Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Im Müllschlucker des Todessterns

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

18.08.2009. David Foster Wallaces Kolossal-Roman "Unendlicher Spaß" erscheint auf Deutsch. In der FAZ erklärt Übersetzer Ulrich Blumenbach, was Wallace mit der Sprache macht. In der FR berichtet Ai Weiwei von seiner Verhaftung durch Schergen des Systems. In Slate protestiert Christopher Hitchens gegen die Zensur der Mohammed-Karikaturen durch die Yale University Press. Das Blog Free Iran Now weiß, warum Ägypten eine iranische Briefmarke mit dem Bild der ermordeten Ägypterin Marwa Al-Sherbini zensiert. Und es zeichnen sich Diskussionen über Tarantino ab: Erteilt er eine Lizenz zum Sadismus oder ist sein Film ein Exorzismus?

Aus den Blogs, 18.08.2009

Das Blog Free Iran Now übernimmt von memri.org folgende Meldung über die ägyptisch-iranischen Beziehungen: "Iran recently issued a stamp commemorating Marwa Al-Sherbini, an Egyptian woman who was murdered in Germany for wearing the hijab. In response, the Egyptian authorities have ordered the postal service to ban the entry of mail bearing this stamp. It should be mentioned that Iran has also issued stamps commemorating Sadat?s assassin, Khaled Islambouli, and Muslim Brotherhood leader Sayyed Qutb."


In Deutschland wurde Quentin Tarantinos neuer Film "Inglourious Basterds" fast einhellig begeistert aufgenommen. In Amerika zeichnet sich so etwas wie eine moralische Debatte über den Film ab. Für Jeffrey Wells in seinem Blog Hollywood Elsewhere erteilt Tarantino sich und seinem Publikum eine Lizenz zum Sadismus. Er macht es fest an einer Szene, wo einem Nazi mit einem Baseballschläger der Kopf zertrümmert wird - zur schäkernden Freude eines im Komfort der Nachgeschichte antifaschistisch gestimmten Publikums: "Dies ist eine der ekelhaftesten Gewaltszenen, die ich in meinem ganzen Leben je durchgestanden habe. Moralisch ekelhaft, meine ich.... Danach fühlte ich für Brad Pitt und seine Boys nichts als Abscheu. Ich hatte verstanden, dass sie Abschaum waren. Und wenn sie gestorben wären, okay. Kratzt mich nicht. Ich glaube nicht, dass das die Reaktion ist, auf die Tarantino abzielt."

In starken Worten wendet sich Christopher Hitchens in Slate gegen die Entscheidung der Yale University Press, ein wissenschaftliches Buch über die Mohammed-Karikaturen herauszubringen, und auf den Abdruck der Karikaturen sowie aller anderen historischen Mohammedabbildungen zu verzichten: "It was bad enough during the original controversy, when most of the news media - and in the age of 'the image' at that - refused to show the cartoons out of simple fear. But now the rot has gone a serious degree further into the fabric. Now we have to say that the mayhem we fear is also our fault, if not indeed our direct responsibility. This is the worst sort of masochism."

(Via turi2) Über einen angeblichen Datenschutzskandal ausgerechnet bei einem Tochterunternehmen des Spiegels berichtet das Spiegelblog.

Stefan Niggemeier sieht eine Chance in der Ankündigung vieler Verlage, ihre Inhalte von nun an zahlbar zu machen: "Verlage, die Inhalte kostenpflichtig machen wollen, werden gezwungen zu überlegen, was ihre Angebote besser macht als die der Konkurrenz oder wenigstens einzigartig. Sie werden Andersartigkeit als Chance entdecken müssen und nicht mehr auf bloße Reproduktion des Vorhandenen setzen können."

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Die Tageszeitung, 18.08.2009

Alessandro Topa hält es für falsch, den Iran weiterhin als Mullah-Regime zu bezeichnen: "Und dies nicht nur deshalb, weil einige der schärfsten Gegner des vermeintlichen 'Mullah-Regimes' selbst Mullahs sind: Die gegenwärtigen Entwicklungen lassen sich nur dann angemessen historisch einordnen und interpretieren, wenn sie im Horizont eines langjährigen Prozesses elitärer Machtverlagerung gesehen werden, der die politisch-ökonomische Führung Irans aus den Händen greiser Kleriker in jene von Elitesoldaten in ihren Mittfünfzigern überführt."


Weiteres: In ihrer Bilanz des Filmfestivals von Locarno konstatiert Isabelle Reicher einen gravierenden Mangel als Highlights. In ihrer Kolumne aus London widmet sich Julia Große dem Moderne-feindlichen Prince Charles. Besprochen werden John Grisham Verschwörungsthriller "Der Anwalt" und Barbi Markovics Roman "Ausgehen" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

Auf der Meinungsseite bestreitet der Basken-afffine Schriftsteller Raul Zelik, dass die ETA keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Auch lasse sich ihr Terror nicht nur mit ethnischem Chauvisnismus erklären: "Wie der nordirische Konflikt hat auch der baskische einen politischen Kern, der sich mit polizeilichen Mitteln nicht beseitigen lässt. Spanien und Europa täten gut daran, diese andere Seite des Terrors zur Kenntnis zu nehmen. Der faktische Ausnahmezustand, der heute im Baskenland herrscht, macht es nur wahrscheinlicher, dass die ETA auch noch einen 60. Jahrestag mit Attentaten 'zelebriert'."

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 18.08.2009

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wollte letzte Woche für den den Schriftsteller und Zivilrechtler Tan Zuoren aussagen, der wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" angeklagt war, weil er Nachforschungen zur Zahl der Kinder angestellt hat, die beim Erdbeben in Sichuan in unsicher gebauten Schulgebäuden umgekommen waren. Doch Ai Weiwei schaffte es nicht in den Gerichtssaal, berichtet Bernhard Bartsch. "Ai, der in den vergangenen Monaten mit Hilfe von Freiwilligen selbst eine Liste der getöteten Kinder erstellt hatte, wollte vor Gericht für Tans Verteidigung aussagen. Doch dann drangen am 12. August, in der Nacht vor dem Prozess, gegen drei Uhr früh rund 30 Polizisten in Ais Hotelzimmer ein. 'Ich habe sie nach ihren Ausweisen und ihren Durchsuchungsbefehlen gefragt, aber keine bekommen', erzählt Ai. 'Dann wurde ich geschlagen und beleidigt.' Der Polizist habe ihm gesagt: 'Wenn wir wollen, können wir Dich totprügeln", berichtet Ai. "Wenn Beamte sich uns gegenüber so benehmen, was machen sie dann erst mit all den Leuten vor Ort, die nicht vernetzt sind?'"


Über dem Text ist der Fragebogen abgedruckt, den Ai Weiwei jeden ausfüllen lässt, der sich an seinem Projekt "Bürgeruntersuchung" beteiligt. Eine der Fragen lautet: "Was sind Tatsachen? Sind sie wichtig?"

Weitere Artikel: An der Copacapana soll ein prächtiges neues Museum für Bild und Ton errichtet werden, berichtet Wolfgang Kunath. Womit es bespielt werden soll, scheint allerdings noch niemand zu wissen. Jürgen Otten war beim Kammermusikfestival in Stavanger. In Bayreuth legt der Mann die Jacke ab, erzählt Judith von Sternburg.

Besprochen werden Choreografien beim Berliner Tanz im August, Per Pettersons Roman "Ich verfluche den Fluss der Zeit" sowie einige lokale Ereignisse.

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Der Tagesspiegel, 18.08.2009

Der Schauspieler Christoph Waltz, der in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" den SS-Mann Hans Landa spielt, meint im Interview über seinen Regisseur: "Tarantino bietet uns eine neue Möglichkeit, die sogenannte Wirklichkeit zu betrachten, und eröffnet eine neue Perspektive auf die Welt - es ist der künstlerische Prozess schlechthin. Die Forschung bestätigt ja zunehmend, dass erst die Perspektive die Wirklichkeit bestimmt. Das ist die Quintessenz dessen, was Kino kann."

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Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2009

Von Dresdens schönem Schein hat sich Dorothea Dieckmann bei ihrem Besuch der Stadt an der Elbe nicht blenden lassen: "'Barockwrack an der Elbe', 'Restestadt' und 'Festsaal von gestern' nannte sie Durs Grünbein, und Uwe Tellkamp erhebt in seinem Roman 'Der Turm' die Melodie des Verfalls zum Leitmotiv der sozialistischen Jahrzehnte: 'Dresden... in den Musennestern / wohnt die süße Krankheit Gestern'. Wattig umhüllen Dresdens Süße und Sanftheit die Brandwunden. Die Kultur der Kaffeesachsen und Kuchenspezialisten, die Weichheit des Sandsteins, des Dialekts, des Lichts und des Klimas, die von Italien beeinflusste Architektur, die nach der Restaurierung vor allem von der Kulisse des Weichbilds profitiert - all das fließt, eingebettet in die Tallandschaft, immer noch und wieder zu einem Gesamteindruck von dolce vita zusammen. Ebenso wie die Tradition höfischer Obrigkeitstreue sorgt die Geografie der Schönen am Fluss für eine provinzielle Abschottung."


Weitere Artikel: Günter Seufert besucht das armenische Dorf Vakifli am berühmten Musa Dagh und lässt sich noch einmal erzählen, wie die Dörfler vor den osmanischen Truppen auf den Berg flüchteten, bis sie von einem französischen Kriegsschiff gerettet wurden. Marc Zitzmann berichtet von einem recht extremen Fall der Zensur in Bordeaux: Dort wurden drei Museumsmitarbeiter von einer Kinderschützerin angezeigt, mit Bildern von Christian Boltanski, Nan Goldin, Robert Mapplethorpe oder Cindy Sherman Kinderpornografie verbreitet zu haben.

Besprochen werden Peter Stamms Roman "Sieben Jahre", Isaac Rosas Roman "Das Leben in Rot" und Maeve Brennans Erzählungen "Der Morgen nach dem großen Feuer" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Die Welt, 18.08.2009

Hanns-Georg Rodek sieht die Rachefantasien Quentin Tarantinos und seiner "Inglourious Basterds" als "Exorzismus an jenem Ort, wo zwölf Jahre der Teufel herrschte" und beruhigt zugleich ein Publikum, das vor den Gewaltszenen des Films zurückscheuen könnte: "Der Name Tarantino mag seit 'Pulp Fiction' für Gewaltexzesse stehen, doch im Grunde wird bei ihm zu 80 Prozent gequasselt und höchstens zu 20 Prozent massakriert."


Weitere Artikel: Thomas Lindemann erzählt, wie es beinahe zu einem Skandal um den staatstragenden Punkmusiker Campino gekommen wäre. Ulrich Weinzierl schwärmt von Alfred Brendels an drei Nachmittagen in Salzburg abgehaltener "Schule des Hörens", für die er sich sogar (allerdings nur in illustrativer Absicht) wieder an den Bösendorfer setzte. Hendrik Werner liest mit viel Zustimmung die Twitter-Kritik des außerdem als Computer- und Globalisierungskritiker tätigen David Golumbia in "The Cultural Logic ofComoutation" (Auszug). Gabriela Walde resümiert die vom neuen Preußenstiftungschef Michael Eissenhauer geplanten oder geraede nicht geplanten Rocharden zwischen Gemälde- und Neuer Nationalgalerie in Berlin.

Besprochen werden außerdem erste Konzerte des Lucerne Festivals und eine DVD-Box mit ARD-Rockpalastnächten.

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Süddeutsche Zeitung, 18.08.2009

Stephan Speicher resümiert Diskussionen über die Berliner Gemäldegalerie und ihre künftige Funktion. Thomas Steinfeld schreibt einen Abgesang auf die Post, die einmal ein Amt war und Lenin gar als Vorschein einer sozialistischen Wirtschaftsordnung galt. Gemeldet wird, dass Rowohlt und der Spiegel sich in einem eigentlich schon vergessenen Rechtsstreit (richtig, es ging um eine vorzeitige Besprechung des letzten Kehlmann-Romans) gütlich geeinigt haben. Eva-Elisabeth Fischer porträtiert den in Frankreich arbeitenden israelischen Choreografen Emanuel Gat.


Besprochen werden eine Retrospektive der Bildhauerin Isa Genzken in Köln, die romantische Komödie (ja, trotz des Titels) "Zack and Miri Make a Porno" (mehr hier), ein  Liederabend von Patricia Petibon bei den Salzburger Festspielen, die Ausstellung "Radical Nature - Art and Architecture for a Changing Planet 1969 - 2009" in London, Ereignisse des Hamburger Sommerfestivals in der Kampnagel-Fabrik in Hamburg, darunter Egon Flaigs "Weltgeschichte der Sklaverei" (mehr hier), die von dem Historiker Jürgen Zimmerer wegen einseitiger Kritik am Islam kritisiert wird.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2009

Ulrich Blumenbach, der in den letzten sechs Jahren David Foster Wallaces Kolossal-Roman "Unendlicher Spaß" ins Deutsche übertragen hat, schwärmt vom Sprachreichtum des Originals, der auch ihm selbst ganz neue Horizonte eröffnet hat: "Wallace ist für mich der Han Solo der Literatur. Er bringt eine 'Allergie gegen die einschränkenden Realitäten der Gegenwart' mit, wie es in 'Unendlicher Spaß' einmal heißt. Er stemmt sich gegen die Beklemmungen von Schlagwort und Klischee. Sein Roman stellt eine kaum fassbare Ausweitung der Literatursprache dar, denn Wallace zündet im Müllschlucker des Todessterns eine Supernova, die den Raum der Sprache herz- und hirnerweiternd ausdehnt."


Weitere Artikel: Andreas Platthaus erklärt, warum die Comic-Verlage manches, das nicht dort hingehört, unters neuerdings beliebte Dach des Genres "Graphic Novel" stecken. In Salzburg hat Christian Wildhagen mit Gewinn die pianogestützten Vorlesungen Alfred Brendels über Humor, Witz und Ironie in der Musik gehört. Niklas Maak sieht in einem Kommentar den Umzug der Berliner Gemäldegalerie auf die Museumsinsel nach jüngsten Äußerungen des neuen Generaldirektors der Staatlichen Museen Michael Eissenhauer zwar "vorerst", aber keineswegs für immer vertagt. In der Glosse geht's um die Stimme von Thomas Pynchon. Über den gelungenen "Um- und Ausbau" des Leipziger "Ariowitsch-Hauses" zum neuen jüdischen Kultur- und Begegnungszentrum freut sich Arnold Bartetzky. Karen Krüger schreibt zum Tod der türkischen Architektin Mualla Anhegger-Eyüboglu.

Besprochen werden ein arg missglücktes Konzert von Marianne Faithfull zur Eröffnung der Ruhrtriennale, die Ausstellung "The Conspiracy/Die Verschwörung" in der Kunsthalle Bern, das neue Album "Dolophine Smile" von The Fine Arts Showcase, und Barbi Markovics Thomas-Bernhard-Umschrift "Ausgehen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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