Bücherschau der Woche
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Olga Martynova: Mörikes Schlüsselbein

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- An die französischen Neinsager
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- Das Ende der Berliner Seiten
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- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Päckchen mit Diddlmäusen und Kuschelhasen
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.12.2012. Die Kunstgeschichte versagt im Internet, meint Jim Cuno vom J. Paul Getty Trust In The Daily Dot. In The American Scholar erklärt William Deresiewicz, was einen Intellektuellen von einem Akademiker unterscheidet. Und unvermeidlich in diesen Tagen: Weihnachten. The Daily Beast erzählt, warum Camille Paglia Christopher Hitchens so wenig mag: Er hat Religion kritisiert. Dennoch kreieren wir einen eigenen und unverwechselbaren Weihnachtssound. So dass selbst Richard Sennetts Sohn an den Weihnachtsmann glaubt.
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Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2012
Martin Meyer denkt über die Beschleunigung der Zeit nach, über die kommunikative Überfütterung und den Verlust an Gestaltungsmacht: "Im Hintergrund dämmert eine gewisse Ermüdung, derweil es umgekehrt just darauf ankäme, Orientierung zu gewinnen, um die Zukunft zu packen. Soziologen sprechen schon länger von einem rasenden Stillstand. Eine letzte Bastion von Autorität beansprucht der Staat, der nunmehr dafür einzustehen hätte, dass wenigstens die Grundausstattung eines anständigen Daseins gewährleistet bleibt. Mit Freiheit und Eigenkraft hat dies wenig zu tun."
Weiteres: Uwe Justus Wenzel liest Thomas Hauschilds Geschichte des Weihnachtsmanns und erinnert auch an die - natürlich vom katholischen Klerus initiierte - Verbrennung des Père Noël 1952 auf einem Scheiterhaufen in Lyon. Der Schriftsteller Norbert Hummelt erzählt vom "Winter des Jahrhunderts", 1962/1963, als sogar der Rhein zufror.
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Aus den Blogs, 24.12.2012
Die bekannte Feministin (oder Postferministin?) Camille Paglia basht den armen toten Christopher Hitchens, lernen wir in einer Kritik ihres letzten Buchs in The Daily Beast: Hitchens' Kritik an Religion sei so modisch. Und so schlecht für die Kunst: "That cynical posture has become de rigueur in the art world-simply another reason for the shallow derivativeness of so much contemporary art, which has no big ideas left."
Kunstgeschichte versagt im Internet, meint Jim Cuno vom J. Paul Getty Trust In The Daily Dot. Zwar nütze man das Netz zur Selbstdarstellung und Akquise von Publikum: "But we aren't conducting art historical research differently. We aren't working collaboratively and experimentally. As art historians we are still, for the most part, solo practitioners working alone in our studies and publishing in print and online as single authors and only when the work is fully baked. We are still proprietary when it comes to our knowledge. We want sole credit for what we write."
Pünktlich zu Weihnachten stellt William Deresiewicz im American Scholar noch einmal klar, was einen Intellektuellen von einem Akademiker unterscheidet: "An intellectual is not an expert, and a public intellectual is not an expert who condescends to speak to a wider audience about her area of expertise. An intellectual is a generalist, an autodidact, a thinker who wanders and speculates. As Jack Miles puts it in a stellar essay on the question, 'It takes years of disciplined preparation to become an academic. It takes years of undisciplined preparation to become an intellectual.'"
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Die Welt, 24.12.2012
Die Übersetzerin Claudia Ott erzählt im Interview, wie sie das Manuskript zu "101 Nacht" entdeckte und was es damit auf sich hat: "Ich fühlte mich wie eine Archäologin, die einfach so einen Schatz findet. Ich hatte ja nicht danach gesucht. Ich bin auch nicht die Erste, die diese Handschrift gesehen hat. Aber ich konnte wohl als Erste erkennen, was für eine wissenschaftliche und literarische Sensation darin steckt. Diese Version von '101 Nacht' ist das bei Weitem älteste Textzeugnis, sie ist fast 600 Jahre älter als alle bislang bekannten Handschriften. 15 der 17 Geschichten in dieser Handschrift sind im Deutschen bisher völlig unbekannt."
Weiteres: Suhrkamp hätte einfach auf Hans Barlachs "Erlösungsbedürftigkeit" reagieren müssen, lernt Tilman Krause aus dem Interview der SZ mit Rainald Goetz (mehr hier). Karl-Heinz Göttert erklärt, warum der Geburtstag des Herrn vom Januar in den Dezember verlegt wurde. Manuel Brug stellt Gustav Kuhns Festspielhaus im Tiroler Dorf Erl vor, das am 26. Dezember eröffnet wird. Wolf Lepenies schreibt zum Tod von Peter Wapnewski. Besprochen wird Herbert Fritschs Inszenierung von Gogols "Revisor" am Münchner Residenztheater.
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Aus den Blogs, 24.12.2012
Und, Weihnachtsbaum schon geholt, alle Geschenke besorgt? Dann viel Spaß mit unseren weihnachtlichen Fundstücken aus den Weiten des Netzes:
Keine Lust auf Selber-Singen? Joko & Klaas sollte man lieber nicht zum scheußlichen Vorsingen bestellen, besser fährt man mit den Liedern, die Indie-Musiker und Weihnachtsfanatiker Sufjan Stevens bei Bandcamp zusammengestellt hat. Und hier haben emsige Blogger die "12 Discs of Christmas" gesammelt - mit Video- und Hörbeispielen. Weit weniger traditionell, dafür indie-elektronisch fiepsend und surrend geht es auf der dritten "Christmas Compilation" zu, das uns das Netlabel Totokoko zu Weihnachten schenkt (hier die erste und die zweite).
In Focus erzählt in großen Bildern, wie man weltweit Weihnachten feiert. Einige hübsche Weihnachtspostkarten aus der Sowjetunion finden wir hier. Hier (aber auch hier) lässt sich's mit dem Weihnachtsmann ins All reisen. Wer darauf keine Lust hat, fand ihn vermutlich schon immer ziemlich gruselig. Tom Sutpen bringt einen Weihnachtsbaum von Andy Warhol. Besser spät als nie: Auch Fritz Lang und sein Filmteam von "Metropolis" übermitteln zum Feste nur das Beste. Rita Hayworth will dem in nicht nachstehen und dekoriert schon mal den Baum. Deutlich neumodischer: Christmas GIFs in rauhen Menge im gleichnamigen Blog. Beim Retronaut finden wir unterdessen die erste kommerzielle Weihnachtskarte aus dem Jahr 1843:
Falls es heute Abend keine Geschenke gibt, liegt der Weihnachtsmann wohl gerade in Florida in der Sonne oder watet im Wasser (oder aber seine Strategie ging am Ende doch nicht auf). Bei Public Domain Review gibt es einen tollen Artikel über den Weihnachtsmann in allerlei Illustrationen im Laufe der Zeit. Sehr schön ist etwa diese japanische Illustration aus dem Jahr 1914:
Kein Weihnachten ohne Charles Dickens' "Christmas Carol"! Bei archive.org finden wir eine schöne illustierte Ausgabe zum Online-Schmökern. Bereits im letzten Jahr empfahlen wir zu Weihnachten die von Vincent Price gelesene Fassung, außerdem gibt es auf youtube eine Verfilmung aus Stummfilmzeiten:
Leben wir im "goldenen Zeitalter der animierten Weihnachtsgrußkarten"? Zumindest Cartoon Brew stellt diese Behauptung auf und versammelt zahlreiche kurze, liebevolle, freche Grüße diverser Animationsstudios. Und bei Animated Review finden wir noch viele weitere.
Bizarres aus dem Keller der Filmgeschichte: In diesem Spektakel legt sich der Weihnachtsmann mit den Marsianern an. Der mexikanische Trashfilm "Santa Claus versus the Devil" wiederum ist so zuckersüß auf niedlich getrimmt, dass es schon wieder weh tut. Auch Insekten feiern Weihnachten, erfahren wir in dieser Kostbarkeit des russischen Animationsfilms von 1913 (mehr Kuriositäten hier bei BoingBoing):
Na, dann: Ab unter den Weihnachtsbaum! Der Perlentaucher wünscht schöne Feiertage!
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Die Tageszeitung, 24.12.2012
Die taz stärkt die eher unbesinnliche Seite von Weihnachten. Autorin Sarah Khan zum Beispiel erzählt, wie niederschmetternd Heilig Abend in St. Pauli ist: "Die Matrosen sitzen Heiligabend auf hoher See vor ihren Radios, hören im Rundfunk die Weihnachtsgrüße der Angehörigen, so herzergreifend mit sentimentalen Männerchorwerken versetzt, dass es dem härtesten Freier die Auslagen in der Herbertstraße vermiest. Die Nutten, allein unter sich, packen derweil Päckchen mit Diddlmäusen und Kuschelhasen für ihre grenzdebilen Kinder, um die sie sich sonst einen Scheiß scheren. Zur Weihnacht kocht im sankt-paulianischen Gemüt ein besonders schleimiger Sud, der den Körper fast auf menschliche Temperatur bringt. Falls aber ein Nuttenfingernagel beim Einpacken der Geschenke abbricht, ergeht ein Orkan an Verwünschungen über die Diddlmaus, und es zeigt sich, wie schwarz die Milieuseele wirklich ist. "
Der Soziologe Richard Sennett lehnt im Interview das Konzept Weihnachten recht grundsätzlich ab: "Für mich ist das alles nur Mythologie. Weihnachten ist einfach ein schöner Tag, um spazieren zu gehen. Ich habe meinem Sohn nie erzählt, dass es den Weihnachtsmann gibt. Er hätte mir das sowieso nie geglaubt."
Außerdem unterhält sich Kai Schlieter über den Horror Familienfest mit Klaus Witt, der dreißig Jahre lang im Gefängnis gesessen hat. Zu Wort kommen auch Grünen-Chefin Claudia Roth ("Ich bin die alte Perlenkette"), der Walfänger-Jäger Paul Watson, die Theologin Ellen Ueberschär und der alternative Investmentbanker Alfred Platow. Isolde Charim geht der Frage nach, ob eher Kinder oder Erwachsene am Weihnachtsmann hängen.
Und Tom.
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Süddeutsche Zeitung, 24.12.2012
In einer Freisinger Ausstellung über Jesusfiguren in Frauenklöstern erfährt Rudolf Neumaier einiges über die mütterliche Beziehung, die Nonnen zu den von ihnen umgehegten "Trösterlein" entwickeln. Jazz-Saxofonist Heinz Sauer gesteht Karl Lippegaus, dass er kaum noch Jazz hört, da diesem "seine Emotionalität, seine Vitalität" abhanden gekommen sei. Fritz Göttler gratuliert dem Avantgarde-Filmemacher Jonas Mekas zum 90. Geburtstag.
Besprochen werden Ang Lees Verfilmung von Yann Martels Roman "Schiffbruch mit Tiger", Lutz Hübners Stück "Richtfest" am Schauspiel Bochum, ein Konzert der Berliner Philhamoniker unter Kirill Petrenko (dessen "traumwandlerische Intensität und Präzision des Hörens und Gestaltens ... an Grenzen des noch Möglichen" reichen, schwärmt Wolfgang Schreiber), Herbert Fritschs Gogol-Inszenierung "Der Revisor" am Münchner Residenztheater und Thomas Hauschilds Buch "Weihnachtsmann. Die wahre Geschichte" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2012
Zu Weihnachten mahnt Nils Minkmar, das Phänomen des Burnout nicht als ein privates, sondern als ein "ein gesellschaftliches, ein ökonomisches, ideologisches, kurz: ein politisches Problem" zu verstehen und zu bekämpfen. Swantje Karich fragt sich in der Leitglosse, ob man Institutionen wie den Frankfurter Kunstverein tatsächlich noch braucht. Hannes Hintermeier hat bei einigen Verlegern zu Suhrkamp nachgefragt - sie rufen wie erwartet zu Vernunft und Rettung des Hauses auf. Andreas Platthaus erzählt die Geschichte des Hauses Suhrkamp als ein kurzes Märchen. Mark Siemons konstatiert Verwirrung in der chinesischen Blogggerszene nach der Entscheidung der Zensurbehörden, den an sich verbotenen Film "V for Vendetta" der Geschwister Wachowski im Staatsfernsehen zu zeigen. Dieter Bartetzko besucht die neue, vom Kölner Büro Kister Scheithauer Gross entworfene Synagoge in Ulm. Tilman Spreckelsen schreibt zum Tod des Germanisten Peter Wapnewski.
Besprochen werden Ang Lees Verfilmung von Yann Martels Roman "Schiffbruch mit Tiger" in 3D (mehr hier) und ein Buch des Papstes.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen
Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe
02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen
Wo es ernst wird, reicht das Netz nicht aus
30.04.2013. Die FAZ schreitet über die Stege des Mucem ins mediterrane Glitzerlicht der Kulturhauptstadt Marseille. Jürgen Habermas hat in Belgien über Europa gesprochen - und die Deutschen zu Opfern aufgefordert. Die NZZ erkundet die Möglichkeiten des Netzes als Medium des Protestes. Brigitte eröffnet die Berichterstattung über den NSU-Prozess. Und in der Welt hält Matthias Küntzel fest: Richard Wagner war ein Klassiker - und zwar des deutschen Antisemitismus. Mehr lesen
Zurück ins Kommunardisch-Mädchenhafte
29.04.2013. Im Standard plädiert Franzobel ganz klar gegen Arbeit. In der NZZ beteuert der syrische Schriftsteller Fawwaz Haddad: Wenn sich die Syrer die Köpfe einschlagen, dann darum weil der Westen daran schuld ist. In der Welt fragt Hans-Joachim Müller, ob Künstlerinnen benachteiligt werden - und will aber erstmal den Mythos von männlicher Künstler-Grandiosität abschaffen. Die FAZ wirft Daniel Cohn-Bendit vor, seine Archive gesperrt zu haben. Für die SZ fühlte sich Gustav Seibt fremd unter 68ern.Und die HuffPo kommt nun doch noch, meldet kress.de. Mehr lesen





