Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Der Sehnsucht eine Realität zu verschaffen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

27.12.2012. Bei TorrentFreak erfahren wir, welche Filme in Hollywoodstudios gern schwarz heruntergeladen werden.Wir verlinken auf die besten Musikvideos des Jahres 2012 (so weit die Gema es gestattet). Der Streit zwischen FAZ und Welt um Suhrkamp geht weiter: Frank Schirrmacher antwortet auf Richard Kämmerlings, der auf Frank Schirrmacher antwortete. Die taz erklärt, warum konservative Kreise in der Türkei gegen eine Fernsehserie über das "Wunderbare Jahrhundert" kämpfen. In der Zeit schreibt Marlene Streeruwitz über Ulrich Seidls Film "Paradies: Liebe"

TAZ, 27.12.2012

Jürgen Gottschlich erklärt, weshalb konservative und religiöse Kreise Sturm gegen die bislang erfolgreichste türkische Soap Opera über das so genannte "Wunderbare Jahrhundert" laufen: Die Geschichte des 16. Jahrhunderts wird darin nämlich nicht aus der Perspektive des erfolgreichen Feldherrn Süleyman des Prächtigen, sondern aus der Sicht des Harems beziehungsweise seiner Hauptfrau Hürrem Sultan erzählt. Jetzt hat sich auch Premier Erdogan eingemischt: "Die Serie, schimpfte Erdogan, sei eine unerträgliche Verunglimpfung der großartigen osmanischen Geschichte. Die Macher sollten wegen Volksverhetzung angeklagt werden, er hoffe, dass sich die Staatsanwaltschaft bald damit beschäftigen würde. ... Erdogan, der sich mittlerweile offenbar schon mehr in der Rolle eines Sultans als der eines auf Zeit gewählten Politikers sieht, will nicht länger hinnehmen, dass sein erfolgreichstes Vorbild Sultan Süleyman 'historisch völlig inkorrekt', wie er meint, als Wachs in den Händen einer Frau gezeigt wird".

Außerdem: Nancy Waldmann unterhält sich mit der Autorin Tanja Abou und Ben Böttger vom Nono Verlag darüber, wie man Gender Studies kindgerecht übersetzt und "nichtnormative" Kinderbücher, in denen Jungs Kleider tragen und Mädchen Lkw fahren. "Mit einem Fünfjährigen kann ich nur schwer Judith Butler lesen." Daniel Schreiber erklärt, weshalb Abstinenz eine gute Sache sein kann.

Besprochen werden der neue Film der Brüder Taviani "Cäsar muss sterben", der inhaftierte Mafia-Mitglieder zeigt, die im Knast eine Shakespeare-Aufführung einstudieren, Frieder Schlaichs Film "Weil ich schöner bin" (mehr hier) über einen Teenie, dessen Familie von der Abschiebung bedroht ist, Malik Bendjellouls Musikdokumentation "Searching for Sugar Man" (mehr hier) über mexikanisch-amerikanischen Musiker Sixto Rodriguez und die grafische Reportage "Kriegszeiten" über die Bundeswehr in Afghanistan von David Schraven und Vincent Burmeister.

Und Tom.

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Welt, 27.12.2012

Ganz begeistert berichtet Michael Pilz vom Erfolg des Albums "Song Reader", das Beck als Notenheft, aber nicht auf CD herausgegeben hat. Auf der von ihm gegründeten Internetseite songreader.net spielen Fans und Musiker seine songs ein und erfüllen seine Musik mit Leben: "Ältere versuchen, Beck an Kauzigkeit zu überbieten, mit Ukulele, Kinderklavier oder Spielkonsole. Man sieht Laien ernsthaft musizieren, neben randständigen Musikern wie Illy Mob. Die Redaktion des Magazins New Yorker hat sich im Büro versammelt und singt 'Old Shanghai' von Beck mit der gelebten Würde eines Shantychors."



Yann Martel, der auch mal ein erfolgloser Autor war, bevor er "Schiffbruch mit Tiger" veröffentlichte, erzählt, was für ein tolles Gefühl es war, von Ang Lee verfilmt zu werden: "Hollywood, wie alle Hochburgen mit Geld und Träumen, ist ein Ort mit sehr soliden Türen und extremem Wetter. Wenn Du draußen stehst, ist es kalt und die Tür ist verriegelt und öffnet sich nie und nimmer für dich, egal wie sehr du dich bemühst. Und es tötet dir Herz und Geist. Aber wenn du drinnen bist, dann streichelt das Wetter deine Haut, und die Türen öffnen und schließen sich ach deinem Wunsch, weil du den Zauberschlüssel hast."

Außerdem bespricht Hanns-Georg Rodek Ang Lees Verfilmung. Michael Pilz erklärt noch mal, warum Suhrkamp Pop ist. Und Kais Luehrs-Kaiser besucht das neue Konzerthaus des Wiener Sängerknaben.

Stichwörter: Beck, Geld, Musik, Pop

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NZZ, 27.12.2012

Alena Wagnerová reist durch Nordmähren und Schlesien, wo man langsam wieder an die Deutschen der Region erinnert. Dabei kommt sie auch durch den Grenzort Opava/Troppau: "Nein, die jungen Troppauer würden ihre Stadt nicht gegen Prag tauschen. Denn in Grenznähe kann man die Welt aus einer anderen Perspektive sehen. Provinziell war Troppau nie, an der Peripherie lag es immer. Die Rückkehr nach Europa hat die mährisch-schlesische Grenzregion vollzogen; sie ist vorbereitet, in ihrem kulturellen Reichtum, der unspektakulären Schönheit ihrer Natur entdeckt zu werden. Ihr Dilemma steht geschrieben auf dem alten Kilometerstein vor dem Troppauer Ostbahnhof: 290 Kilometer von Wien, 290 Kilometer nach Wien. In dem 'von' liegt die Chance der Peripherie, in dem 'nach' ihre Ohnmacht."

Weiteres: Urs Widmer gratuliert dem Schriftsteller Klaus Hoffer zum Siebzigsten. Manfred Koch schreibt zum Tod von Peter Wapnewski.

Besprochen werden Ang Lees Film "Life of Pi", Christopher McQuarries Actionthriller "Jack Reacher" mit Tom Cruise, Weihnachtsmusiken in Zürich, Alejandro Zambras Roman "Die Erfindung der Kindheit" und Andreas Stichmanns Romanerstling "Das große Leuchten" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Stichwörter: Europa, Urs Widmer, Wien

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Aus den Blogs, 27.12.2012

(via) Dass sich die großen Hollywoodstudios gerne in BitTorrent-Tauschbörsen herumtreiben, um dort IP-Nummern für Rechtsverfahren zu fischen, ist nichts Neues. Dass sich die Mitarbeiter bei der Gelegenheit aber auch gerne mal mit den aktuellen Filmen der Konkurrenz und Pornos eindecken, ist zumindest erheiternd. Bei TorrentFreak erfahren wir: "Auch bei Warner Bros. nutzen viele Angestellte BitTorrent. Es scheint, als gebe es hier ein ausgewiesenes Interesse an Erwachsenenunterhaltung. 'The Expendables 2' befindet sich ebenfalls unter den Titeln, die über eine Warner zugeteilte IP-Adresse heruntergeladen wurden. Das ist durchaus riskant, da die Produzenten des Films dafür bekannt sind, BitTorrent-Nutzer zu verklagen."

Die Musikvideo-Community des alteingesessenen Blog-Hosters Antville hat die besten Clips des Jahres gekürt und steht dabei den Oscars an Kategorienfülle in fast nichts nach. Hier die penibel verlinkten Gewinner (von denen allerdings viele - dank Gema-Sperre - nicht abrufbar sind). Vielfach ausgezeichnet wurde "Bad Girls" von M.I.A. (darunter auch als beste Regieleistung), Björk trägt unterdessen die Auszeichnung für die besten Spezialeffekte nach Hause.



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Zeit, 27.12.2012

Marlene Streeruwitz fühlt sich in Ulrich Seidls Film "Paradies: Liebe", der einer übergewichtigen Sextouristin nach Kenia folgt, sofort an Viscontis Verfilmung des "Tods in Venedig" erinnert: "Dieses Begehren, der Sehnsucht eine Realität zu verschaffen. Dieses Begehren, das sich nur aus sich selbst speist und nichts anderes ist als christliche Hoffnung, die auf Sexualität verweltlicht wurde. Das kommt auch hier aus dem 19. Jahrhundert. Die Geschlechterpolitik der vergangenen zwei Jahrhunderte erlaubt den Frauen das Nachziehen in diesen Sünden spätromantischer Säkularisierung erst heute. 100 Jahre nach dem 'Tod in Venedig' und mit gerade sechzig Prozent eines männlichen Mindesteinkommens. Da kann das Begehren dieser Frau nicht mehr so viel elegische Eleganz aufbringen. Es ist der 'Tod in Venedig' in der Massentierhaltung."

Außerdem: Im Aufmacher überlegen 18 Zeit-Redakteure, wie sich die Gesellschaft verbessern ließe, nur Jens Jessen rebelliert: "Je gerechter und vernünftiger sie wird, desto weniger hat der Einzelne das Recht, ihr zu trotzen." Volker Hagedorn hört Arvo Pärts neue CD "Adam's Lament". Popstar Lana del Rey erklärt im Interview ihre Vorliebe für ältere Männer, billige Klamotten und Marilyn Monroe. Nina Pauer war dabei, als die Firma Pantone Smaragdgrün zur Farbe des Jahres 2013 erklärte. Der Zeichner Jens Harder spricht im Interview über den zweiten Band seiner Comicreihe über die Geschichte der Menschheit, der sich mit der Entstehung der Religionen befasst.

Besprochen werden die Ausstellung "Johann Christian Reinhart. Ein deutscher Landschaftsmaler in Rom" in der Hamburger Kunsthalle und Bücher, darunter Orlando Figes' Band mit Liebesbriefen aus dem Gulag "Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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SZ, 27.12.2012

Der Politologe Michael Werz stimmt Hillary Clinton zu, die prophezeit hat, dass die USA in ihr "pazifisches Jahrhundert" eintreten, das mit einer sukzessiven Abkehr von Europa verbunden ist: "Der intensivere Blick zum Pazifik und nach Lateinamerika entspricht der neuen Bevölkerungsdynamik."

Außerdem: Kevin Knitterscheidt erzählt, wie der damals 27-jährige Michael Klett nach einem strapaziösen Aufenthalt in Kanada 1965 Tolkiens "Herr der Ringe" entdeckte und ins Deutsche übersetzen ließ. In der Popkolumne stellt Max Fellmann seine Lieblings-Reissues des Jahres vor und vergießt dabei Tränen der Rührung über das Comeback der Geriatrie-Rocker von Van Halen, die als "alte Elefanten (...) eine ganze Porzellanfabrik in Schutt und Asche" legen. Außerdem erinnern sich die Filmkritiker der SZ an ihre "Magic Moments" des sich neigenden Kinojahres.

Besprochen werden ein neues Biopic über Ludwig II. (der hier vom "Schicksal plakativer Banalisierung" ereilt wird, schimpft Rainer Gansera), "zwei ideal sich ergänzende" Ausstellungen über Dan Flavin im Museum Moderner Kunst in Wien und in der Kunsthalle Bielefeld, eine Ausstellung von Arne Schmitts Fotografien im Sprengel Museum in Hannover und eine Aufführung von Mozarts "Cosi fan tutte" in Köln.

Stichwörter: Europa, USA, Wien

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FAZ, 27.12.2012

Nächste Runde im Streit zwischen Welt und FAZ in der Sache Suhrkamp! Frank Schirrmacher ist jetzt auch sauer auf Richard Kämmerlings' Entgegnung auf seine Ehrenrettung von Ulla Unseld-Berkewicz vor wiederum Kämmerlings' Anwürfen. Zwar hält er es dem Kollegen zugute, die Adresse des Verlags richtig recherchiert zu haben, ansonsten aber hält er von Kämmerlings Darlegungen und Versuchen, Unseld-Berkewicz zur "Lady Macbeth von Nikolassee" zu machen, rein gar nichts. Warum aber das Ganze, nachdem Unseld-Berkewiczs Position eh schon geschwächt ist? Schirrmacher dämmert eine These, derzufolge Barlach gar kein Interesse daran hätte, groß in die Geschäfte des Verlags einzusteigen: "Durch vertragliche Vereinbarung hat die Familienstiftung das Vorkaufsrecht an Barlachs Anteilen. Wie der Zufall so will, beginnen laut Vertrag die Verhandlungen spätestens im Jahre 2013.  ... Wer weiß, ob seine psychologische Kriegsführung nicht darauf zielt, sich so sehr zum Schrecken des Verlags zu machen, dass die Stiftung jeden Preis bezahlt, um endlich Ruhe zu haben. Dann wäre das, was wir gerade erleben, psychologische Kriegsführung mit willigen Helfern."

Weitere Artikel: Martin Bernd Michaelis, Enkel von Robert Bernd Michaelis, der Ursula Krechel als Inspiration für die Figur des Richard Kornitzer in ihrem Roman "Landgericht" diente, macht sich Gedanken über die Bedeutung der Lebensgeschichte seines Großvaters für sich und seine Familie. Jan Brachmann erläutert die Hintergründe des BGH-Urteils (mehr), das der Sing-Akademie in Berlin bescheinigt, dass sich das Maxim Gorki Theater auf dessen Grundstück befindet. Patrick Bahners verabschiedet sich von Jack Klugman. Außerdem küren die FAZ-Filmkritiker ihre Lieblingsfilme und -szenen des Kinojahres 2012.

Besprochen werden der neue Film der Tavianis "Cäsar muss sterben", neue CDs von Throbbing Gristle (die unter dem Namen X-TG ein Album von Nico "verhackstücken") und Mark Eitzel sowie Bücher, darunter Ali Smiths Roman "Es hätte mir genauso" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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