A. L. Kennedy

Hat nichts zu tun mit Liebe

Erzählungen
Cover: Hat nichts zu tun mit Liebe
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783803124630
Broschiert, 144 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Ein scheinbar zufälliges Wiedersehen bei einer Beerdigung: eine Frau und ein Mann, die eine zerstörerische, aber unwiderstehliche Anziehung verbindet. Um ihren Körper nicht aus der Einsamkeit verkümmern zu lassen, tröstet sich eine Frau nach dem Ende einer kurzen, aber intensiven Beziehung mit dem Diensten eines Masseurs. Eine Amerikanerin verliebt sich in einen Serienmörder, bringt mit ihm gemeinsam ihren Mann um und versucht nun, in einem Brief ihren Kindern alles zu erklären.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003

Die Rezensentin Angela Schader hat zwei Sommerlektüren für den Schaukelstuhl parat: Dorothy Parkers "New Yorker Geschichten" und A. L. Kennedys "Hat nichts mit Liebe zu tun". Beide, so die Rezensentin, versuchen "die Untiefen der Liebe und andere Dimensionen weiblicher Erfahrungswelten" auszuloten, und die weibliche Welt erscheint bei beiden recht "eng bemessen". In Kennedys Erzählungen, die im Original zwischen 1994 und 2002 veröffentlicht wurden, kann die Rezensentin keine Anzeichen dafür erkennen, dass sich im Verhältnis zwischen den Geschlechtern grundlegend etwas geändert hätte. Es herrsche die "weibliche Solostimme" vor, jedoch auf wohltuende Weise "frei von Gefühl und Tremolo". Nicht immer wohltuend allerdings, findet Schader, denn sobald Kennedy in den "Bereich der Satire" vorstößt, gerät sie in "forcierte Komik".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003

Auch wenn der neue Erzählungsband der schottischen Autorin A.L. Kennedy in der Reihe "Frauen erzählen über Frauen" erschienen ist, solle sich bloß niemand von diesem Etikett abhalten lassen, die Geschichten zu lesen, wirft Yvonne Gebauer mit Nachdruck ein. Es sind tatsächlich überwiegend Frauen, die in Kennedys Erzählungen die Hauptrolle spielen, in kurzen Ausschnitten, Portraits, Momentskizzen, die für Gebauer vor allem von einem tief und überall sitzenden Lebensgefühl zeugen: Liebesarmut, und die geht schließlich jeden etwas an, findet die Rezensentin und zitiert einen Robbie-Williams-Song ("Before I fall in love I'm preparing to leave her"). Die verschiedenen Erzählungen ergeben für Gebauer eine Art Reigen, da sie immer nur kurz im Leben eines Einzelnen verweilen, dafür aber ihr Thema in der nächsten Erzählung variieren: Begegnungen, Liebeskonstellationen, die schief gehen, irgendwann schief gegangen sind, irreparabel, mit vagen kurzen Hoffnungsschimmern, die diesmal kein "gleißendes Glück" versprechen (ein Romantitel Kennedys, auf den Gebauer verweist), sondern "andere Formen der Genügsamkeit" als kleine Glücksmomente möglich erscheinen lassen.
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