Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Schweinebraten zum Frühstück

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.12.2009. In der Zeit rappt  Clemens Meyer das Jahr 2009 in den Orkus, Navid Kermani hat eine optimistische Vision für den Iran, und laut Ulrich Beck kommt es 2010 zu sozialen Unruhen (mindestens aber zu Tarifverhandlungen).  In der FR weiß William Forsythe, dass er nichts weiß. In Island soll eine Informationsfreizone eingerichtet werden, meldet die taz. In der Welt erzählt der Jazzbassist Eberhard Weber, warum er mit einem Kaugummi unterm Schuh doch lieber in die Charite ging.

Frankfurter Rundschau, 30.12.2009

William Forsythe erzählt im Interview mit Sylvia Staude und Peter Michalzik von seinen Choreografien, seinen Steuerproblemen und seinen Leitsätzen: "Mein Arbeitsmotto ist: Bewahre Dir das Nicht-Wissen. Ein alter buddhistischer Spruch. Keep the don't-know-mind. Meine Vorstellung von perfektem Theater kommt daher. Sie sieht so aus: Wenn ich ins Theater hineingehe, habe ich keine Antworten. Und wenn ich herauskomme, weiß ich noch weniger."


Weiteres: Andrea Jeska trifft den ruandischen Regisseur Eric Kabera. In Times mager fragt sich Arno Widmann, wie er als Rentner seinen gewaltigen Bedarf an Büchern und Musik finanzieren soll.

Auf der Medienseite erklärt Paulo Coelho noch einmal, warum er vom Filesharing so begeistert ist, dass er sein eigener Pirat wurde: "Ich wies darauf hin, dass 'Pirate Coelho' seit 2005 im Netz stand und dass die Absatzzahlen stetig angestiegen waren. Daraus folgte, dass die klassische Art des Vertriebs von der Filesharing-Variante profitierte. Meinen hochverehrten Verlegern fiel es allerdings schwer, die Sachlage richtig einzuschätzen."

Besprochen werden Lucien Jean-Baptistes Komödie "Triff die Elisabeths!", Jens Rostecks Biografie des Komponisten Hans Werner Henze und Sarah Khans Geschichten "Die Gespenster von Berlin" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Die Welt, 30.12.2009

Im Gespräch mit Josef Engels erklärt der Jazzbassist Eberhard Weber, was es mit einem "schleichenden Schlaganfall" auf sich hat: "Als ich das Hotel verließ - das passierte in Berlin vor einem Konzert mit Jan Garbarek - war ich der Meinung, ich hätte unter dem linken Schuh einen Kaugummi. Da war aber nichts. Ich bin dann noch zum Soundcheck. Und da habe ich dann festgestellt, dass mir bei einer relativ schwierig zu spielenden Melodie die Feinmotorik abhanden gekommen war. Na ja, das Konzert sollte ja erst um acht Uhr losgehen, da bin ich dann doch noch mal rüber zur Charite. Die haben mich dann gleich dabehalten."


Weitere Artikel: Eckhard Fuhr schafft es in der Leitglosse, die Rückkehr des Religiösen, eine neue Erzählung von Martin Walser (erschienen in der Berlin University Press), den Heiligen Rock Jesu, der 2012 wieder ausgestellt wird, und ein Loblied auf die Zeitung, aus der man anders als aus dem Internet ein Boot falten kann, in einer Leitglosse zusammenzubringen. Katharina Dockhorn erklärt die neuen Regeln für die deutschen Filmpreise (die sogenannten Lolas), die es schwieriger machen, internationale Koproduktionen als Kandidaten zu präsentieren. Sven-Felix Kellerhoff stellt ein Projekt der Soziologen an der Uni Jena vor, die die Karrieren von DDR-Funktionären auf Nazispuren überprüft haben und überraschend oft fündig wurden. Und der legendäre ehemalige Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann (dem die Stadt nach 1989 zahlreiche Plattenbauten mit exakt stimmender Traufhöhe verdankt) beklagt die Vernachlässigung des ehemals Westberliner Kulturforums um Philharmonie, Staatsbibliothek und Nationalgalerie.

Besprochen wird eine Ausstellung um ein Selbstporträt Velazquez', das als solches wieder anerkannt ist, in New York.

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2009

Roger Nydegger möchte betonen, dass Christoph Schlingensief nicht der erste ist, der in Burkina Faso Theater macht, gibt ihm aber als Erfahrungswert mit auf den Weg: "Wer in Afrika Theater machen will, muss ein Elefant mit Langstreckenläuferqualitäten sein und dazu zwingend lokal verankert."


Weiteres: Ho Nam Seelmann berichtet, dass Südkoreas Regierung Pläne für eine neue Hauptstadt aufgegeben hat, mit der der Konzentration des öffentlichen Lebens auf Seoul  entgegengewirkt werden sollte. Gunnar von der Geest führt uns in die vertrackten Probleme von Ernst Jüngers Nachlass ein: Der Leim, mit dem er Blüten und Insekten in seine Tagebücher klebte, löst das Papier auf.

Besprochen werden eine Ausstellung des belgischen Surrealisten Paul Delvaux in Brüssels Königlichem Kunstmuseum, Patrick Leigh Fermors Reiseerzählungen "Der Baum des Reisenden", zwei Geschichten der Stadt Rom sowie der Briefwechsel zwischen den Theologen Erik Peterson und Karl Barth (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Die Tageszeitung, 30.12.2009

Franziska Langhammer stellt das Internetprojekt Wikileaks vor, das seit 2007 Dokumente veröffentlicht, die der Öffentlichkeit unzugänglich sind, was häufiger zu rechtlichen Problemen führt. "Jüngsten Plänen zufolge wollen sich die Internetaktivisten in Island niederlassen, um dort eine 'Informationsfreizone' zu errichten - als Gegenpol zu den bereits existierenden finanziellen Freizonen. Hier sollen verschiedene Regelungen gesetzlich zusammengeführt werden, etwa ein Quellenschutz wie in Schweden sowie die US-Verfassungsklausel zum Schutz der freien Meinungsäußerung. Am 26. Januar soll ein entsprechender Gesetzentwurf beim isländischen Parlament eingebracht werden."


Außerdem: Julia Seeliger berichtet über den Jahreskongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Berlin. Und Felix Lee beschreibt das Dilemma der digitalen Bürgerrechtsbewegung.

Im Kulturteil kritisiert Klaus Walter das System Roland Koch. Besprochen werden das Box-Set "Keep an Eye on the Sky" der Band Big Star sowie eine CD mit klassischen Volksliedern, gesungen von Heike Makatsch.

Und Tom.

nach oben

Die Zeit, 30.12.2009

Der vordere Teil ist das beste, auch wenn die obere Hälfte der ersten Seite reiner Kindergarten ist. Der Autor Clemens Meyer rappt einen Jahresrückblick. Hier der Anfang: "Das Jahr 2009. Ich schmeiße alles in die Trommel, drehe die Kurbel. Bilder und Worte, Daten und Erinnerungen, Politik und Sex, Musik dazu, MDR trifft Dieter Bohlen, jedes zweite Los gewinnt!, Winnenden und von und zu Guttenberg, Schweinebraten zum Frühstück, Sachsen läuft Amok in der Ausnüchterungszelle, wir wollen zurück nach Polen!, der 9. November verkleistert die Gehirne, volle Dröhnung, einen City-Tunnel Leipzig-Berlin hätt ich gern, und der Mann, der seit Wochen nachts in der Sparkassenfiliale am Connewitzer Kreuz schläft, im Stehen, den Oberkörper auf dem Terminal für die Überweisungen, Red Bull Leipzig, da kommt einem doch das Kotzen, Kondome für die Unterschicht ..."


Navid Kermani meint über den Aufstand im Iran: Die schaffen das. "Die iranische Gesellschaft macht mit dem Kampf um die Trennung von Staat und Gott einen geistigen Wandel durch, den die westlich orientierten arabischen Diktaturen in ihrem Modernisierungseifer vernachlässigt, vielleicht sogar verhindert haben."

Außerdem: Thea Dorn will wissen, was Merkel mit dem Satz, sie wolle die Kanzlerin aller Deutschen sein, gemeint hat: Zack, sitzt sie in Merkels Limousine und wer das Wortgefecht gewinnt, müssen Sie selbst entscheiden. Frank Sieren erzählt, was Liu Xiaobo im Gefängnis erwartet. Und Josef Joffe freut sich in einem kurzen Rückblick auf 2009 über Smartphones und E-Books: "Pergamentrollen sind perdu, das Kulturgut aber bleibt."

"Unbezwingbare Gegner machen einen mit groß", konstatiert die 1974 geborene Schriftstellerin Julia Schoch im Feuilleton und formuliert ihr Dilemma am Beispiel von Jean-Philippe Toussaints Roman "Das Badezimmer": "Während der Icherzähler seine Tage unengagiert und Fußball schauend in einer leeren Badewanne zubringt, seufzt er: 'Ich müsste ein Risiko eingehen, das Risiko, die Seelenruhe meines abstrakten Lebens zu stören, um.' Er kann den Satz nicht beenden. Er hat keinen Anteil an der sogenannten Gesellschaft und weiß nicht, wem die Schuld dafür zu geben ist. Es ist, als würde Josef K. ewig in seinem Zimmer hocken und darauf warten, dass einer ihn verhaften kommt."

Weitere Artikel: Hanno Rauterberg hat ein Erweckungserlebnis in der Casa Marta in Castelfranco, wo man derzeit eine Ausstellung mit Werken von Giorgione sehen kann, der nach dem Motto "Wenn du klug sein willst, richte deinen Blick nach vorne" malte. Im Aufmacher werden Kaffee zum Mitnehmen, Iphone, Ritalin und der Porsche Cayenne als die Kulturvernichter des Jahrzehnts gedisst. Nur der Manufactum-Katalog bekommt ein paar - okay, nicht uneingeschränkte - lobende Worte. Martin Mosebach erklärt in der Reihe "Klassenkampf von oben", warum "Gerechtigkeit" für den Sozialstaat kein Kriterium sein kann - es geht um Nützlichkeit, Dummkopf. Peter Kümmel beobachtet, wie man in Großbritannien die Wirtschaftskrise künstlerisch verarbeitet. Carolin Emcke trifft die Fotografin Barbara Klemm.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken von Franz West im Kölner Museum Ludwig, Christoph Marthalers Inszenierung von Offenbachs "Großherzogin von Gerolstein" in Basel und Bücher, darunter Celines bisher nur auf Französisch erschienene Briefe und Thomas Kaufmanns "Geschichte der Revolution" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

In Zeit online ist sich Ulrich Beck im Interview mit Philip Faigle und Michael Schlieben gewiss: Im nächsten Jahr gibt es soziale Unruhen - zumindest aber Tarifverhandlungen: "Aber wie weit es brennen wird, und wie weit es möglich sein wird, das Feuer zu löschen, ist offen. Sicher ist nur, dass die Handlungsfähigkeit des Staates sehr eingeschränkt ist." (Schon erstaunlich, wie sehr sich die Prognosekapazitäten der Soziologie entwickelt haben!)

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 30.12.2009

Auf Seite 3 feiert Kai Strittmatter die europäische Kulturhauptstadt Istanbul: "Die Galeristin hat einen Putzmann. Vor gar nicht langer Zeit blickte er auf von Eimer und Wischmob, deutete auf ein abstraktes Selbstporträt, bei dem vom Maler nicht mehr viel zu erkennen war, und sagte: 'Wie schön das in meinem Wohnzimmer wäre, Frau Yesim.' Da, sagt Yesim Turanli, habe sie eine Ahnung bekommen, welchen Weg die Stadt zurückgelegt hat."


Das Feuilleton bietet fragmentarische Rückblicke auf das Kulturjahrzehnt der "Nullerjahre". In der Literatur konstatiert Thomas Steinfeld einen Boom des "historischen Präsens". Im Netz befürchtet Johannes Boie das Obsiegen der Konzerne. Holger Liebs sagt ein Ende des Kunstbooms an. Tobias Kniebe blickt zurück auf zehn Jahre Hollywood - undsoweiter.

Auf der Literaturseite fürchtet Jeanne Rubner, dass "die versprochene Reform der Bologna-Reform ... nicht die Probleme der deutschen Hochschulen" lösen wird. Besprochen wird eine neue Biografie über Edgar Allan Poe.

Auf Seite 2 schreibt der Krimiautor Petros
Markaris über den privaten und öffentlichen Schuldenberg Griechenlands.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2009

Swantje Karich liefert wieder Informationen und Berichte von Bekannten im Iran. Einer von ihnen zeigt sich weiter sehr skeptisch und glaubt, dass die Einheit der Opposition schnell bröckeln könnte: "Am Ashura-Fest sah er, wie die Miliz seine Freunde niederknüppelte: 'Wir kämpfen nicht nur in heterogenen Gruppen, sondern auch die Schah-Unterstützer aus dem Ausland mischen sich immer mehr ein. Alle rühren in einem Topf herum, während sie gar nicht merken, dass noch viele andere Töpfe herumstehen. Es war schon immer so in Iran, und es wird immer so sein. Das Regime beherrscht alle ländlichen Gebiete. Sie haben alle Medien im Griff. Die meisten haben doch gar keinen Satellitenempfang, kein Internet - und der Iran ist groß.'"


Weitere Artikel: Jürg Altwegg berichtet von einer Renaissance, die Albert Camus zu seinem fünfzigsten Todestag in Frankreich erlebt. In der Glosse erklärt Tobias Rüther mit Heinz Strunks Hilfe, wie Enid Blyton die Herrschaft über die Geschmacksnerven ihrer LeserInnen gewann. Oliver Tolmein erläutert, welche Schwachstellen sich in der praktischen Umsetzung des Patientenverfügungsgesetzes zeigen. Timo John besichtigt das neue Stadtmuseum Humpis-Quartier (Website) in Ravensburg. Jonathan Fischer zieht eine sehr ernüchterte Bilanz des Hip-Hop-Jahrs.

Besprochen werden die James-Ensor-Ausstellung im Pariser Musee d'Orsay, und Bücher, darunter Jürgen Lodemanns neuer Roman "Paradies, irdisch" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons