Religion hat Konjunktur. Doch zumeist handelt es sich dabei um einen neuheidnischen Religionsersatz wie den Götzendienst des Ich oder der Natur, die Sozialoffenbarung der Linken oder den Konsumismus der Angepassten. Räumt man diesen Unsinn beiseite, so wird ein Wissen der Religion erkennbar, das allein uns helfen kann, jene großen Fragen zu beantworten, vor denen die Wissenschaften verstummen müssen - die Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Umgang mit der eigenen Endlichkeit. 2000 Jahre Christentum haben sich in unseren Traditionen und Institutionen abgelagert. Und es ist die Aufgabe jedes guten Europäers, sich an dieser objektiven Religion abzuarbeiten. Das gilt gerade auch für diejenigen, die nicht an Gott glauben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2008
Durchaus positiv hat Bernhard Dressler das neue Buch von Norbert Bolz aufgenommen. Die Befürchtung, hier werde wieder einmal die These von der Wiederkehr der Religion aufgewärmt, bewahrheitet sich zu seiner Erleichterung nicht. Im Fokus sieht er vielmehr das Selbstmissverständnis des modernen Menschen, er sei die Religion losgeworden. Die fünfzehn Essays des Bands bieten in seinen Augen treffende Analysen der Ersatzreligionen sowie "scharfe Beobachtungen" zur Lage der christlichen Kirchen. Die von ihm zitierte These des Buchs - "Man liebt die Menschheit, um Gott verdrängen zu können. Und hier gewinnt die christliche Lehre vom Antichrist eine skandalöse Aktualität" (Bolz) - scheint Dressler überzogen. Er weist aber darauf hin, dass sich auch eine moderatere Variante im Buch findet. Geärgert hat er sich über die "kleinliche Polemik" gegen die "Gutmenschen", die das Buch durchzieht.
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