg.)

Können wir uns Steuergerechtigkeit nicht mehr leisten?

Cover: Können wir uns Steuergerechtigkeit nicht mehr leisten?
Metropolis Verlag, Marburg 2005
ISBN 9783895185182
Paperback, 208 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

In der aktuellen steuerpolitischen Debatte werden bislang unbestrittene Fundamente einer gerechten Besteuerung aufgegeben: Bei der Einkommensteuer sollen Progression und Spitzensteuersatz stark vermindert werden und gar ganze Einkunftsarten wie die Kapitaleinkünfte aus der progressiven Besteuerung herausfallen (Dualisierung); die Steuerbelastung der Unternehmen soll weiter sinken; eine Vermögensbesteuerung gilt als überholt. Die Begründung dafür lautet meist: Steuerliche Umverteilung verschrecke inländische wie ausländische Investoren vom Standort Deutschland, sei in der Umsetzung wie in der Ergebniskontrolle aufwändig und sei letztlich wachstums- und beschäftigungsschädlich.
Die Beiträge des Sammelbandes wollen einige dieser Argumentationen kritisch prüfen und die damit verbundenen Reformvorstellungen mit alternativen Konzepten konfrontieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2006

Lesenwert findet Sascha Tamm diesen von Achim Truger herausgegebenen Band über Fragen der Steuergerechtigkeit, auch wenn er die darin geäußerten Auffassungen eher skeptisch beurteilt. Dem Band liegt seiner Ansicht nach ein traditioneller Gerechtigkeitsbegriff zugrunde. Steuergerechtigkeit ist demnach vor allem durch eine "deutliche" Steuerprogression und durch eine gleichmäßige Besteuerung aller Einkommensarten gekennzeichnet. Unklar bleibt für Tamm dabei freilich, warum dieser Gerechtigkeitsbegriff, wie Truger behauptet, dauerhafte Gültigkeit haben soll. Als Bezugspunkt der Analysen der Autoren erkennt er das Konzept einer "solidarischen Einfachsteuer" , das auch von Verdi, Attac und der IG Metall unterstützt werde und als Anhang beigefügt sei. Vorliegendes Buch hält er gerade auch deshalb für lesenswert, "weil es tieferen Einblick in ein Denken gibt, das - ganz im Gegensatz zu dem behaupteten neoliberalen Konsens in Deutschland - sehr weit verbreitet ist".
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