Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Clara Drechsler. Richard Novak, reich geworden im Aktienhandel, geschieden, hat hart daran gearbeitet, sein Leben unter Kontrolle zu haben. Seine Unabhängigkeit reicht so weit, dass er mit kaum jemandem spricht, nur mit seiner Haushälterin und seiner Ernährungsberaterin wechselt er regelmäßig ein paar Worte. Was macht so jemand, wenn er auf einmal heftige Herzschmerzen bekommt, er in der Notaufnahme landet und sein Haus in einem Erdloch zu versinken droht? Loslassen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.04.2007

Mit "Entzücken goutiert" hat Rezensentin Katharina Granzin diesen reichlich absurden Roman über einen Börsenspekulanten, der nach einer Begegnung mit dem Tod zum Philantropen mutiert, und plötzlich fieberhaft nach dem richtigen Leben im falschen sucht. Während die Geschichte an der Oberfläche ausgesprochen "heiter dahin plätschert", hört es die Rezensentin im Untergrund "mit beständiger Subversivität" dunkel gluckern - ein Spannungsverhältnis, aus dem ihr besonderes Lesevergnügen resultiert. Allerdings traut sie dem Buch und ihrem Genuss daran nicht ganz über den Weg: Weil in der Mitte des Gartens des geläuterten Protagonisten ein mysteriöses Schlammloch immer gieriger dessen Lebenswelt zu verschlingen droht, hat Granzin mitunter den Verdacht, es mit einer "surrealistischen Romanattrappe" zu tun zu haben. Am Ende aber richtet sich die Rezensentin dann doch genüsslich in der milden Absurdität der Geschichte ein, und lobt auch die deutsche Übersetzung, die ihr die Künstlichkeit dieses Lebens in "alltagsnah lässiger Erzählweise" als das Selbstverständlichste der Welt präsentieren kann.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.04.2007

Die Autorin A.M. Homes ist bei uns, vier bereits übersetzten Büchern zum Trotz, noch kaum bekannt. In den USA, stellt Jens-Christian Rabe fest, sieht das ganz anders aus. Hollywood reißt sich um Verfilmungsrechte, die angesehensten Zeitschriften - von "New Yorker" bis "Vanity Fair" - reißen Homes die Texte aus den Händen. Und der Rezensent kann nach Lektüre des jüngsten Romans durchaus verstehen warum. Mit ihrer Geschichte um den höchst erfolgreichen, sich aber bis zu einer Phantomschmerzattacke in sein Haus einigelnden Aktienhändler Richard Novak befinde sich die Autorin ganz und gar "furchtlos auf der Höhe der Zeit". Sie reiht in ihrem L.A.-Porträt eine absurde Episode an die andere und entwickelt mit gekonnten Dialogen einen beträchtlichen "Erzählsog". Zwar sei das Ganze in Wahrheit weniger ein Roman als ein zwischen Buchdeckel gepacktes Drehbuch - aber allemal ein hervorragendes, und von Clara Drechsler und Harald Hellmann auch bestens übersetztes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Kai Wiegandt will sich von A. M. Homes nicht täuschen lassen und ist sich ganz sicher, dass sich hinter der bösen Satire um einen reichen aber völlig vereinsamten Mann, der durch unvorhergesehene und geradezu surreale Ereignisse wieder ins Leben hineingeführt wird, in Wahrheit um Erbauungslektüre handelt. Er fühlt sich an den Film "Stranger than Fiction" erinnert und findet überhaupt, dass das Sujet des Romans allzu sehr auf Hollywood zugeschnitten ist. Zudem könne auch die intendierte Ironie des Titels nicht über den missionarischen Eifer der amerikanischen Autorin hinwegtäuschen, die darin gegen alle möglichen Übel der modernen Welt anschreibt, so der Rezensent. Er ist hin und her gerissen zwischen der Freude an dem satirischen Vergnügen, das das Buch zweifellos bietet und der Abneigung gegen den Kitsch, der bei der Errettung des Protagonisten aus seiner individuellen Hölle unweigerlich zu ertragen ist. Mit dem TV-kompatiblen Humor und der drehbuchartigen Kargheit des Stils kann der Autor ebenfalls nicht punkten. Und wenn Wiegandt dann noch erfährt, dass der Roman schon seiner Verfilmung entgegengeht, freut ihn das bestenfalls einen kurzen Augenblick.
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