Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Hegemoniale Metaerzählung

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung".

Welt, 08.05.2013

Sollten die Verteidiger von Beate Zschäpe - Stahl, Heer und Sturm - ihr Mandat niederlegen? Ja, meint der Autor und Jurist Georg M. Oswald, denn indem sich Zschäpe drei Anwälte mit diesen Namen ausgesucht hat, habe sie sie bereits instrumentalisiert: "Hohn ist, wie angedeutet, ein Gestaltungsmittel rechtsradikaler Symbolik, die immer wieder sehr geschickt zum Einsatz gebracht wird. Der größte Hohn gegen Opfer wie gegen die Ermittler spricht aus den Taten des NSU selbst. Vor diesem Hintergrund verwundert es, wenn behauptet wird, es sei 'Zufall', die Verteidiger von Beate Zschäpe hießen so, wie sie heißen. Frau Zschäpe hat sie zusammengestellt. Bestimmt sind sie gute Strafverteidiger, doch davon gibt es viele, und wenn man merkt, dass man wegen seines Nachnamens instrumentalisiert wird, trifft man selbst die Entscheidung, ob man dies zulässt."

Weiteres: Jan Küveler gratuliert Pitigrilli zum 120sten. Besprochen werden Park Chan-wooks Thriller "Stoker", der Film "Star Trek Into Darkness", die Holocaust-Dokumentation "No Place on Earth" und die Autobiografie des iranischen Rappers Shahin Najafi, auf den die Mullahs ein Kopfgeld von 100.000 Euro ausgesetzt haben.

Stichwörter: Euro, Beate Zschäpe

nach oben

NZZ, 08.05.2013

Der Schriftsteller Kurt Drawert ist nach Prag gereist, um Kafka zu lesen, und hat die Stadt als Text lesen gelernt: "Ob Dublin, Berlin oder Prag - die Metropolen wären andere in unserem Gedächtnis ohne die literarischen Topografien eines Joyce, Döblin oder Kafka. Der allerdings schreibt mit einem Stadtplan in der Hand, den man subkutan nennen kann, unterirdisch wie die Kanalisation. Denn es sind nicht die Straßen und Plätze, Gassen und Winkel, wie sie etwa Leopold Bloom an einem 16. Juni durchstreift, sondern die von Ängsten und bizarren Phantasmen durchzogenen Seelenlandschaften des Prager Bürgertums, dem die Stadt zwischen imperialer Größe und schleichendem Verfall zur Projektionsfläche wird. Kafka interessiert sich nicht für die Vorderseiten, Oberflächen, Fassaden; er interessiert sich nicht für die Wirklichkeit, wie sie ist, sondern wie sie erscheint."

Weiteres: Nur zum Teil plausibel findet Judith Leister Norman Fosters Umbau des nun wiederöffneten Lenbachhauses. Besprochen werden eine Ausstellung des einstigen Schweizer Malerstars Albert Anker in Schaffhausen, ein Konzert der New Yorker Philharmoniker unter Alan Gilbert mit Tschaikowskys Sechster,  Jonathan Sperbers Marx-Biografie und Kinderbücher (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Stichwörter: Berlin

nach oben

Weitere Medien, 08.05.2013

Kathrin Passig zählt in einem sehr lesenswerten Text für zeit.de die Vorteile des Ebooks auf: "Alle in der jüngeren Vergangenheit gelesenen Bücher trage ich immer mit mir herum und kann sie bei Bedarf durchsuchen. Das Anlegen digitaler Markierungen macht nicht ganz so viel Spaß wie das Bekleben der Seiten mit bunten Leuchtmarkerstreifen, erzeugt dafür aber eine für Weiterarbeit und späteres Zitieren sehr praktische Textdatei. Und da ich gern auf dem Handy lese, kann ich auch noch die winzigsten Wartezeiten mit Lektüre ausstopfen."

Ebenfalls auf zeit.de resümiert Kai Biermann die Rede Sascha Lobos auf der re:publica. Lobo war "ziemlich sauer und ziemlich frustriert", weil so wenig geklappt hat in letzter Zeit: Leistungsschutzrecht, Bestandsdatenauskunft, Vorratsdatenspeicherung, Funkzellenabfrage, Bundestrojaner, Aufhebung der Netzneutralität durch die Telekom - alles durchgegangen trotz der Proteste im Netz. "'Unser Teil der Verantwortung besteht darin, dass wir einen Fehler gemacht haben. Ich glaube, wir haben einfach verkannt, dass Netzpolitik zu allerallererst Politik ist und nur ein ganz bisschen Netz', sagte Lobo. Und forderte, nun Politik zu machen. Man dürfe sich den Regeln der Politik nicht länger verweigern, sagte Lobo und meinte Koalitionen. 'Wir müssen uns auf politische Art mit anderen verbünden. Wir müssen Gruppen finden, mit denen man sich verbünden kann', auch wenn es nur für eine begrenzte Zeit und bei einem begrenzten Thema sei, sagte er. Das sei unangenehm und bedeute, 'im Zweifel sogar mit Angela Merkel' zu kämpfen, aber es sei unvermeidlich." Die Rede kann man auch auf Youtube sehen.

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

nach oben

Aus den Blogs, 08.05.2013

Der Herr der Monster, Ray Harryhausen ist tot! Auf Youtube finden wir ein Interview aus den 70ern mit dem Stopmotion-Meister und einigen schönen Ausschnitten seiner Klassiker:

Stichwörter: Youtube

nach oben

TAZ, 08.05.2013

Claudia Lenssen ist zwar keine Anhängerin der Flatness-These, aber die ihr gewidmeten Kurzfilmtage in Oberhausen haben doch einige Juwele im Programm gehabt, zum Beispiel Chris Markers "Stopover in Dubai": "2011, ein Jahr vor seinem Tod, kompilierte der Meister der politischen Blickanalyse eine Unzahl von Aufnahmen aus Überwachungskameras, die von Ermittlungsbehörden der arabischen Emirate gesammelt worden waren, um die Umstände des Mordes an dem Hamas-Führer Mahmoud al-Mahbouh 2010 in Dubai zu rekonstruieren. Marker erzählt allein durch die zeitliche Abfolge verpixelter Totalen aus der Airporthalle, diversen Hotellobbys, Einkaufszentren und Parkhäusern die Geschichte eines Mordkomplotts... Flache Bilder, aber von Flatness keine Spur."

Überfällig findet Sven von Reden die Retrospektive "The Real Eighties" im Österreichischen Filmmuseum, die die achtziger Jahre als die letzte Dekade betrachtet, "in der das Kino noch eins war, noch nicht geteilt in Arthouse und Mainstream, in Kulturanspruch und Kommerzrealität".

Besprochen werden J.J. Abrams neuer Star-Trek-Film "Into Darkness" und Michel Foucaults Vorlesungen "Über den Willen zum Wissen".

Und Tom.

Stichwörter: Hamas

nach oben

FAZ, 08.05.2013

Der nach Richard David Precht beliebteste deutsche Denker Harald Welzer eröffnet eine Reihe mit "Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft". Die erste handelt von dem Schuhhersteller Heini Staudinger aus dem Waldviertel, der nachhaltig produziert, von 1.000 Euro im Monat lebt, mit dem Fahrrad durch Afrika fährt und seine Investitionen per Crowdfunding finanzieren will, was ihm die österreichische Bankenaufsicht aber verbieten will: "Inzwischen haben 10 000 Menschen eine Online-Petition für Staudinger unterzeichnet, alle österreichischen Medien berichten über den Fortgang dieses bizarren Falls. Nun sieht es aus, als würde der Fall Staudinger zum Katalysator für eine angestrebte Gesetzesnovelle, die wirtschaftliche Beteiligungsmodelle ohne den Einbezug von Banken legalisieren soll. "

Weitere Artikel: Beglückt schreitet Julia Voss durchs erweiterte Lenbachhaus (Blog) im schönen und heiteren München. Sandra Kegel erzählt, unter welch konspirativen Vorkehrungen der neue Thriller von Dan Brown in elf Sprachen übersetzt wurde. Dieter Bartetzko stellt neue Wohnbauten in Frankfurt-Sachsenhausen vor. Melanie Mühl staunt über den vertikalen Wald (s. Bild), den das Büro Boeri Studio in Mailand errichtet. Hanna Lühmann resümiert die re:publica, wo angesichts der Telekom-Machenschaften die Idee des Internets als Gemeingut beschworen wurde. (Eine gute Presseschau zur re:publica bietet heute das Altpapier.) Andreas Rossmann besuchte die Kurzfilmtage in Oberhausen. Auf der Medienseite unterhält sich Nina Rehfeld mit dem Serienerfinder Gideon Raff, dessen israelische Serie "Hatufim" ebenso wie die Serie "Homeland", die er ebenfalls ersann, von Kriegsgefangenschaft und Heimkehr handelt. Außerdem schreibt Karen Krüger über Verschwörungstheorien türkischer Staatsmedien zum NSU und dem deutschen Verfassungsschutz.

Besprochen werden der Film "Stoker" von Park Chan-wook, ein "Rheingold" in Leipzig, Heiner Müllers "Zement" im Münchner Residenztheater, Ereignisse der Wittener Tage für Kammermusik und des Ideas City Festival in New York und Bücher, darunter "Das lebendige Theorem" des Mathematikers Cédric Villani, der (populärwissenschaftlich unterhaltsam) erzählt, wie es zu seinem "Theorem der nicht-linearen Landau-Dämpfung" kam (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

nach oben

SZ, 08.05.2013

 Die Re:Publica ist mit abermaligem Besucherrekord und Referenten auch jenseits der digital natives in der Gesellschaft angekommen, schreibt Johannes Boie im Medienteil. Dennoch fühlt er sich vom Expertenjargon vieler Referenten und Gäste etwas auf den Platz verwiesen: "Noch immer konstruiert die Szene gerne ein Wir und ein Ihr. Die anderen, das sind konservative Politiker, Telekom-Vorstände, im Jargon der Konferenz-Besucher: Menschen, die sich E-Mails ausdrucken. Die Kritik ist oft wirklich humorvoll, aber sie hilft selten". Was in Kuba beim an den staatlichen Restriktionen Vorbeitwittern hilft, hat er von der kubanischen Bloggerin Yoani Sánchez erfahren: "Man versendet mehr oder weniger heimlich vier SMS mit Computerbefehlen an eine spezielle ausländische Telefonnummer." Genaueres in diesem Vortragsvideo aus einer Playlist mit gesammelten Aufzeichnungen:



Umweht von ganz viel ABBA-Nostalgie kommt Thomas Steinfeld vom Besuch des gerade eröffneten ABBA-Museums in Stockholm nach Hause, wo er erstmal Tacheles reden und die schwedische Glitzerband vor alten Anfeindungen in Schutz nehmen muss:  "Warum war Abba verwerflich, während Pink Floyd beinahe schon echte Kunst war? Weil 'Money' (1973), eines der erfolgreichsten Lieder von Pink Floyd mit einer beherrschenden Bassfigur von ergreifender Schlichtheit daherkommt, dem 7/4-Takt zum Trotz, während 'Money Money Money' (1976) von Abba deutlich komplizierter ist, sich darin ein zickiger Disco-Bass mit mehreren Zwischenspielen abwechselt und das Ganze am Ende noch einen halben Ton höher rutscht, des euphorisierenden Effektes wegen?"

Außerdem: Wolfgang Janisch besucht eine juristische Tagung zum Thema Religionsbeschimpfung. Außerdem empfehlen die Filmkritiker der SZ Dokumentarfilme vom heute beginnenden Münchner DOK.fest, darunter einige von Werner Herzog.

Besprochen werden neue Popveröffentlichungen, Park Chan-Wooks Film "Stoker" und Bücher, darunter Roberto Ampueros Roman "Der letzte Tango des Salvador Allende" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Stichwörter: Werner Herzog, Kuba, Pink Floyd

nach oben

Zeit, 08.05.2013

Die Wahrheit muss auch wahr erzählt werden, meint die Autorin Marlene Streeruwitz in einem Text über Ulrich Seidls Film "Paradies: Hoffnung", in dem es um die Zurichtungen junger Mädchen in einem Diätcamp geht: "Die Kälte. Die leeren Leben. Die lächerlichen Alltagsmythen. Die verzweifelten Sehnsüchte. Das Schicksal dieser drei Frauen. Ihr Scheitern. Und zwar an sich selbst. Die Instanzen sind ja neoliberalerweise verschwunden. Das alles wird uns zentralperspektivisch mit fast immer fixer Kamera in streng stilisierten Bildern vorgeführt. Auktorial ist das. Immer Objektiv. Aber. Wird eine so erzählte Erzählung nicht immer schon durch den Erzählstil Bestandteil der hegemonialen Metaerzählung? Kann mit dieser objektiven und starren Kamera die Geschichte nicht mächtiger Personen erzählt werden?"

Weiteres: Wie jede Woche gibt es eine ganze Seite von, über oder mit Helmut Schmidt, diesmal besucht Hanno Rauterberg "den Kunstsammler". Preisfrage: Fängt der Artikel mit einer Zigarette an oder nicht? Große Hoffnung setzt der "posthumanistische" Philosoph Stefan Lorenz Sorgner auf Cyborg-Enhancement für die Entwicklung des Menschen: "Hirnimplantate könnten sich etwa nutzen lassen, um bei Bedarf eine neue Fremdsprache zu beherrschen." Jens Jessen knöpft sich die Steuerpläne der Grünen vor, die ihn an des Kaisers Flottenpolitik erinnert. "Angenehm unsouverän" für einen Malerfürsten fand Moritz von Uslar, dass sich Georg Baselitz bei einem Treffen noch immer über eine Kritik von 1979 ärgerte. Peter Kümmel feiert Luk Percevals Bühnenfassung der "Brüder Karamasow" als Stück über die Hoffnung und die Scham. Wolf Biermann lobt Hannes Steins Geschichtsfantasie "Der Komet" als "intelligenten Spaß".

Besprochen werden zudem der Briefwechsel zwischen Willy Brandt und Günter Grass und Albert Cohens Roman "Die Schöne des Herrn" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons