Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 13.03.2010, 14.25 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Zeichen der Henzeschen Spätmeisterschaft

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

13.01.2010. Google droht, sich aus China zurückzuziehen, weil die Gmail-Konten von Regimekritikern gehackt wurden, melden die New York Times und das offizielle Blog des Konzerns. Anne Applebaum fragt in Slate: Wie wird man mit gebildeten Islamisten fertig? Wie anrüchig ist Islamkritik?, fragt Henryk Broder in einer Replik auf Wolfgang Benz in der Welt. In der FR spricht Alexander Kluge mit dem Virologen Alexander Kekule über die Unruhe im Genom.

Weitere Medien, 13.01.2010

Wie wird man mit gebildeten Islamisten fertig?, fragt Anne Applebaum in ihrer Kolumne für Slate und zieht Parallelen zu ihrem Forschungsgebiet, der Geschichte des Kommunismus: "Perhaps it sounds strange, but they remind me of the early Bolsheviks, who were also educated, multinational, and ambitious and who also often lacked the social cachet to be successful. Lenin's family, for example, clung desperately to its status on the lowest rung of the czarist aristocracy."


Nach Hackerattacken auf Gmail-Konten chinesischer Regimekritiker erwägt Google sämtliche Aktivitäten in China aufzugeben, meldet die New York Times: "The company said it would try to negotiate a new arrangement to provide uncensored results on its search site, google.cn. But that is a highly unlikely prospect in a country that has the most sweeping Web filtering system in the world. Google said it would otherwise cease to run google.cn and would consider shutting its offices in China." (Nachtrag: Auch der Tagesspiegel berichtet darüber.)

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Aus den Blogs, 13.01.2010

So liest sich die offizielle Stellungnahme im Google-Blog zu den Hackerattacken aus China: "First, this attack was not just on Google. As part of our investigation we have discovered that at least twenty other large companies from a wide range of businesses--including the Internet, finance, technology, media and chemical sectors--have been similarly targeted. We are currently in the process of notifying those companies, and we are also working with the relevant U.S. authorities. Second, we have evidence to suggest that a primary goal of the attackers was accessing the Gmail accounts of Chinese human rights activists."


Bild zum ArtikelPeinliche Vorgänge bei den französischen Piratenjägern meldet Cory Doctorow in BoingBoing: "Hadopi, the French agency that's in charge of the country's new anti-piracy scheme (if someone you live with is accused of three acts of infringement, your whole household is taken offline and added to a list of address to which it is illegal to provide Internet access) has been accused of pirating the font used in its logo. The font designer is talking lawsuit. Hadopi says it wasn't infringement, just an 'error of manipulation'" Die Schrifttype war ursprünglich exklusiv für die französische Telecom entworfen worden.

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Die Welt, 13.01.2010

Auf der Forumsseite ist auszugsweise ein Artikel des Antisemitismusforschers Wolfgang Benz abgedruckt, der am 4.1.2010 in der SZ erschienen war und in dem Benz eine Parallele zog zwischen den antisemitischen Debatten im 19. Jahrhundert und der heutigen Debatte über den Islam, die von "sogenannten 'Islamkritikern'" geführt werde. Der Unterschied könnte nicht größer sein, antwortet ihm darauf Henryk Broder: Im Unterschied zum Antisemitismus "hat die 'Islamophobie' eine reale Basis. Es sind die Terroranschläge islamischer Terroristen, die sich auf ihren Glauben berufen, es sind die in der Tradition verwurzelten Ehrenmorde, die mit den üblichen 'Familiendramen' nicht zu vergleichen sind, es ist das Wüten der Taliban in Afghanistan, es sind die von Muslimen begangenen Anschläge in Pakistan und im Irak, denen vor allem Muslime zum Opfer fallen, es sind die Kinderehen, die in Saudi-Arabien geschlossen werden, und die 'Ehen auf Zeit', die im Iran die Prostitution ersetzen; es sind die Steinigungen von Ehebrecherinnen, und es ist das Aufhängen von Homosexuellen..."


Im Feuilleton feiert der in Istanbul geborene Schriftsteller Petros Markaris die kulturelle Vielfalt der Kulturhauptstadt Istanbul und erzählt, dass gerade diese im Osmanischen Reich entstandene "orientalische Mischkultur" ums Haar von Jungtürken und Kemalisten zerstört worden wäre: "Das multikulturelle Istanbul war ein Relikt aus der osmanischen Vergangenheit, das in die Geschichte gehörte. Das traf besonders hart die Minderheiten, denn die Nachfolger von Kemal Atatürk betrieben den Prozess der nationalen Vereinheitlichung intensiver, zielstrebiger und auch brutaler voran, vor allem während des Zweiten Weltkriegs, als die Welt weder Zeit noch Augen hatte, um auf die Türkei zu blicken. Aber auch die Istanbuler Türken wurden nicht mit Samthandschuhen angefasst."

Weitere Artikel: Gerd Midding schreibt den Nachruf auf Eric Rohmer. In der Leitglosse spottet Michael Pilz über die Musikindustrie, die lieber CDs von Toten (aktuell: von Jimi Hendrix) herausbringt, als von neuen Musikern.

Besprochen werden die szenische Uraufführung von Hans Werner Henzes neuem Werk "Immolazione" in Rom, eine - beinahe nicht zustande gekommene - Ausstellung der österreichischen Künstlerin Elke Krystufek in der Kestner-Gesellschaft in Hannover und Hermann Bräuers "hart gerockter" Heimatroman "Haarweg zur Hölle".

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Die Tageszeitung, 13.01.2010

Hilal Sezgin stellt auf der Meinungsseite einige Fragen zum Mord an Marwa El-Sherbini, die auch nach dem Prozess ungeklärt seien und kritisiert die Medien: "Nachdem die Berichterstattung über die Ermordung Marwa el-Sherbinis als islamfeindlicher Tat nur sehr schleppend anlief, schwiegen sich Zeitungen und Fernsehen zur Einstellung der Ermittlungen gegen die Justizbeamten vollends aus. Dabei käme den Medien die Rolle zu, stellvertretend für interessierte Bevölkerungsgruppen nachzuhaken, ob alle offenen Fragen überzeugend geklärt sind." (Nebenbei setzt sie Passagen eines Briefs des Mörders Alex Wiens mit dem "'islamkritischen' Konsens" gleich.)


Im Feuilleton schreibt Nicole Hess zum Tod von Eric Rohmer. Brigitte Werneburg meldet, dass das Sammlerpaar Heiner und Ulla Pietzsch den Staatlichen Museen in Berlin einige Kunstwerke schenkt. Besprochen wird Karin Beiers Inszenierung von "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" nach einem Film von Ettore Scola in Köln.

Auf der Medienseite berichtet Steffen Grimberg, dass der Springer-Konzern ab Sonntag ein "Medienarchiv68" mit historische Artikeln des Hauses zur Studentenrevolte ins Netz stellt ("Springer, allen voran der künftige Welt-Herausgeber und bisherige Chefredakteur der Welt-Gruppe, Thomas Schmid, und Konzernchef Mathias Döpfner, führen hier ihren kleinen Kulturkampf gegen 1968 munter weiter", meint Grimberg dazu). Auf der Tagesthemenseite werden 30 Jahre Grüne gewürdigt.

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2010

Bereits gestern zeichnete Heribert Seiferts auf der Medienseite noch einmal - mit Rückgriff auf Jytte Klausens "The Cartoons that Shook the World" - die Entwicklung des Karikaturenstreits nach und spart dabei nicht mit Kritik an allen Seiten: "Außerhalb Dänemarks wurde kaum wahrgenommen, dass diese Aktion im Lande und vor allem in den muslimischen Gemeinden als Fortführung einer anhaltend kritischen Berichterstattung der Zeitung über zwei vulgär-orthodoxe Imame und im Kontext rassistischer Ausfälle im Programm einer Radiostation sowie einer einwanderungskritischen Rede des Kultusministers verstanden wurde. Die Unterschiede in der Einbeziehung und Gewichtung dieser Kontexte provozierten jene kulturkampftaugliche Deutungsdifferenz, die die einen für die Verteidigung der Redefreiheit und die anderen für die Abwehr ausgrenzender und tendenziell rassistischer Diffamierung auf die Barrikaden gehen ließ. Das ist das vielseitig anschlussfähige Grundmuster einer ebenso prinzipiellen wie kaum kompromissfähigen Konfliktkonstellation."


Im heutigen Feuilletons schreibt Patrick Straumann den Nachruf auf den Filmregisseur Eric Rohmer: "Unvergesslich ist in 'Les nuits de la pleine lune' Pascale Ogiers champagnerleichte Verführungskunst, die alsbald in die schwärzeste Verzweiflung übergeht." Corinne Elsesser betrachtet die neuen Bauten auf dem Westend-Campus der Frankfurter Goethe-Institut.

Besprochen werden die Ausstellung "Identity: 8 Rooms, 9 Lives" in der Londoner Wellcome Collection, Gustav Mayers Tagebücher "Als deutsch-jüdischer Historiker in Krieg und Revolution 1914-1920", die bisher nur auf Italienisch erschienenen Tagebücher der Mussolini-Geliebten Claretta Petacci und Lars Saabye Christensens Roman "Die blaue Kuppel der Erinnerung" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 13.01.2010

Daniel Kothenschulte trauert um den Regisseur Eric Rohmer, der im hohen Alten immer schönere Filme drehte: "Dass Rohmer indes weniger Popularität erhoffen durfte als etwa Truffaut, daran erinnert eine kleine Szene in Arthur Penns Thriller 'Die heiße Spur': Gene Hackman beantwortet darin den Vorschlag, sich einen Rohmer-Film anzusehen, mit den abschätzigen Worten: 'Lieber nicht. Ich habe mal einen gesehen, und es war so, als sähe man dabei zu, wie Farbe auf einer Leinwand trocknet.' Rohmer hätte dies wohl als Kompliment empfunden."


Der Autor Alexander Kluge unterhält sich mit dem Virologen Alexander Kekule über die Unruhe im Genom: "Es gibt mit Sicherheit einige Zehntausend Viren, die für den Menschen gefährlich werden könnten. Und insgesamt gibt es bestimmt ein paar Millionen. Da spreche ich aber nur von denen, die die Fähigkeit haben, sich auch außerhalb eines anderen Organismus eine Weile aufzuhalten. Es gibt ja genetische Elemente, die in jedem Lebewesen sind. Sie können dieses Lebewesen nicht verlassen. Sie können aber von einem Ende der Erbinformation an ein anderes springen."

Weiteres: Arno Widmann schreibt noch einmal über die Botticelli-Ausstellung im Frankfurter Städel, bei der ihm nun die über aller Schönheit herrschende Trauer aufgefallen ist. Mely Kiyak berichtet von der einer Veranstaltung mit Alfred Biolek zum guten Umgang miteinander. In Times mager sinniert Harry Nutt über Furcht, Angst und Fußball in Afrika. Besprochen wird Peter Wagners Studie "Moderne als Erfahrung" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Süddeutsche Zeitung, 13.01.2010

Jens Bisky und Stephan Speicher unterhalten sich mit Martin Mosebach und dem Kunsthistoriker Adrian von Buttlar über das von David Chipperfield restaurierte Neue Museum in Berlin und die Idee, eine Attrappe des Stadtschlosses wiederaufzubauen, um dort außereuropäische Kunst unterzubringen. Buttlar ist gegen einen Nachbau des Schlosses: "Wie repräsentiert sich der Staat? Das ist doch die Frage. Jetzt werden die untadligen Humboldts als Globalisierungszeugen einquartiert. Kommt mir so vor, als ob die Chinesen auf dem Tienanmen-Platz Votivbilder aus Oberammergau aufstellen, um zu sagen 'Wir sind gar nicht so'."


Sonja Zekri schreibt sich im Aufmacher ihren Frust über die Simulation von Demokratie in Russland von der Seele (und verabschiedet zugleich die Hoffnung, Medwedjew könne eine Modernisierung bedeuten): "Es ist eine technologische, fast sowjetische Modernisierung, die der Kreml bewirbt, als würde ein Internetanschluss schon Meinungsfreiheit bedeuten und ein Flachbildschirm schon Bildung."

Weitere Artikel: Michael Frank porträtiert kurz die dritte Kulturhauptstadt neben Istanbul und dem Ruhrgebiet, die ungarische Stadt Pecs. Silke Lode wirft einen Blick auf die Kunstszene in den Arabischen Emiraten. Siggi Weidemann schreibt zum Tod von Miep Gies, der Retterin der Tagebücher von Anne Frank.

Besprochen werden eine Ausstellung des Magnum-Fotografen Jonas Bendiksen in Berlin, Joseph Vilsmaiers Film "Nanga Parbat" (mehr hier) über die Expedition der Messmer-Brüder zum gleichnamigen Gipfel (Susan Vahabzadeh kommt in einem zweiten Artikel auf die Kontroverse um den Tod von Reinhold Messmers Bruder Günther zurück) und Bücher, darunter ein Band mit Kinoessays von Dominik Graf (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2010

In Rom hat Eleonore Büning die Welturaufführung von Hans Werner Henzes Werfel-Vertonung "Immolazione" gehört. Ob das Ganze zum Lachen oder zum Weinen war, vermag sie kaum zu sagen. Wunderlich schön aber findet sie es, singenden Hundegeist inklusive: "Dass Kater Romane schreiben, davon hat man schon öfters gehört; doch dass Hunde fromme Tenorarien singen, ist in der Musikgeschichte bisher noch nicht vorgekommen... Mit ungeheurer Leichtigkeit kommt diese finstere Geschichte daher, schwebt trotz üppig-mahlerischer Orchesterbesetzung wie auf Märchenfüßen vorbei: ein Trost und ein Versprechen. Der musikalische Satz ist komplex, bleibt aber, Zeichen der Henzeschen Spätmeisterschaft, allezeit durchsichtig, der Text wörtlich verständlich."


Weitere Artikel: Dieter Bartetzko schaudert's bei den Plänen des britischen Fernsehsenders Channel 4, Todkranke erst beim Sterben und dann beim Mumifiziertwerden zu begleiten. Bei einer Straßenumbenennung in Berlin (aus dem Gröbenufer wird das May-Ayim-Ufer) sieht Martin Otto "Kreuzberger Pfahlbürger" am Werk. Andreas Kilb schreibt zum Tod des "Nouvelle Vague"-Regisseurs Eric Rohmer. Auf der "Geisteswissenschaften"-Seite eröffnet Henning Ritter mit den Träumen des Rene Descartes eine Serie über Entdeckungen der Heureka!-Art. Abgedruckt wird auch ein bisher unveröffentlichtes Gespräch mit dem 2006 verstorbenen Historiker Reinhard Koselleck. Auf der Medienseite meldet Michael Hanfeld, dass ProSiebenSat.1 seinen Nachrichtensender N24 zum Verkauf anbietet (mehr zum Thema hier).

Besprochen werden Karin Beiers Inszenierung einer Theaterfassung von Ettore Scolas Film "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" in Köln, Christian Boltanskis Installation "Monumenta" 2010 im Grand Palais in Paris, Semih Kapanoglus Film "Süt - Milk" (mehr) und Bücher, darunter gleich zwei Romane des chinesischen Autors Mo Yan (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Ich war verstört

13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas.  Mehr lesen

Zeitung lebt

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen

Damals war die Zukunft heute

11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen

Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen

10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter,  meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In  taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel

09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen

Schwirren und fliegen und sausen

08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen

Denken Sie an Klaviersaitendraht

06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen

Antipathie gegen Beton und Stahl

05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen

Ein Fingernagel in ihrer Suppe

04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen.  Mehr lesen

Ein Trost am Rand meines Grabes

03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang  für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen

Ich saß bereits im Flugzeug

02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen

Eine Kultur der Jetzigkeit

01.03.2010. Die SZ  berichtet über die Demontage eines Denkmals in Polen: Ryszard Kapuscinski wird vorgeworfen, dass er nicht nur dem Regime recht nahe stand, sondern auch ganz schön geflunkert hat.  Die NZZ ist auf dem Quivive und hat herausgefunden, dass Brooklyn inzwischen angesagter ist als Manhattan, vor allem bei den "Helicopter Moms". Die FAZ liest mit Staunen Cory Doctorows Roman "Little Brother".  Das Blog Carta meldet, dass die SZ 21 Stellen in der Redaktion streicht. Mehr lesen

Tack, und der Ton ist weg

27.02.2010. In der NZZ erklärt der Pianist Krystian Zimerman den Unterschied zwischen Lautstärke und Dynamik. Die taz war dabei als Frank Schirrmacher Martin Walser pathologisch nannte und Walser Schirrmacher quotensüchtig. In der Welt polemisiert Sonja Margolina gegen die Gesinnungskontrolle der liberalen Mainstream-Medien. Sascha Anderson (im ND) und Josef Haslinger (im Standard) nehmen Stellung zu Helene Hegeman. Die FR beobachtet, wie She She Pop auf der Bühne mit ihren Väter diskutieren. In der FAZ erklärt die "Human-Resources-Managerin" Anke Maruschka, wie man seinen Mitarbeitern kündigt. Die SZ weiß auch nicht, warum sie gerade beim Computerspiel "Heavy Rain" Probleme hat, jemanden zu erschießen. Mehr lesen

Nicht an das Große rühren

26.02.2010. Von jenseits des Grabes erklingt nochmal die Stimme Johnny Cashs und lässt den einen oder anderen Feuilletonisten erschauern. Die NZZ präsentiert eine gute Idee für einen großen Teil der neuesten Kunst: Michael Landys' Kunstabfallcontainer. Die Welt bringt ein Gespräch mit dem Historiker Norbert Leithold, der einst das Pornokino reformieren wollte. Die FAZ feiert Michael Lentz' Sprache der Liebe, die SZ den Architekten Ole Scheeren, der den Westen schon hinter sich hat. Mehr lesen

Ein Stück Rindfleisch unter der Heizung

25.02.2010. War das wirklich ein guter Scherz?, fragt Dirk von Gehlen in seinem Blog zum Grünbeinschen Hegemann-Späßchen. "Plagiat. Was denn sonst", diagnostiziert der Experte Philipp Theisohn in der NZZ zum selben Fall.  Außerdem verweisen wir auf zwei instruktive Prä-Hegemann-Texte. Timothy Snyder klärt im Blog der NYRB über Stepan Bandera und ukrainischen Nationalismus auf. In der Berliner Zeitung krümmt sich der gekerbte Raum der ortsgebundenen Dienste. Die FAZ feiert Caravaggio.  Mehr lesen

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