Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Komm zur Ruh

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

11.01.2010. Die amerikanischen Blogs diskutieren über eine Äußerung des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg, der meint, dass Internetnutzer immer weniger Privatsphäre wollen. Das Blog Bewegliche Lettern ist auf eine Diskrepanz gestoßen: Der Bund will 5 Millionen Euro für die Digitalisierung von Kulturgütern ausgeben. In Frankreich liegt die Summe bei 750 Millionen Euro.  Die New York Post meldet, dass das Metropolitan Museum in New York ab sofort keine Mohammed-Bilder mehr zeigt.  Die Welt veröffentlicht ein Manifest der grünen Bewegung im Iran, und Abdolkarim Soroush erklärt, warum der Aufstand eine Theorie braucht. Die FAZ erklärt ihre Bereitschaft zum Selbstopfer für das Recht aufs islamische Kopftuch.

Aus den Blogs, 11.01.2010

Ehemals private Daten wie Freundeslisten sind nach Änderungen der Standardeinstellungen bei Facebook öffentlich. Facebookgründer Mark Zuckerberg hat diese Änderungen im Interview mit dem Blog Techcrunch verteidigt. Marshall Kirkpatrick kommentiert im ReadWriteweb: "I don't buy Zuckerberg's argument that Facebook is now only reflecting the changes that society is undergoing. I think Facebook itself is a major agent of social change and by acting otherwise Zuckerberg is being arrogant and condescending. Perhaps the new privacy controls will prove sufficient. Perhaps Facebook's pushing our culture away from privacy will end up being a good thing. The way the company is going about it makes me very uncomfortable, though..."


Wenig freundlich äußert sich auch Foster Kamer in Gawker zu Zuckerbergs Äußerungen: "Is it someone's choice to be on Facebook? Absolutely. But were users who were insured privacy after investing all that information into it violated when that information of theirs-used to build a company on-went from being unmolested to fully exposed? Yeah, they pretty much were."

Ilja Braun schreibt in Carta zur "Vergütungsregel", die die Journalistengewerkschaften mit Zeitungsverlegern als Honorarordnung für freie Journalisten ausgehandelt haben. Wie verbindlich ist sie eigentlich? "Der Alleinvertretungsanspruch von djv und dju ist .. ausgesprochen problematisch. Insofern eine 'gemeinsame Vergütungsregel' nach §36 Urheberrechtsgesetz per definitionem für alle freien Journalisten an Tageszeitungen gilt, ob sie nun Gewerkschaftsmitglieder sind oder nicht, wäre es durchaus naheliegend, wenn die Gewerkschaften eine Abstimmung unter allen Betroffenen über eine solche Vereinbarung ermöglichen würden."

Eine gewisse Diskrepanz stellt Thomas Rohde in den Beweglichen Lettern bei der Verteidigung nationalen Kulturguts in Deutschland und Frankreich fest: "Mit rhetorischem Pomp hat die Bundesregierung Anfang Dezember die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) angekündigt. Aus dem Konjunkturprogramm II lässt die Regierung dafür ab 2011 eine Anschubfinanzierung von 5 Mio Euro springen, danach sollen Bund und Länder jährlich 2,6 Mio aufbringen. Jetzt legt Frankreich Zahlen für seine Digitalisierungsoffensive vor: Wie "The Bookseller? berichtet, sollen 750 Mio Euro für die Digitalisierung von Kulturgut zur Verfügung gestellt werden, davon allein 150 Euro Mio für die Bibliotheque nationale de France (BnF)."

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Die Welt, 11.01.2010

Auf der Meinungsseite ist ein "grünes Manifest" abgedruckt, dass den "Anführern" der iranischen Opposition eine Art Leitfaden für die Zeit nach der Revolution an die Hand geben soll. Verfasst haben es fünf Exiliraner, darunter der Philosoph Abdolkarim Soroush. Letzterer erklärt im Interview seine Beweggründe für das Manifest: "Es wird die Ziele und Absichten verdeutlichen, besser definieren und artikulieren. In diesem Stadium brauchen wir das. Ich sage seit Jahren, dass die Revolution theorielos war. Es war eine Revolution gegen den Schah - keine positive, sondern eine negative Theorie. Ich habe darauf bestanden, dass, so es zu einer neuen Bewegung kommt, diese eine Theorie haben muss. Die Menschen sollten wissen, was sie wollen, nicht nur, was sie nicht wollen. Deshalb versuchen wir - in bescheidenem Umfang -, eine Theorie für diese Bewegung auf den Weg zu bringen."


Im Feuilleton freut sich Eckhard Fuhr über die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Kulturhauptstadtjahrs 2010 im Ruhrgebiet, staunt über die phantastischen Kopfbedeckungen anwesender Politiker und wird auf die Erde zurückgeholt von Herbert Grönemeyer: "Und plötzlich war alles an seinem Platz wie eh und je. Es ist ja kein Zufall dass 'Komm zur Ruhr' klingt wie 'Komm zur Ruh'." Frank Maier-Solgk stellt zwei spektakuläre Museumsneubauten in Bochum (Deutsches Bergbau-Museum) und Essen (Ruhrmuseum) vor. Ground Zero bleibt bis auf weiteres Baugrube, berichtet Hannes Stein aus New York. Das Sammlerehepaar Ulla und Heiner Pietzsch will Teile seiner Surrealisten-Kollektion der Neuen Nationalgalerie schenken, meldet Gabriela Walde. Michael Brand, Direktor des Getty Museums in Los Angeles, hat ohne Angabe von Gründen gekündigt, berichtet Uta Baier. Der Text auf einer im Elah-Tal bei Jerusalem gefundenen 3.000 Jahre alten Tonscherbe wurde entziffert, erzählt Norbert Jessen: Er ist erstens auf Hebräisch geschrieben und handelt zweitens laut Übersetzer Gershon Galil von den sozial Schwachen und deren Anspruch auf königliche Hilfe.

Besprochen werden Jan Klatas Inszenierung von Mark Ravenhills Kurzdramenzyklus "Shoot / Get Treasure / Repeat" am Düsseldorfer Schauspielhaus (Klata "hat es zuwege gebracht, dem Text jegliche Brisanz zu nehmen", ärgert sich Ulrich Weinzierl), eine Ausstellung über den Alpinsportfilmer, Filmregisseur und Entdecker Leni Riefenstahls Arnold Fanck im Alpinen Museum in München und einige CDs.

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Weitere Medien, 11.01.2010

(Via Achgut) "Is the Met afraid of Mohammed?", fragt die New York Post (ja, die Post) und teilt mit: "The Metropolitan Museum of Art quietly pulled images of the Prophet Mohammed from its Islamic collection and may not include them in a renovated exhibition area slated to open in 2011, The Post has learned. The museum said the controversial images -- objected to by conservative Muslims who say their religion forbids images of their holy founder -- were 'under review'."

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Die Tageszeitung, 11.01.2010

Wilfried Wenke und Robert Schröpfer würdigen die Kunstsammlerin und  -historikerin Rosa Schapire, der die Kunstsammlungen Chemnitz viele Brücke-Bilder verdanken. Andreas Wyputta fragt, was der Titel der Kulturhauptstadt letztlich für das Ruhrgebiet bedeuten wird. Jörg Sundermeier verfolgte eine Diskussion zwischen Cetin Güzelhan, Sevgi Özdamar und Cem Özdemir zum Thema "Urbane Ungleichzeitigkeiten" in der Berliner Akademie der Künste. Und Nadja Geer hörte einer Tagung zum gegenwärtigen Stadt der Poptheorie zu.


Besprochen wird eine Ausstellung mit Fotografien Boris Beckers (eine zufällige Namensgleichheit) in Köln.

Schließlich Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2010

Der in Frankfurt lebende russische Autor Oleg Jurjew erzählt die fiktive, aber möglicherweise wahre Geschichte des Mischa Generalow, eines regimetreuen Schriftstellers, der immer oben schwamm, sich liberal und kritisch gab, aber dabei stets darauf achtete, "das Leben zu bejahen": "Mischa Generalow ist mir als Mensch immer noch sympathisch. Aber ich bin sicher, dass er und seine ganze Schicht, die alte sowjetische hochgestellte Intelligenzschicht, mit ihrem angeborenen 'Vollwertigkeitskomplex' der Hemmschuh für die Entwicklung einer neuen, von politischen und anderen Zwängen freien russischen Kultur sind. Und ohne eine solche Kultur kann man ein neues, besseres Russland nicht bauen."


Bernard Imhasly erklärt die komplizierte Rivalität zwischen Indien und China, bei der Indien meist den Kürzeren zieht: "Delhi hat im Grund nur eine Waffe, um die zahlreichen Sticheleien von jenseits des Himalaja mit der gleichen Münze heimzuzahlen - die Unterstützung, die es dem Dalai Lama gewährt."

Besprochen werden Kleists Lustspiel "Der zerbrochne Krug" am Luzerner Theater und Konzerte des ungarischen Komponist Marton Illes in Basel.

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Süddeutsche Zeitung, 11.01.2010

Johan Schloemann berichtet von der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahrs in Essen. Dirk Graalmann fragt in einem beistehenden Artikel, "welche nachhaltig politischen Wirkungen der Titel der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 für das Revier entfalten kann", und erinnert daran, dass das Ruhrgebiet trotz entsprechender Ideen verwaltungstechnisch bis heute keine Einheit ist. Jens-Christian Rabe lässt die HipHop-Neuerscheinungen des Vorjahrs Revue passieren und möchte nicht in die Abgesänge des New Yorker (hier) und des Guardian (hier) auf das Genre einstimmen. Laura Weißmüller fürchtet um das historische Hotel Silber (so heißt umgangssprachlich die ehemalige Gestapo-Zentrale der Stadt) in Stuttgart, das abgerissen werden soll. Gottfried Knapp schreibt zum Tod des Münchner Architekten Walter Betz. Jean-Michel Berg stellt ein Slow-Media-Manifest vor, das erschrocken auf Frank Schirrmachers Klage reagiert, er verliere durch das Netz die Kontrolle, und verweist in aller Eile auf weitere Initiativen (zum Beispiel hier) zur Verlangsamung und Nachhaltigkeit im Internet.


Besprochen werden Karin Beiers Theaterversion von Ettore Scolas Film "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" in Köln (Vasco Boenisch teilt in seiner Kritik zugleich den neuesten Stand der Diskussionen um den Kölner Theaterneubau mit), neue DVDs, eine große Ausstellung mit Fotografien von Lillian Bassman und Paul Himmel in Hamburg und Bücher, darunter eine Edition mit den Gefängnisbriefen Helmuth James von Moltkes (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 11.01.2010

Arno Widmann lässt sich vom Philosophen Axel Honneth erklären, warum Jugendliche in Schlabberhosen verdammt nochmal den Respekt verdienen, den sie ja auch immer schon herbeirappen: "Ohne Liebe und auch ohne Wertschätzung fehlt den Gesellschaftsmitgliedern eine wesentliche Dimension des Einbezogenseins. Bei der Wertschätzung geht es ja darum, einem Anderen über die Anerkennung als ein anderes autonomes Subjekt hinaus einen Mehrwert zu geben, aufgrund bestimmter Eigenschaften oder Leistungen, die er anderen voraushat."


Weiteres: Renate Klett stellt das politische Theater Hans-Werner Krösingers vor, dessen Stück "Capital Politics" derzeit im Berliner HAU zu sehen ist. Stefan Keim fasst mit reichlich Hauruck-Humor die Eröffnung des Essener Kulturhauptstadtjahrs zusammen. In Times mager sinniert Christian Schlüter über die Kanzlerin, die Macht und das Glück. Auf der Medienseite berichtet Andreas Förster von der späten Erkenntnis der taz, mit kruden Aids-Theorien KGB und Stasi aufgesessen zu sein.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2010

Joseph Croitoru schildert angesichts der jüngsten Anschläge, dass Al-Qaida offenbar Fortschritte in moderner Explosionschemie gemacht hat und diese nun auch zur Propaganda nützt: "Die nachträgliche Videoinszenierung des Anschlags auf Prinz Naif enthält ein Novum. Sie zeigt den Attentäter al-Assiri zusammen mit einigen Anführern hinter einem Tisch, auf dem wie in einem Chemielabor zahlreiche Glasgefäße stehen: Der Terrorist in der Pose des Alchemisten."


Weitere Artikel: Andreas Rossmann war dabei, als in Essen unter dann doch nicht ganz so widrige Wetterbedingungen das Kulturhauptstadtjahr "Ruhr 2010" eröffnet wurde. In der Glosse freut sich Paul Ingendaay über einen Etappensieg für das alte Städtchen El Cabanyal, das  von der Planierung bedroht ist, weil es Valencias direktem Zugang zum Meer im Weg steht. Aus dem Amtsgericht in Berlin-Moabit berichtet Klaus Ungerer von einem Prozess, bei dem es um die "Misshandlung von Schutzbefohlenen" geht. Jürg Altwegg liest beim Blick in Schweizer Zeitschriften über den Niedergang der Kulturberichterstattung im Land und das Ansehen von Schweizer Schriftstellern in Deutschland. Tilmann Spreckelsen konstatiert flächendeckende Verkaufserfolge für Kinder- und Jugendbücher. Felicitas von Lovenberg liest neue Vampir-Romane.

Besprochen werden die Ausstellung "Ritorno al Barocco" in gleich sechs Museen in Neapel, Mark Neveldines und Brian Taylors Actionfilm "Gamer" (mehr) und Bücher, darunter Andre Dubus III 9/11-Roman "Der Garten der letzten Tage" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

In der Sonntags-FAZ macht Claudius Seidl in einem Artikel gegen Henryk Broder einen originellen Vorschlag. Obwohl es ihm modisch nicht zusagt, erklärt er sich zum Selbstopfer für das Recht aufs islamische Kopftuch bereit: "Ich mag Ihr Kopftuch nicht. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sich kleiden dürfen, wie Sie wollen."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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