Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Wo genau ist eigentlich die Panik?
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.01.2010. FR und taz kritisieren die immer neuen Sicherheitsmaßnahmen auf den Flughäfen. "Sicherheitsbehörden genießen inzwischen eine falsche, nahezu absolute Autorität", schreibt Peter Schneider in der FR. Die Vergütungsregeln für freie Journalisten sorgen in den Blogs weiterhin für Aufruhr - ein Aufruf fordert jetzt die Gewerkschaften zu einer breiteren Diskussion auf. Liberation bringt Videos und Le Monde bringt Bilder zum Tod von Eric Rohmer. In der SZ beklagt der Historiker Aram Mattioli die neue Salonfähigkeit des Faschismus unter Berlusconi.
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Frankfurter Rundschau, 12.01.2010
Der Autor Peter Schneider fordert beim Thema Flugsicherheit mehr Transparenz, mehr Aufklärung und weniger widersprüchliche Informationen (etwa über die in Europa und den USA unterschiedlich gehandhabten Schuhkontrollen): "Eine rückhaltlose Auskunft würde mit der jahrelangen Praxis der Sicherheitsbehörden brechen, Fluggäste mit dem Verweis auf eine ständig drohende überwältigende Gefahr als Unmündige zu behandeln, die in Belangen ihrer eigenen Sicherheit nichts zu fragen und gefälligst zu gehorchen haben. Sicherheitsbehörden genießen inzwischen eine falsche, nahezu absolute Autorität - entsprechend unverschämt ist denn auch der Ton vieler Beamter. Eigentlich sollten fliegende Bürger, zu deren Wohl die Sicherheitsmaßnahmen dienen, ein Wörtchen dabei mitzureden haben, wie viele ihrer Rechte sie zugunsten ihrer Sicherheit aufzugeben gewillt sind."
Sehr begeistert ist Hans-Klaus Jungheinrich, dass in Frankfurt mit "The Tempest" endlich einmal eine Oper des britischen Komponisten Thomas Ades aufgeführt wurde: "Unbefangen betrachtet, ist Ades' Oper ein prachtvolles Meisterwerk und eine höchst ambitionierte Shakespeare-Neuinterpretation... Ruhe, Beschaulichkeit, Opulenz haben neben gekonntem Furor und effektvoller Chaosmusik ihren Platz."
Besprochen werden Stephan Seidels Stück "Das Gähnen der Leere" in Wiesbaden, Simon Stephens Stück "Steilwand" in Frankfurt, ein Konzert des Pianisten Amir Tebenikhin und eine neue Ausgabe von Virginia Woolfs "Nacht und Tag".
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Aus den Blogs, 12.01.2010
Matthias Spielkamp erklärt in seinem Immateriblog, warum er er die gerade ausgehandelten "Vergütungsregeln" für freie Journalisten (Zementierung der Misere) für absurd hält und er einen Aufruf an die Journalistengewerkschaften zur breiten Diskussion der Regeln unterschreibt, "Wären die vereinbarten Honorare Mindesthonorare, wäre das alles noch etwas anders zu beurteilen. Das sind sie aber nicht. Und so tun sie nichts anderes, als festzuschreiben, dass es angemessen ist, dass Journalisten, die als Freiberufler für Tageszeitungen arbeiten, nicht angemessen bezahlt werden müssen. Diese Vereinbarung ist eine Farce und ein Schlag ins Gesicht der Freiberufler."
Traurige Geschichten aus der Welt des Copyrights erzählt Cory Doctorow in seinem Blog BoingBoing: "The British lawyer who married the widow of Tintin creator Herge has successfully sued Bob Garcia ("a detective novelist, jazz musician and Tintin aficionado") for £ 35,000 for printing five short essays in appreciation of Tintin, two of which were illustrated with brief clips from the comic. The essays were distributed for free, and the two pamphlets with Tintin illustrations were printed about 500 times each."
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Die Welt, 12.01.2010
Hendrik Werner berichtet über die Versuche, mit europäischer Phantasie und Bürokratie Google Konkurrenz zu machen. Hanns-Georg Rodek gratuliert der Schauspielerin Luise Rainer, die heute hundert geworden ist. In der Leitglosse berichtet Michael Borgstede über einen Skandal in Ägypten: Dort hat eine junge Journalistin das Recht muslimischer Frauen auf vier Ehemänner eingefordert. Dieter Wedel, dessen Film "Gier" im Januar im Fernsehen läuft, erzählt im Interview, dass auch er auf einen Vermögensberater reingefallen ist: Den Schweizer Markus Künzle und seinen deutschen Partner Reinhold Ender, "die Firma heißt MBA und die Bank Clariden Leu". Das MoMA darf drei Grosz-Bilder behalten, die von den Erben zurückgefordert worden waren, meldet bai. Stefan Keim stellt das Programm der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 vor. Besprochen wird die Aufführung von Thomas Ades Oper "Der Sturm" in Frankfurt.
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Die Tageszeitung, 12.01.2010
Während Politiker den neuesten Attentatsversuch von Detroit dazu nutzen, die Sicherheitsmaßnahmen weiter zu schrauben, reagiert die angeblich so bedrohte Bevölkerung gelassen, konstatiert Robert Misik: "Wo genau ist eigentlich die Panik? Wer steigt denn bibbernd ins Flugzeug? Wer fühlt sich wirklich unsicher, wenn er einen Bahnhof betritt? Wer bettelt denn darum, den Sicherheitsbehörden alle Bürgerrechte auszuliefern, vermeintlicher Sicherheit wegen?"
Weitere Artikel: Markus Wanzeck resümiert einen Streit um die Umbenennung des Karl-Marx-Platzes in Jena. Besprochen werden das neue Tocotronic-Album und die neue Platte der Fehlfarben und Bücher, darunter ein nur auf englisch erschienener Essayband über Michael Jackson.
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2010
Beatrix Langner ist aufgefallen, dass der Sport manchmal genauso gute Zeilen produziert wie die Lyrik. Und: "Zarte Empathie und kluge Defensivtaktik sind Tugenden, die den Poeten genauso gut kleiden wie den Fußballtrainer." Brigitte Kramer berichtet, mit welchem kulturellen Programm Spaniens Regierung in die EU-Präsidentschaft geht.
Besprochen werden eine Ausstellung von Judith Albert und Valerie Favre im Kunstmuseum Luzern, Henry Purcells Barockoper "Dido and Aeneas" in Neville Tranters Puppentheater in Bern, Leonid Dobycins lange verkannter Roman "Die Stadt N." und ZZ Packers Erzählband "Kaffee trinken anderswo", hier eine Leseprobe (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Weitere Medien, 12.01.2010
Bevor er zum Kino ging, nannte sich Eric Rohmer Jean-Marie Maurice Scherer. Er war Französischlehrer und unterhielt einen Kinoclub im Quartier Latin", schreibt die Pariser Zeitung Liberation, die im Netz ein paar Rohmer Videos präsentiert.
Und Le Monde bringt eine sehr schöne Bilderstrecke:
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2010
Für recht ärgerlich hält Jürg Altwegg das Trara, das die Zeit und ihr Autor Christian Welzbacher um eine nicht korrekte Aussage Claude Lanzmanns in seiner Autobiografie veranstalten: "Halten wir also nochmals fest: Edwin Redslob wurde nicht wegen Lanzmanns Artikel in der Berliner Zeitung entlassen, voila! Ehrlich gesagt, schmälert der Fehler in keiner Weise unsere Begeisterung für dieses Buch. 'Mit sprachlicher Wucht' (Welzbacher) erzählt Lanzmann sein Leben und präsentiert seine besten Anekdoten. Er ist eitel, manchmal unausstehlich, schwierig, cholerisch, schwerhörig, von sich eingenommen. Aber Memoiren sind keine quellenselbstkritische Gattung, und dass Lanzmann flunkert, überhöht, stilisiert, dramatisiert, gehört zum Charme seiner Erzählungen. Und ist jedem Leser bewusst."
Weitere Artikel: Der Politologe Emmanuel Todd erklärt, warum er immer schon recht hatte mit seiner Behauptung, dass der Freihandel an sein Ende geraten muss. Die jüngsten Umbaumaßnahmen bei der Pariser Bibliotheque Nationale erläutert Sabine Frommel. In der Glosse geht es um die rasante Zivilisierung, die der Neanderthaler von wissenschaftlicher Seite in den letzten Jahren erfahren hat. Gina Thomas hat das weitgehend aus Tagebucheinträgen bestehende "berührende" Buch gelesen, das Antonia Fraser ihrem verstorbenen Mann, dem Literaturnobelpreisträger Harold Pinter gewidmet hat. Hannelore Schlaffer denkt nach über den "Trupp" als sich ausbreitende Form des menschlichen Gruppenauftritts. Gerhard Rohde schreibt zum Tod des Dirigenten Otmar Suitner. Auf der Medienseite macht Jochen Staadt darauf aufmerksam, dass Johannes Mario Simmel, anders als von der taz behauptet, keineswegs auf die der taz von Stephan Heym untergejubelten Aids-Verschwörungstheorie reingefallen war. (In der letzten Wochenendausgabe hatten Jan Feddersen und Wolfgang Gast den Fall aufgerollt.)
Besprochen werden die von Keith Warner inszenierte deutsche Erstaufführung von Thomas Ades' Shakespeare-Oper "Der Sturm" in Frankfurt, und Bücher, darunter Kurt Kreilers Beweisführungsversuch "Der Mann, der Shakespeare erfand" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 12.01.2010
Gunnar Herrmann interpretiert die Ergebnisse eine Umfrage unter Künstlern in Dänemark, von denen viele bekannten, Rücksicht auf religiöse Gefühle zu nehmen. Das darf man aber nicht falsch interpretieren, meint Herrmann: "So ein Verhalten wird heute zwar als Selbstzensur bezeichnet, früher aber nannte man es Taktgefühl."
Unter Berlusconi ist der italienische Faschismus wieder salonfähig geworden, schreibt der der Historiker Aram Mattioli, der demnächst bei Schöningh ein Buch zum Thema vorlegt: "Im Unterschied zu anderen westeuropäischen Ländern werden revisionistische Thesen in Italien nicht allein von Ewiggestrigen und den typischen Rechtsextremisten vorgetragen, sondern oft auch von bürgerlichen Honoratioren. Spitzenpolitiker, die der Mussolini-Diktatur positive Seiten abgewinnen; Straßen, die nach 'Helden' des Regimes benannt werden oder 'gute Faschisten', die als Filmhelden in die Wohnstuben der Fernsehnation flimmern, gehören seit 1994 ebenso zum Alltag der Zweiten Republik wie Gesetzesinitiativen, die Mussolinis letztes Aufgebot und die Kollaborateure von Sala den Kämpfern der Resistenza gleichstellen wollen."
Weitere Artikel: Fritz Göttler schreibt den Nachruf auf Eric Rohmer. Thomas Steinfeld macht sich kulturkritische Gedanken zum reichlich gehypeten Tief "Daisy". Marten Rolff gratuliert der Schauspielerin Luise Rainer zum Hundertsten.
Besprochen werden zwei Surrealismus-Ausstellungen in Ludwigshafen, Paul Weitz' Film "Mitternachtszirkus" (mehr hier) und Bücher, darunter die kritische Ausgabe von Thomas Manns "Betrachtungen eines Unpolitischen" ("Wir sehen einen brillanten Feuilletonisten bei der Arbeit, der alles aufsaugt, was ihm zufliegt, egal woher", schreibt Gustav Seibt).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Muss ich etwas zu sagen haben?
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen



