Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Jeder Affe ein göttliches Wesen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.07.2009. In der taz fragt sich Theaterintendant Ulrich Khuon, was das Theater nicht etwas isoliert vom Leben ist. In der NZZ beschreibt Hugo Loetscher das Grauen, das ihn mit Dreißig bei der Aussicht befiel, Chefredakteur zu werden. In der SZ feiert Städel-Rektor Daniel Birnbaum die künstlerischen Vorzüge des Polytheismus. In der FAZ erzählt David Hockney, wie er mit seinem iPhone malt. Barack Obamas Nahostpolitik nährt nur die palästinensischen Verweigerer, meint der Historiker Benny Morris in der Welt.

Die Tageszeitung, 25.07.2009

Im Gespräch mit Katrin Bettina Müller spricht Ulrich Khuon, der neue Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, unter anderem über Nähe und Ferne von Theater und Welt: "Wir haben immer den Anspruch, die Welt zu erzählen; die Gefahr ist aber, dass einen das Theater so in Besitz nimmt, dass man das Theater für die Welt hält. Am Theater kann man sein ganzes Leben verbringen, morgens rein, nachts raus, zwischen Probebühne, Bühne und Kantine. In Hamburg bin ich oft mit dem Rad ins Theater gefahren, vorbei an einem Kinderspielplatz und einem Jugendtreff. Da habe ich oft gedacht: Ist schon komisch, dass man im Theater dauernd Auskünfte erteilt, zum Beispiel über die Jugend, aber im Grunde ist der Zugang zu dieser Welt doch sehr punktuell."


Weitere Artikel: Kirsten Riesselmann liefert einen ersten Bericht, bevor sie zu den Festpielen nach Bayreuth fährt. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne schreibt der im Land Salzburg geborene Andreas Fanizadeh über die rechte Mentalität in Salzburg damals wie heute. Hannes Koch und Mandy Kunstmann unterhalten sich mit dem Verbraucherschützer Gerd Billen über sein Buch "Ausgetrickst und angeschmiert".

Besprochen werden das Album "With These Hands. The Rise And Fall Of Francis Delaney" von Michael J. Sheehy & The Hired Mourners  und Bücher, darunter Anna Katharina Hahns Debütroman "Kürzere Tage" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2009

In Literatur und Kunst schreibt Roman Bucheli zum 100. Geburtstag des Publizisten Manuel Gasser (Weltwoche, du). Daneben ist ein Kapitel aus Hugo Loetschers Buch "War meine Zeit meine Zeit" vorabgedruckt, in dem sich Loetscher an seine Zeit beim du-Magazin erinnert. Gasser war damals ebenfalls dort. "Wir saßen im Chefbüro einander gegenüber, senior und junior editor. Einmal mehr die Frage, was planen wir mit der Dezembernummer, wegen Weihnachten bürgerlich-traditionell eine Prachtausgabe, gar mit eingeklebten Vierfarben-Bildreproduktionen. Während der Chef telefonierte, sah ich in den Hinterhof hinunter. Fahrradgestelle und Kinderwagen. Mülleimer und ein Topf mit irgendwelchem Kräutergrünzeug. Die Redaktion war in einem älteren Mietshaus untergebracht. Da meinte der Seniorchef zwischen Themen-Ideen: Kein Zweifel, ich sei als sein Nachfolger vorgesehen. Ich war Anfang dreißig, mein Leben wäre mit dieser Offerte gelaufen, ich hätte es nur noch absitzen müssen."


Weitere Artikel: Die Psychoanalytikerin und Autorin Sabine Richebächer erinnert an Hermann Rorschach und seinen Test. Manfred Schwarz schildert Vincent van Goghs Zeit als Laienprediger im belgischen Kohlenrevier Borinage. Ricarda Dick schreibt über das bildnerische Werk von Else Lasker-Schüler, dem das Jüdische Museum Frankfurt am Main 2010 eine Ausstellung widmen will (dafür werden noch unbekannte illustrierte Briefe oder handkolorierte Bücher gesucht). Der Architekt Dominique Perrault spricht im Interview über die Architektur öffentlicher Gebäude.

In der Stil-Kolumne des Feuilletons stellt die britische Modedesignerin Sophia Kara ihre Kollektion islamischer Mode vor: "Meine Herausforderung ist - einmal mehr - jener grässliche, schwarze, saudische Gilbab. Insbesondere ältere Kundinnen meinen, das sei die einzige Art, sich korrekt islamisch zu kleiden; sie mustern sehnsüchtig meine Modelle, drehen sich dann um und fragen: 'Können Sie mir das nicht in Schwarz machen?' Die Bekehrungsversuche, die ich dann unternehme, sind zum Glück bei jungen Frauen nicht mehr nötig - die betrachten, wenn ich das so sagen darf, meine Kollektion als Gottesgeschenk. Und vielleicht verändere ich tatsächlich die Welt ein ganz klein wenig, indem ich - nicht nur im Stilmix meiner Designs - den Westen und die islamische Welt einander näher bringe."

Weiteres: Beim Blick auf den Werkstattbericht für das Berliner Humboldt-Forum stellt sich bei Sieglinde Geisel ein "Supermarkt-Gefühl von Überfluss und Überdruss" ein. Besprochen werden die Tarzan-Ausstellung im Pariser Musee du Quai Branly, eine Aufführung von Verdis "Aida" bei den Bregenzer Festspielen und Wolfgang Englers Buch "Lüge als Prinzip - Aufrichtigkeit im Kapitalismus" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 25.07.2009

Als "wahre Sensation" feiert Städelschul-Rektor und Biennale-Leiter Daniel Birnbaum die Ausstellung "Garden and Cosmos: The Royal Paintings of Jodhpur" im British Museum in London. Die Gemälde aus dem 18. Jahrhundert waren im Westen bislang nicht zu sehen. Birnbaum staunt über die teils abstrakte Malerei, aber über die narrativen Gemälde mindestens ebenso sehr: "Es sind wirkungsvolle Arbeiten narrativer Kunst, so effektiv und unterhaltsam wie ein Comic. Sie rufen die Vision eines Zaubermärchens hervor: flache türkisgrüne Hügel, auf denen sich eine Gruppe Affen berät, während Elefanten im schwülen Regen, der aus goldenen Wolken fällt, fröhlich spielen. Eine Gruppe liebenswerter Bären hilft dem Prinz über den Fluss, der bis in den Himmel zu strömen scheint. Das Gewässer ist ein Gott und jeder Affe auch ein göttliches Wesen. Eins wird klar: Der Polytheismus ist künstlerisch einfach viel ergiebiger als der Glaube an das eine höchste göttliche Wesen. Unterhaltsamer sowieso."


Weitere Artikel: Ganzseitig wird die Leserschaft mit einem Glossar auf die Salzburger Festspiele vorbereitet: von A wie "Außenseiter" bis Z wie "Zampano". Thomas Steinfeld stellt München, das so wenig empört auf den Rauswurf von Christian Thielemann reagiert, eine enttäuschte Frage: "Ist es nicht gerade ein Ausweis von Weltläufigkeit, das ungezogene Genie zu dulden?" Wolfgang Schreiber sammelt Stimmen zur von Katharina Wagner in Aussicht gestellten noch einmal gründlicheren Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Festspiele. In Sachen VW weiß Hans Leyendecker, warum Wendelin Wiedeking nicht Muhammed Ali ist. Die Hintergründe der Auseinandersetzung von Rolf Hochhuth mit Claus Peymann erklärt noch einmal Stephan Speicher.

Im Aufmacher der SZ am Wochenende erklärt Hilmar Klute, wie er Wagners Musik dann doch irgendwie zu lieben, jedenfalls zu bewundern lernte. Klaus Ott und Uwe Ritzer erzählen von einem Frankfurter Erbkrieg, bei dem auch schon mal jemand von den Toten aufersteht. Auf der Historien-Seite geht es um frühe Orient-Fotos. Vorabgedruckt wird ein Bericht des Schriftstellers Walter Kohl darüber, wie er seinen Geruchssinn verlor - und wie er nun ohne ihn lebt: "Ich bin ein grober gefühlsarmer Klotz geworden." Gabriela Herpell spricht mit Sandra Bullock unter anderem über das Kellnern als Schule des Lebens. "Man lernt, den Abend komplett fremder Menschen zu dem besten ihres Lebens zu machen."

Besprochen werden Johan Simons "Kasimir und Karoline"-Inszenierung in Avignon und Bücher, darunter Stefan Mühldorfers Roman "Tagsüber dieses strahlende Blau" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 25.07.2009

Der israelische Historiker Benny Morris fürchtet, dass Präsident Barack Obama mit seiner neuen Politik für den Nahen Osten die Lage eher verschlimmert. So haben die Palästinenser in Geheimverhandlungen gerade wieder eine Friedenslösung abgelehnt, die ihnen zwar 97 Prozent der Westbank, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem zugesprochen hätten, berichtet Morris: "Mahmud Abbas bestand nach wie vor 'auf das Recht auf Rückkehr'. Aus Sicht der meisten Israelis heißt das, die Palästinenser wollen keinen Frieden, keinen jedenfalls, den selbst weit links stehende israelische Juden akzeptieren könnten. Daher wird Barack Obama bei aller Überredungskunst am Ende keinen israelisch-palästinensischen Frieden erreichen, auch wenn er bis dahin gewiss die palästinensischen Verweigerer genährt, die weltweite Unterstützung für die Palästinenser vergrößert und, vielleicht, einen Keil zwischen Washington und Israel getrieben haben wird."


Der amerikanische Schriftsteller Michael Chabon beklagt in einem aus der NY Review of Books übernommenen Text den Verlust der Wildnis für Kinder: "Wenn Kinder Radfahren oder Rollerskaten, dann gerüstet wie für die Schlacht, und üblicherweise sind ihre Eltern in der Nähe. Für all das gibt es Gründe. Das ist teils Folge einer Warentest-Mentalität, des generell gewachsenen Bewusstseins für Sicherheit und Gefahr. Hinzufügen ließen sich noch die steigenden Ansprüche der Versicherungsmathematik und die amerikanische Eigenart, sich mit Schadensersatzklagen die Zeit zu vertreiben. Der Hauptgrund für die Beschneidung des Abenteuers, die Schließung der Wildnis jedoch ist die gewachsene Angst, die wir alle vor dem Missbrauch unserer Kinder durch Fremde haben; wir fürchten die Wölfe der Wildnis. Diese Angst ist nicht rational." (Hier das Original)

Weiteres: Abgedruckt wird Andre Glucksmanns Nachruf auf die unerschütterliche Natalja Estemirowa. Auf der Feuilletonseite umreißt Sascha Lehnartz die gesellschaftlichen Dimensionen der Verhaftung des schwarzen Harvard-Professors Henry Louis Gates. Lucas Wiegelmann meldet den Fund zweier bisher unbekannter Mozart-Stücke. Nachgereicht wird die Meldung, dass Dirigent Christian Thielemann in den Verhandlungen über seinen Vertrag mit den Münchner Philharmonikern nicht kompromisslos gewesen sei.

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Frankfurter Rundschau, 25.07.2009

Patrick French, der ein Buch zum Thema geschrieben hat, beschreibt in einem großen Artikel die Geschichte und Gegenwart Tibets. Sehr viel Grund zu Optimismus sieht er nicht: "Wenn Peking tatsächlich einmal nachgibt und einen Schritt auf die Exil-Tibeter zugeht, dann wahrscheinlich nicht mehr zu Lebzeiten des Dalai Lama. Momentan sind die Beziehungen zwischen China und Tibet in einer Sackgasse. Der Bau von neuen Straßen und Kraftwerken in Verbindung mit nationalistischer Propaganda hat die Herzen der Menschen im Autonomen Gebiet Tibet nicht gewinnen können. Peking weiß, dass es jede Art von Rebellion mit Gewalt niederschlagen kann, während den Tibetern klar wird, dass offene Revolte - um es mit einem alten Sprichwort zu sagen - ungefähr so viel Sinn ergeben würde, wie ein Ei gegen einen Felsen zu schmeißen. Das Leiden in Tibet dauert weiter an." (Der Original-Artikel ist im März im Guardian erschienen.)


Weitere Artikel: In einer Times Mager kommentiert Harry Nutt den Zickenkrieg zwischen Rolf Hochhuth und Claus Peymann.In Marcia Pallys US-Kolumne geht es diesmal um zum Fitnessstudio Bekehrte.

Besprochen werden Graham Vicks "Monumentalinszenierung" der "Aida" bei den Bregenzer Festspielen und Bücher, darunter der 1958er-Jahrgang der gesammelten "Mecki"-Comics (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2009

Der britische Maler David Hockney spricht im Interview über seine Landschaftsbilder, East Yorkshire, wo er diese Bilder gemalt hat, seine zunehmende Taubheit und sein iPhone. "Eine wunderbare Erfindung (führt es vor). Ich liebe zum Beispiel dieses Spiel, bei dem ich die Schwerkraft der Bälle verändern kann. Das kommt meinem Sinn für das Absurde entgegen, ist also lebensecht. Und ich kann mit dem Finger malen. Jeden Tag schicke ich meinen Freunden neue Blumenbilder. Frische Blumen einmal anders. Man wird kühn, wenn man mit dem Finger malt. Wer hätte gedacht, dass das Telefon einmal die Zeichnung retten würde?"


Weitere Artikel: Kerstin Holm beschreibt Korruption und Gewalttätigkeit der russischen Miliz. Abgedruckt ist Hanns Zischlers Dankesrede zur Verleihung des Heinrich-Mann-Preises. Swantje Karich hat einen Ortstermin mit Micaela Kapitzky, Gesellschafterin des Auktionshauses Villa Grisebach.

Im Feuilleton porträtiert Julia Voss handschriftlich und auf Büttenpapier die Künstlerin Anita Albus, die mit alten Techniken Tiere und Pflanzen malt. Niemand will das verfallende Watergate Hotel kaufen, meldet Jordan Mejias in der Leitglosse. Betrübt blicken wir auf Jürgen Dollases Kolumne, der den Essern, also uns allen, vorwirft, dass wir "bar jeder soliden Grundkenntnis von Produkten und deren Handhabung auf den jeweils aktuellen kulinarischen Wellen surfen". Jan Brachmann meditiert über Sommerfestivals fern vom "Sog der Überbietungskultur" und plärrenden Kindern. "aro" mokiert sich über die Ausschreibung für zwei Museumsdirektorenposten in Frankfurt. Die Bayreuther Festspiele werden nicht bestreikt werden, informiert uns eine Meldung. "wild" schreibt zum Tod des Komponisten Friedrich Goldmann.

Besprochen werden die Ausstellung "Der Pavillon. Lust und Polemik in der Architektur" im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt, David Pontneys Inszenierung von Karol Szymanowskis Oper "König Roger" bei den Bregenzer Festspielen und Bücher, darunter Norbert Zähringers Roman "Einer von vielen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um Wagner-Schnäppchen, geistliche Musik von Klaus Huber, eine CD von Portugal The Man und CDs von Esther und Abi Ofarim.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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