Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2000
In seiner Rezension bespricht Rolf Schneider die ersten beiden bisher erschienenen Bände - "Bildung ist Schönheit" und "Wir machen nicht mit!" - dieser Werkausgabe. Abgesehen von der Erwähnung, dass es sich bei dem ersten Band um pädagogische Schriften und im zweiten um "Jüdisches" und Autobiografisches handelt, geht er nicht näher auf Einzelheiten ein, sondern kritisiert vor allem editorische Schwächen. So bemängelt er, dass mehrfach Textausschnitte abgedruckt wurden, ohne die Kürzungen näher zu begründen. Insgesamt kristallisiert sich für den Rezensenten aber vor allem die widersprüchliche Persönlichkeit Lessings zu wenig deutlich heraus. Lessing war für Schneider weit mehr als ein "Volkshochschulpapst". Er vermisst in dieser Edition ein Eingehen auf den bisweilen sehr deutlich hervortretenden Antisemitismus Lessings und die öffentliche Auseinandersetzung, die er in dieser Angelegenheit mit Thomas Mann hatte. Auch erfahre man nirgends, dass es der Jude Lessing war, der die Formulierung vom "jüdischen Selbsthass" prägte. Schneider sieht Lessing in diesen ersten zwei Bänden zu unkritisch auf einen Sockel gestellt, hofft aber, dass dies in den Folgebänden "ein wenig korrigieren" wird.
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