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- Der 11.September: Eine Presseschau
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- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Es triumphieren die Vorsichtigen
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.02.2010. Die Welt staunt über einen Friedhofsflirt. In der NZZ wünscht sich Hans Ulrich Gumbrecht mehr riskantes Denken beim geisteswissenschaftlichen Nachwuchs. In der taz spricht der iranische Regisseur Rafi Pitts über seinen Wettbewerbsbeitrag "Zeit des Zorns". In der FR schüttelt der haitianische Filmregisseur Raul Peck den Kopf über zottelige westliche Journalisten. In der SZ erzählt der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase vom Filmemachen in der DDR.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 17.02.2010
Auf der Berlinale-Seite feiert Hanns-Georg Rodeck Matti Geschonnecks Film "Boxhagener Platz" mit der 73-jährigen Gudrun Ritter als Oma Otti für seinen feinen Berliner Humor: "Karl beginnt den Flirt mit Otti, indem er sie auf dem Friedhof bittet, ein paar Tage das Grab seiner Verflossenen mit zu gießen; er müsse auf Westbesuch."
Außerdem: Josef Engels wirft einen etwas trüben Blick auf die Deutschen und Aldi und meint: "Wir sind Aldi." Sascha Lehnartz berichtet über eine kleine Diskussion in Frankreich um die Frage, ob Gerard Depardieu im Film den Schriftsteller Alexandre Dumas spielen durfte, dessen Vater Kreole war. Auch Literaturkritiker können "geschickt inszenierten Verlagskampagnen" aufsitzen, meint Uwe Wittstock zum Fall Hegemann, warum es nicht zugeben? Thomas Lindemann erinnert an Schriftsteller, die von der Kritik mal als Nachfolger Salingers ausgerufen wurden. Manuel Brug kommentiert die ewige Krise um die Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (ROC).
Besprochen werden die Fritz-Bauer-Dokumentation "Tod auf Raten", einige Forumsfilme, eine Rousseau-Ausstellung in der Fondation Beyeler, das Musical "A Little Night Music" im Pariser Theatre du Chatelet, die Aufführung des Finanzkrisendramas "Flying Down to Rio" in Lübeck und einige CDs.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2010
Der Komparatist Hans Ulrich Gumbrecht vermisst in all der Exzellenz-Hektik und Kolloquien-Beflissenheit ein paar gewagte Thesen auf geisteswissenschaftlichen Symposien: "Es triumphieren die Vorsichtigen, welche bedingungslos die Konsens-Meinungen ihres Lehrstuhls oder ihrer Forschergruppe bestätigen. Korpsgeist wird mehr denn je belohnt im Zeitalter der massiven Forschungsförderung. Riskantes Denken von Individuen ist weniger gefragt."
Weitere Artikel: Ronald D. Gerste berichtet von dem in den USA offenbar viel diskutierten Buch "FDR's Deadly Secret", in dem der Neurologe Steven Lomazow und der Journalist Eric Fettmann die These aufstellen, dass Präsident F. D. Roosevelt seit 1940 an einer tödlichen Krebserkrankung litt. Dirk Heisserer weiß von der Entdeckung von acht bisher unbekannten Briefen Thomas Manns im Münchner Stadtarchiv, in denen sich der Schriftsteller als Literaturförderer und -kritiker zeigt.
Besprochen werden der Roman "Der gelbe Diwan" von Walter Grond und die Dissertation "Erforschung der Natur als religiöse Praxis" der Historikerin Anne-Charlott Trepp.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 17.02.2010
Im Interview mit Ines Kappert spricht der iranische Regisseur Rafi Pitts über seinen Wettbewerbsbeitrag "Zeit des Zorns" und die Lage im Iran: "Als wir zu drehen anfingen, wurde die Stimmung im Iran immer angespannter. Diese Atmosphäre hat unseren Film geprägt. Dabei wollte ich Leute zeigen, die im System verloren sind. Auch die beiden Polizisten, die Jagd auf die Hauptfigur machen, sind nicht einfach böse, sondern vor allem ohne Orientierung. Ebenso wie unsere Regierung. Sie ist nicht einfach nur schlecht, sondern vor allem paranoid."
Diedrich Diederichsen ist bei einigen Berlinalefilmen auf Ungereimtheiten gestoßen (etwa, dass von Orly aus keine Maschinen nach San Francisco fliegen), was frühe Kindheitswunden wieder aufriss. Berichte gibt es auch zu Peter Kerns Film "Blutsfreundschaft", Semi Kaplanoglus Wettbewerbsfilm "Bal" und Reha Erdems Panorama-Film "Kosmos".
Außerdem besprochen werden im Feuilleton die Rousseau-Ausstellung in der Fondation Beyeler bei Basel und der Tourneeauftakt des britischen Musikers Jamie T.
Und Tom.
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Frankfurter Rundschau, 17.02.2010
Der aus Haiti stammende Regisseur Raoul Peck ist auf die zerstörte Insel gereist - und entsetzt von dem Bild, das andere Beobachter abgeben: "Ich statte dem Hotel 'Villa creole' einen Besuch ab. Die Menschen hier haben überlebt, aber das Hotel ist zur Hälfte zerstört. Die obdachlosen Journalisten des eingestürzten Hotels Montana irren fassungslos in der Gegend herum. (Sie kennen die Sorte Hotel, unter deren Dächern Journalisten ihre Artikel gerne bei einem Whisky on the rocks verfassen.) In der Villa creole dient der Beckenrand des Swimmingpools jetzt als Schlafstätte. Ich fühle mich wie in einem Camp zotteliger Legionäre. Selbst die dünnsten Menschen wirken muskulös, so sehr strahlen sie Wichtigkeit und Überlegenheit aus. Zu viele Hähne in diesem Hühnerhof."
Zur Berlinale: "Was für ein Juwel von einem Film", jubelt Daniel Kothenschulte über Benjamin Heisenbergs "Der Räuber". Im Gespräch mit Jörg Schindler erklärt der iranische Regisseur Rafi Pitts, dessen Film "Zeit des Zorns" im Wettbewerb läuft, warum das Filmemachen im Iran für ihn in Ordnung geht: "Im Iran habe ich zwar ideologische Zensur, dafür erlebe ich im Westen oft finanzielle Zensur."
Weiteres: In Times mager berichtet Sylvia Staude von einer amerikanischen Erhebung, die ergab, dass der Hälfte der befragten Männer die handelsüblichen Kondome zu groß seien. Felix Helbig würdigt den Wissenschaftsautor Fritz Kahn, der unter anderem den "Menschen als Industriepalast" zeigte und dem die Berliner Charite eine Ausstellung widmet. Hans-Klaus Jungheinrich berichtet vom Stuttgarter Eclat-Festival. Besprochen wird Nino Haratischwilis in Göttingen aufgeführtes Stück "Zorn".
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Süddeutsche Zeitung, 17.02.2010
Der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, der dieses Jahr mit einem Ehrenbären ausgezeichnet wird, beschreibt im Interview unter anderem das Filmemachen in der DDR: "Und dann hatte man es in der DDR natürlich auch mit politischen Erwartungen zu tun. Das darf man sich nicht so platt vorstellen, wie es sich manchmal liest. Wir wollten ja den öffentlichen Angelegenheiten auf der Spur bleiben, wir wollten große und offene Fragen in die Gesellschaft bringen. Und auch die Politik war auf ihre Weise an der Realität interessiert. Aber wenn sich die Wunschbilder der Politik nicht deckten mit den Kinobildern, dann gab"s Konflikte. Das war manchmal beschwerlich, aber man arbeitete nicht ins Beliebige hinein. Man war in einem Raum, wo Wirkung entstand."
Weitere Artikel: Alex Rühle berichtet über Proteste gegen die verfilzte Kommunalpolitik in Köln. Klassische Musik ist gut, aber nicht alles im Eiskunstlauf, meint Helmut Mauro und verweist auf die Tücken "klebriger Geigensülze", die bereits zahlreiche Eislaufpaare ins Unglück gestürzt hätten. Johannes Willms berichtet über Proteste gegen den Umbau im alten Bibliotheksgeviert in Paris. Georg Diez besucht Salomon Korn.
Besprochen werden Clint Eastwoods Film "Invictus" ("Make my day, Mandela!", ruft ein begeisterter Fritz Göttler), Filme von Rafi Pitts und Semih Kaplanoglu auf der Berlinale, einige CDs, die Ausstellung "Das große Spiel" im Essener Ruhr Museum, die Uraufführung von Ulrike Syhas "Fracht" in der Inszenierung von Dieter Boyer am Theater Chemnitz ("Mut und Kontinuität" beweist Chemnitz hier, lobt Klaus Dermutz), die Ausstellung "Vermeer, Die Malkunst" im Kunsthistorischen Museum Wien und Bücher, darunter Christian Linders Böll-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2010
Der Kunsthistoriker Roberto Zapperi reagiert auf Frank Zöllners Widerspruch gegen seine Thesen zu den Hintergründen von Leonardos "Mona Lisa" - und zwar mit einer quellenkundlichen Ermahnung: "Wie in anderen historischen Disziplinen müssen auch in der Kunstgeschichte, im Fall, dass es sie gibt, die überlieferten schriftlichen Dokumente sorgfältig geprüft werden, bevor die rein künstlerische Dimension eines Werks untersucht werden kann."
Weitere Artikel: Dieter Bartetzko geißelt den in Deutschland grassierenden "Städtebau als Nachvollzug mehr oder weniger heimlicher privatwirtschaftlicher Interessen" und berichtet von einer wundersamen Frankfurter Ausnahme von dieser Regel. Hannes Hintermeier glossiert bayerische Versuche, mit dem Denglischen behördlicherseits Schluss zu machen. Susanne Klingenstein stellt Rick Riordans auf Potterspuren befindliche Kinderbuchserie um den Poseidon-Sohn Percy Jackson vor. Arnold Bartetky begutachtet zwei Neubauten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig.
Auf der Berlinaleseite preist Andreas Platthaus den Regisseur Koji Wakamatsu, dessen "Caterpillar" (Wettbewerb) ihm nach allen Regeln japanischer Kinokunst inszeniert scheint. Andreas Kilb kann sowohl Rafi Pitts' "The Hunter" als auch Semih Kapanoglus "Bal", beide im Wettbewerb, einiges abgewinnen. Klug findet Bert Rebhandl Philipp Scheffners "Tag des Spatzen". In der Glosse freut sich Andreas Platthaus über eine getanzte Alternativversion des Berlinaletrailers, die manchmal vor Filmen des Forums läuft. Auf der DVD-Seite werden Ausgaben von Rainer Werner Fassbinders "Welt am Draht" (in der restaurierten Fassung gerade auch bei der Berlinale uraufgeführt) und von Max Ophüls' einst schlimmem Flop "Lola Montes" empfohlen - letztere vom Regisseur Dominik Graf.
Besprochen werden die Ausstellung "Maharaja, Pracht der indischen Fürstenhöfe" in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, Clint Eastwoods Südafrika-Rugby-Film "Invictus", die neuen Choreografien "Double Lives" (in Oldenburg) und "Room Exit" (in Hamburg), und Bücher, darunter ein monstergroßer Architekturband über Zaha Hadid (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





