Bücherschau der Woche
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- Adam Michnik
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- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
25 fatal lächelnde Kastenbrillenleichen
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
22.02.2010. Der Goldene Bär für den türkischen Film "Honig" stößt auf laue Zustimmung nach einer allgemein als etwas fad resümierten Berlinale. Gefeiert wird allerdings noch Dominik Grafs Fernsehserie "Im Angesicht des Verbrechens". Nutzer des Iphones werden künftig ohne Sex auskommen müssen, meldet Techcrunch. Aber man kann zur Not sogar ohne Google auskommen, meldet Gizmodo. Wenn die jetzt bekanntgwordenen ACTA-Bestimmungen durchgesetzt werden, kommt demnächst vielleicht auch das Netz ohne Nutzer aus, wenn man BoingBoing glauben darf.
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Aus den Blogs, 22.02.2010
Es sind Vertragstexte aus den ominösen internationalen ACTA- Verhandlungen zum Copyright bekannt geworden, berichtet Cory Doctorow in BoingBoing: "In einer Fußnote begraben ist die Bestimmung, dass Internet Service Provider Kunden abschalten sollen, die beschuldigt - aber noch nicht überführt - wurden, Urheberrechte verletzt zu haben (zusammen mit ihren Familien und jedem, der sonst noch ihren Internetzugang benutzt). Da steht noch viel mehr... und ich bin sicher, dass gewitztere Juristen als ich bald mit ihren Kommentaren kommen werden." Mehr dazu auch in einem zweiten BoingBoing-Artikel und bei Netzpolitik.org.
Iphone-Fans aufgepasst, eure hübsche kleine Welt wird gerade noch ein bisschen cleaner. Steve Jobs killt alle Apps mit ansatzweise sexuellem Inhalt, berichtet Jason Kincaid in Techcrunch: "Vor einigen Tagen benachrichtigte Apple einige Entwickler, dass ihre Apps entfernt werden, es handle sich um Applikationen mit 'offen sexuellem Inhalt'. Das klingt als seien Apps mit Softcore-Pornos verboten worden. Aber wir hören von vielen Entwicklern, dass damit alles gemeint ist, was nur im Entferntesten aufreizend ist, inklusive Badeanzügen und Fitness Outfits."
Es gibt auch ein Leben nach Google. John Herrman erklärt in Gizmodo, wie man Alternativen zu all seinen Google-Diensten findet und sich dann von Google abmeldet: "Soso, Sie haben genug von Google und eine Menge Gründe dafür. Sie brauchen sie gar nicht zu erklären. Ich bin da, um Ihnen zu helfen, unter dem Schatten des großen G hervorzukriechen."
So sehen die Zufallsbekanntschaften aus, die man beim beliebten neuen Dienst Chatroulette.com macht, der es laut Rene bei Nerdcore nun auch zu großer Berichterstattung in der New York Times gebracht hat.
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Die Tageszeitung, 22.02.2010
Eher unfroh beschließt Cristina Nord die Berlinale, auch wenn der Goldene Bär für Semih Kaplanoglus dichten und stimmigen Film "Bal" für sie in Ordnung geht: "'Bal' blickt auf die Welt wie jemand, dem sie voller Rätsel ist. Mit diesen Qualitäten stach Kaplanoglus Film aus einem Wettbewerbsprogramm heraus, in dem das Belanglose das Anregende bei weitem überwog. Das Traurige daran ist, dass dies seit Jahren so geht. Dieter Kosslick und sein Auswahlteam setzen zu oft auf den Thesenfilm statt auf den in Bildern denkenden Film, zu oft auf das Offenkundige statt auf das Subtile, zu oft auf gemütliches Arthouse statt auf herausforderndes Autorenkino." (Hier die Bären im Überblick).
Ausführlichst berichtet Dirk Knipphals in der tazzwei vom großen Geburtstagsfeierevent im Berliner Tresor, wo Helene Hegemann ihren Achzehnten beging: "Ellenlange Schlange. Für Clubs typische, aber im Literaturbetrieb halt ungewohnte Türsteherarroganz. Überforderte Praktikantinnen mit der Gästeliste. Und in der Crowd überall Kolleginnen und Kollegen. Ganze Kulturredaktionen waren geschlossen angereist. Viele Kollegen zeigten sich event- und spaßbereit. Aber man war auch nicht allein mit seiner Restscham, diesen Auftrieb dann doch auch selbst mitzumachen."
Weiteres: Claudia Gass stellt mehrere Theaterstücke des aufstrebenden Autors Nis-Momme Stockmann vor. Julian Weber hat ein Konzert der Band Vampire Weekend im Berliner Astra-Kulturhaus gehört.
Und noch Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2010
Christoph Egger blickt auf eine eher mittelmäßige Berlinale zurück, ärgert sich über "Werner Herzog und seine filmisch kaum profilierte Jury, die er offenbar bestens im Griff hatte", lobt jedoch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen den Berlinale-Chef Dieter Kosslick: "Eine beziehungsreiche Programmation wird dann auch weniger geglückte Filme beiziehen, wenn sie damit Bezüge illustrieren, Zusammenhänge schaffen kann. Genau dies ist Dieter Kosslick mit seinem Jubiläumsjahrgang gelungen, der zwar sehr Disparates und auch Schwaches enthielt, der aber auch auf einige Tendenzen und Themen aufmerksam machte, wie sie ganz offensichtlich das zeitgenössische Filmschaffen beschäftige".
Weiteres: Christine Wolter hat das Gelände der ehemaligen Olivetti-Werke in Ivrea besucht, das heute als Freilichtmuseum besichtigt werden kann. Rbl. meldet das Ende der Eremiten-Presse (mehr dazu hier). Besprochen werden Mozarts "Idomeneo" mit Dirigent Nikolaus Harnoncourt im Opernhaus Zürich und eine Aufführung von Kleists "Käthchen von Heilbronn" in Bern.
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Die Welt, 22.02.2010
Hanns-Georg Rodek ist ganz einverstanden mit dem Goldenen Bären für Semih Kaplanoglus Film "Honig": "Wir meinen es als Kompliment, wenn wir von einem Film sagen, man habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht. Es gibt aber auch ein anderes Kino - und Kaplanoglu ist einer seiner Hauptvertreter - bei dem man das Vergehen der Zeit bemerken soll."
Weitere Artikel: Holger Kreitling feiert die zum Abschluss des Forums voraufgeführte Fernsehserie "Im Angesicht des Verbrechens" von Dominik Graf als das beste, was dem deutschen Fernsehen in den letzten Jahren passiert ist. Holger Kreitling zitiert aus Interviewäußerungen Albert Ostermaiers zum Regietheater, ohne die Quelle zu nennen (es scheint sich um die Agentur ddp gehandelt zu haben). Cosima Lutz berichtet von der Party für Helene Hegemann und ihren Skandalroman "Axolotl Roadkill" im Berliner Tresor. Uwe Wittstock berichtet von einer Tagung des Frankfurter Städels zur Rolle des Museums in der Nazizeit, die es zur Zeit erforschen lässt.
Besprochen werden die neue CD des wieder auferstandenen Gil Scott-Heron, eine Choreografie Terese de Kerrsmaekers nach Mahler in Brüssel, eine neue Inszenierung von Ariane Mnouchkine in Paris und Johannes Kalitzkes Oper "Die Besessenen" nach Gombrowicz in Wien.
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Frankfurter Rundschau, 22.02.2010
An Chopins zweihundertstem Geburtstag zeigt Hans-Jürgen Linke eher wenig Respekt vor dem Werk des Komponisten: "Den Ruf, wenn nicht Makel, ein Salon-Musiker und als Komponist ein Verfertiger üppiger Süßwaren zu sein, ist er nie ganz los geworden. Was er als Komponist hinterlassen hat, ist klar auf sein Instrument, das Klavier, zugeschnitten und fixiert; seit anderthalb Jahrhunderten ist eine Pianisten-Sozialisation ohne Chopins Etüden so gut wie undenkbar."
Tobi Müller war auf der großen Party zu Helene Hegemanns achtzehntem Geburtstag: "Die Herrin der Feuilletons lädt zur Party: Frau Hegemann wird volljährig, Herzliche Gratulation. Hau die Helene war gestern."
Weitere Artikel: Claus-Jürgen Göpfert berichtet vom Frankfurter Kulturforum der SPD, das sich 30 Jahre nach Hilmar Hofmanns "Kultur für alle" an einer Neuverortung sozialdemokratischer Kulturpolitik versuchte. In Times mager lässt sich Judith von Sternburg einen Zahn ziehen.
Besprochen werden Dario Fos Abend im Berliner Ensemble (den Arno Widmann als großes und sehr lustiges Theater erlebt hat), ein Konzert von Lorin Maaszel und den Wienern Philharmonikern mit Buckner und Strawinsky und die Komödie "Versuch's doch mal mit Politik" am Frankfurter Autoren Theater.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2010
Zwar findet Michael Althen den türkischen Bären-Gewinner "Bal" als Wahl einigermaßen "plausibel", insgesamt aber klingt seine Berlinale-Bilanz so zermürbt und enttäuscht, wie zuvor schon die des Perlentaucher-Kritikers Ekkehard Knörer. Der Vergleich mit Cannes und Venedig erübrigt sich ab sofort, meint Althen: "Das deutete sich im Voraus schon an, als die Auswahl interessante Namen weitgehend missen ließ. Aber wer da noch auf Überraschungen hoffte, wurde schnell enttäuscht. Es war eigentlich noch schlimmer als befürchtet. Nicht, weil die Filme alle so schlecht gewesen wären, sondern weil sie mit wenigen Ausnahmen alle von so mittlerer Güte waren, so bieder und ernst ihre Anliegen abfilmten, wie das bei der Berlinale unter Kosslick ja schon seit Jahren bevorzugt wird."
Weitere Artikel: Felicitas von Lovenberg unterhält sich mit dem rumäniendeutschen Schriftsteller Richard Wagner über den Dichter Peter Grosz, der ihn und andere, wie jetzt öffentlich bekannt wurde, für die Securitate bespitzelt hat. Julia Voss berichtet, dass das Frankfurter Städel-Museum seine Geschichte im Nationalsozialismus von einer unabhängigen Forschergruppe untersuchen lässt. In der Glosse schildert Kerstin Holm, wie ein russischer Pianist von der Miliz offenkundig grundlos misshandelt wurde. Mechthild Küpper informiert über aktuelle Diskussionen über die Geschichtsaufarbeitung der Linkspartei in Sammelbänden und auf Tagungen. Die Geburtstagsglückwünsche der Woche gehen an die Schauspielerin Miou-Miou (60), die Sozialhistorikerin Helga Grebing (70), den Kulturmanager Klaus-Dieter Lehmann (70), den Physiker Leon N. Cooper (80) und die Schauspielerin Michele Morgan (90).
Besprochen werden Annette Pullens Inszenierung von Nis-Momme Stockmanns Stück "Kein Schiff wird kommen" in Stuttgart, ein Frankfurter Konzert, bei dem die Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel Strawinsky und Bruckner spielten, und Bücher, darunter ein Band mit Gedichten des im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung lebenden chinesischen Dichters Du Fu (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 22.02.2010
Absolut gelungen findet Christopher Keil Dominik Grafs Fernsehserie "Im Angesichts des Verbrechens", die noch ganz zuletzt auf der Berlinale gezeigt wurde. Der Mehrteiler, der im April auf Arte läuft, "ist die Verdichtung aller guten und sehr guten Kriminalfilme, die Dominik Graf in den vergangenen zwanzig Jahren vorgelegt hat. Graf mag Action, er mag Details, er drückt aufs Tempo, er inszeniert das scheinbar Nebensächliche, um den Kern seiner Figuren frei zu legen."
Nur mühsam beherrschte Gustav Seibt auf der "Axolotl"-Trotzdem-Release-Party im Berliner Tresor seinen "Kotzimpuls": "Die mindestens 25 fatal lächelnden Kastenbrillenleichen der Ullstein-Verlagsgruppe haben mit Hilfe von ebenso vielen geleasten Muskelglatzen vom schwulen Hardcore-Porno-Produzenten 'Spermasprizz' im tiefer gelegten Dance-Floor eine Birthday-Deko aufgebaut, die vor allem aus 30 000 rosafarbenen Lufballons und rosaroten Kuschelecken besteht. Gefickt wird erst mal nicht."
Weitere Artikel: Jens Hillenkamp - so steht es in der Autorenzeile, wir tendieren aber zu der Vermutung, dass Sven Hillenkamp den Aufmacher geschrieben hat, unter anderem, weil ein Sven Hillenkamp auch schon in Brigitte zum Thema interviewt wurde - warnt vor den Folgen unbegrenzter Freiheit. Florian Kessler lauschte einer Berliner Lesung Dario Fos. Egbert Tholl führt ein in "Die Tragödie des Teufels", die siebte Oper des Komponisten Peter Eötvös, die heute in München uraufgeführt wird. Dirk von Gehlen analysiert einige geplante oder von Lobbygruppen gewünschte Anschläge auf die Privatsphäre der Internetnutzer und schlägt vor, dass sich diese in einem Allgemeinen Daten-Autobahn-Club organisieren. In den "Nachrichten aus dem Netz" stellt Johannes Boie die Seite pleaserobme.com vor, die allzu plaudersüchtigen Twitteranern eine kleine Falle stellt. Gottfried Knapp schreibt zum Tod des österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli. Kia Vahland schreibt zum Tod des Kunsthistorikers Fritz Jacobs. Susan Vahbzadeh resümiert eine Berlinale mit "wenig echten Höhepunkten".
Besprochen werden die Ausstellung "Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie" im Deutschen Historischen Museum, neue DVDs, ein Konzert des Pianisten Lang Lang in München, Molieres "Der Geizige" am Berliner Gorki-Theater und Bücher, darunter Benjamin Steins Doppel-Roman "Die Leinwand".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





