Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die acht ehrenhaften Verhalten

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

24.07.2009. 3-D-Filme boomen. Die Welt kennt das Geheimnis des Erfolges. In Le Monde kann Andre Glucksmann die Aufklärungsbeteuerungen Medwedjews im Fall Natalia Estemirowa nicht ernst nehmen.  In der taz fragt die Dramaturgin Maxi Obexer: Wer unterdrückt Frauen besser, Männer oder Frauen? Die SZ erzählt die Urgeschichte des Quelle-Katalogs. Die FAZ fordert schnieke Öko-Autos.

Die Tageszeitung, 24.07.2009

Die Dramaturgin Maxi Obexer kommentiert amerikanische Studien, wonach  Theaterautorinnen besser sein müssen als ihre männlichen Kollegen und es hauptsächlich Frauen sind, die das weibliche Geschlecht diskriminieren. "Es wäre den Versuch wert, eine ähnliche Untersuchung auch hierzulande durchzuführen, die herausfinden kann, in welchem Grad die Stutenbissigkeit von Frauen in höheren Positionen die Möglichkeiten von Künstlerinnen beeinträchtigt. Denn dass es sie gibt, gehört zum offenen Gemeinplatz. Selbst hartnäckige Frauenrechtlerinnen gestehen inzwischen ein, dass sie unter Frauen häufig die 'schlimmeren Männer' antreffen. Korrekter wäre es allerdings, das fiese Verhalten fieser Frauen nicht dem männlichen Geschlecht unterzujubeln, wo es weiblich ist."


Weiteres: Laura Ewert schreibt über das Comeback von Britney Spears und ihre aktuelle "Circus"-Tour, die sie am Sonntag nach Berlin führt. Michael Braun kommentiert die drastischen Kürzungen im italienischen Staatsbudget für Theater, Oper, Film, Ballett und Symphonieorchester. Besprochen wird das Album "Sonn und Mond. Rare and Unreleased Austrodub Tracks 1995-2009? von Hey O Hansen.

Auf den Tagesthemenseiten spricht Oleg Orlow, Vorsitzender der Organisation Memorial, über Menschenrechte in Russland;Bürgerrechtler gelten dort als Verräter, doch nach der Ermordung der Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa ändere sich nun der Ton. Aber ihre Recherchen hätten auch gezeigt, dass der Tschetschenien-Krieg im Untergrund weitergeht: "Längere Zeit galt Tschetschenien als Erfolgsgeschichte. Grosny wurde wiederaufgebaut. Das Regime rühmte sich, ein Hort der Stabilität im Kaukasus zu sein. Nataljas Enthüllungen belegen das Gegenteil. Die Führung ist verunsichert, weil sie mit dem Widerstand im Untergrund nicht fertig wird."

Und Tom.

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Weitere Medien, 24.07.2009

Andre Glucksmann warnte bereits gestern in Le Monde davor, nach dem Mord an der russichen Menschenrechtlerin Natalia Estemirowa wieder zur Tagesordnung überzugehen. Weder bei Russlands Präsident Medwedjew noch bei seinem tschetschenischen Vasallen in Grosny, Ramsan Kadyrow, sei die Aufklärung in guten Händen: "Kadyrow versteht es zu strafen, er tut es sogar gern, heißt es. Sein erster 'Akt der Gerechtigkeit' spricht Bände: Er verklagte Oleg Orlow, zusammen mit Sacharaow einer der Gründer von Memorial und Mitstreiter von Natalia Estemirowa. Ja, Medwedjew, Putins freundlicher Klon, wird eine Untersuchung veranstalten, um die Welt einzulullen. Hat er die Mörder von Anna Politkowskaja gefunden? Die von Stanislaw Markelow und Anastasia Barburowa? Die von vielen anderen Namenlosen? Hat er die von Alexander Litwinienko an Großbritannien ausgeliefert? Nein! Der Mann sitzt in der Duma und macht sich im Fernsehen lustig. Schwört, er wird sein Mögliches tun, er, der gerade die Jagd auf die 'Antipatrioten' eröffnet hat, also auf die, die Stalins Verbrechen während, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg untersuchen."

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Die Welt, 24.07.2009

Peter Zander berichtet Erfreuliches über den steigenden Kinobesuch in Deutschland. Unter den Kinohits sind zahlreiche Kinderfime - und das kommt so: "Ein Großteil des Erfolgs wird der neuen 3-D-Technik zugeschrieben, selbst ein Kind der Krise, wenn auch einer ganz anderen. 3-D ist die Antwort der Filmwirtschaft auf die Videopiraterie: 3-D-Filme sind nur mit speziellen Brillen konsumierbar, bei heimlichen Aufzeichnungen sieht man alles unscharf."


Weitere Artikel: Thomas Kielinger beschreibt die typische Gelassenheit, mit der die Briten auf die Schweinegrippe-Pandemie reagieren. Ulli Kulke besucht das neue Dornier-Museum in Friedrichshafen. Peter Zander unterhält sich mit dem jungen Schauspieler Ken Duken, einer Hoffnung des deutschen Films. Elmar Krekeler liest ein Buch über das dramatische Finale des Davis-Cups im Jahr 1937, das der bei den Nazis auch wegen seiner Homosexualität nicht besonders beliebte Gottfried von Cramm am Ende gegen Donald Budge verlor. Volker Blech erzählt die neueste Episode aus dem Streit der Theatergreise Rolf Hochhuth und Claus Peymann um das Berliner Ensemble - Peymann müsste Hochhuth, dessen Stiftung das Theater gehört, eigentlich das Gebäude aufschließen lassen, damit Hochhuth eine eigene Produktion vorbereiten kann, ist aber in den Urlaub entschwunden. Besprochen wird eine "Aida"-Produktion in Bregenz.

Auf der Forumsseite erklären Maxeiner & Miersch, wie die EU es europäischen Fischern ermöglicht, vor den Küsten Somalias zu fischen, indem sie den Afrikanern die Lizenzen abkauft - und wie die somalischen Fischer darum ein neues Geschäftsmodell entwickeln: die Piraterie. Und für die Magazinseite hat Marko Martin eine Reisereportage über Odessa geschrieben: "Wiedergeburt einer Stadt".

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Aus den Blogs, 24.07.2009

Thomas Rohde meldet in seinen Beweglichen Lettern, dass sich der Amazonchef Jeff Bezos für die Löschung von Büchern auf Lesegeräten von Kunden entschuldigt hat: Jeff Bezos räumt in seinem knappen Beitrag nun ein, dass Amazons Vorgehen 'dumm, gedankenlos und ein schmerzhafter Verstoß gegen die eigenen Prinzipien' gewesen sei." ein paar Fragen bleiben, zum Beispiel: "Sind die Kindle-User Besitzer von Kopien der erworbenen E-Books oder wird ihnen mit dem ?Kauf? lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht eingeräumt?"


Cory Doctorow hat noch ein paar Fragen an Jeff Bezos: "Ob die Lizenzvereinbarung oder andere Geschäftsbedingungen es verbieten, Kindles DRM-freie Bücher auf andere Geräte zu verschieben. Ob es ein Patent oder andere Einschränkungen gibt, die es illegal machen, ein konkurrierendes Gerät herzustellen, mit dem DRM-Freie Dateiene gelesen oder konvertiert werden können. Welche Kontrolle Amazon nach einem Kauf noch über DRM-Freie Dateien ausüben kann: Können die auch ferngesteuert gelöscht werden? Können bestimmte Funktionen gestoppt werden? Das sind gundlegende Fragen: Wenn man ein Produkt verkauft, sollte man dem Käufer schon sagen, was er bekommt. Das ist keine radikale Position, und die Tatsache, dass Amazon mit seinem ausgezeichneten kundenorientierten Echtwaren-Geschäft dies nicht preisgeben will, erschüttert mich."

Robin Meyer-Lucht versucht in Carta, die Piratenpartei politisch einzuordnen: "Die Piraten sind digiliberal und zugleich konzernkapitalismuskritisch."

Matthias Spielkamp hat sich ein als Podcast veröffentlichtes Juristengespräch angehört, in dem der Syndikus der New York Times, Ken Richieri, etwas sagt, das kein Jusitizar einer detuschen Zeitung über die Lippen brächte: "Lassen Sie uns doch einfach mit dem Thema Verlinkungen anfangen. Es fällt mir schwer, das als Urheberrechtsverstoß zu sehen. Links sind das, was das Web zum Web macht. Ohne Links wäre das Web nicht das Web."

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Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2009

Matthias Messmer gibt Entwarnung: Die neue offizielle Liste chinesischer Schriftzeichen wird solch klingende Namen wie "Wohlduftende Orchidee" (Xiang Lan), "Frühlingsknospe" (Chun Lei) oder "Von Bambus träumen" (Meng Zhu) auch künftig nicht verhindern. Leider auch nicht, und das sorgt ihn vielmehr, Namen wie "Die Partei lieben" (Ai Dang) oder "Die acht ehrenhaften Verhalten" (Ba Rong).


Weiteres: Marcus Stäbler sieht gute Chancen, dass sich Hamburg im Windschatten der Elbphilharmonie doch noch zu einer Musikstadt entwickelt. Marc Zitzmann besucht das Comic-Zentrum Cite internationale de la bande dessinee et de l'image in Angouleme. Besprochen werden die Bauhaus-Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau und Ben Katchors Comic "Der Jude von New York".

Auf der Medienseite plädiert der Medienmanager Roy Oppenheim gegen eine Zusammenlegung von Radio und Fernsehen beim Schweizer Rundfunk. Christoph Ammann und Stephan Russ-Mohl begutachten die Wissenschaftsberichterstattung in den Medien.

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Frankfurter Rundschau, 24.07.2009

Bei allem "Wunsch nach Verkörperung" findet es Schriftsteller Burkhard Spinnen doch etwas "problematisch", dass Manager zu Medienstars und allegorischen Figuren geworden sind: "Einerseits scheint die Wirtschaft der Politik zu sagen, wo es langgeht, andererseits versteht kaum einer die komplexen Strukturen der globalen Ökonomie. Man fühlt sich abgehängt vom Zeitgeist, daher ist der Bedarf an Identifikationsfiguren groß. Man wünscht sich, die komplizierten Verhältnisse der Ökonomie mögen in ihren Repräsentanten erscheinen. Man wünscht sich menschliche Verkörperungen des ökonomischen Erfolgs ebenso wie des Scheiterns. Ja, man wünscht sich letzten Endes, die Triebfedern des komplexen Wirtschaftslebens auf die schlichten Triebfedern menschlichen Lebens reduziert zu sehen: etwa auf Geltungsdrang, Gewieftheit, Geschick und Gier."


Weiteres: Harry Nutt bilanziert Bernd Neumanns Amtszeit: "Vieles löste Bernd Neumann mit finanziellen Zuwendungen, ohne dabei politischen Problemen aus dem Weg zu gehen. "In Times mager bemerkt Judith von Sternburg, dass Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite wieder in Mode kommt. Der Sozialwissenschaftler Andreas Herberg-Rothe umreißt das Konzept des republikanischen Soldatens, der auch im Krieg an die demokratische Gesellschaft gebunden bleibt.

Besprochen werden ein Konzert des Pianisten Jean-Yves Thibaudet, die Festspiele Heppenheim und die Wagner-Studie "Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit".

Auf der Medienseite meldet Harry Nutt, dass ARD-aktuell-Chef Kai Gniffke im Blog bekannt hat, nicht einmal selbst seine Sendung interessant zu finden: "'Wenn wir mal ehrlich sind', schrieb er auf blog.tagesschau.de, 'hätte man jedes, ja wirklich jedes unserer heutigen Themen auch lassen können'."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2009

Vom Porsche-VW-Clinch kommt Niklas Maak auf die Öko-Zukunft des Autos. Hier liegen die eigentlichen Herausforderungen, meint er: "Energiesparende Architektur heißt 'Passivhaus', Öko-Autos sehen aus wie motorisierte Fahrradanhänger, die Formen sagen Verzicht! Reue! Zurück! So etwas kauft man trotz intensiver Umwelterziehung nicht. Autos wie die amerikanischen 'Tesla'-Wagen, die so schnell wie ein Porsche sind und mit Strom aus Solarzellen betrieben werden sollen, zeigen, dass Öko und Hightech, Sparen und Spaß keine Gegensätze sein müssen - was ihre vielleicht folgenreichste Innovation ist."


Weitere Artikel: Julia Spinola betreibt Christian-Thielemann-Deutung: "Thielemanns Problem liegt in einem Machtanspruch, hinter dem sich eine grundlegende künstlerische Unsicherheit zu verbergen scheint." In der Glosse hat Patrick Bahners erneut Bedenken zur Vertrauensfrage im Norden - diesmal speziell die Enthaltungen der CDU-Abgeordneten betreffend. Joseph Hanimann fragt sich, was man aus Emile Ciorans frühen Schriften über das Frankreich von heute lernen kann. Lisette Gebhardt hat schon Haruki Marukamis bisher nur auf Japanisch erschienenen neuen Roman "1Q84" gelesen und bescheinigt ihm auf jeden Fall "kaltschnäuzige Kunstfertigkeit". Stephan Sahm berichtet, was er in bioethischen Zeitschriften zu lesen bekam. Lorenz Jäger schreibt knapp zum Tod des Philosophen Werner Becker.

Besprochen werden ein Konzert des Blues-Musikers Joe Bonamassa in Darmstadt, Graham Vicks "Aida"-Inszenierung bei den Bregenzer Festspielen, eine große "Hermann Obrist"-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, und Bücher, darunter Jean Paulhans literaturtheoretische Schriften "Die Blumen von Tarbes" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 24.07.2009

Auf einer ganzen Seite breitet der Historiker Gregor Schöllgen seine - im Auftrag der Erbin Madeleine Schickedanz erarbeiteten - Forschungen zur Rolle des Quelle-Firmengründers Gustav Schickedanz im Dritten Reich aus. Daran, dass dieser sich, als mittuender Mitläufer, stets "persönlich korrekt" verhalten habe, hat Schöllgen keinen Zweifel. Interessant zu erfahren ist, dass der Versandhandel unter den Nazis boomte, und zwar sehr viel eher des Spielzeugs wegen als wenig erfolgreicher Anbiederungsversuche wie diesem: "Und schließlich macht Schickedanz mit seinem Katalog, dem wichtigsten Instrument des Versandhandels, Konzessionen an den Zeitgeist. Dazu gehören Ergänzungen des Warenangebots, wie die Aufnahme eines 'Bildnis unseres Volkskanzlers' in die 'Neuesten Quelle-Nachrichten' (so heißen die Kataloge noch bis in die fünfziger Jahre). Angeboten zwischen 'Küchenwaage' und 'Sauger', vulgo Schnuller, ist der 'mehrfarbige Kunstdruck' im handlichen Format von 30 x 41 cm - 'ein Schmuck für jedes Zimmer' - seit 1933 für eine Reichsmark zu haben. Reißenden Absatz scheint er nicht zu finden."


Weitere Artikel: Till Briegleb schildert, was das strikte und mit hohen Strafen bewehrte Draht-Glühlampen-Verbot nach Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG der EU für manches Werk der zeitgenössischen Kunst und seine Aussteller und Restauratoren bedeutet. Helmut Mauro weiß, was Dirigenten tun und was die Welt von ihnen will. Thomas Steinfeld nähert sich der Tour de France mit Peter Sloterdijks Ideen zur Askese. Von den Wunsiedler Luisenburg-Festspielen berichtet Eva-Elisabeth Fischer. In einer Glosse fragt sich Christopher Schmidt, was es mit den "Clans" in Kultur (Wagner) und Wirtschaft (Porsche) auf sich hat. Auf der Medienseite weist Gerti Schön auf das von David Lynch produzierte Internet-Interview-Projekt hin.

Besprochen werden die neue ständige Ausstellung von Skulpturen aus Sachsen im Chemnitzer Schlossbergmuseum, Graham Vicks "Aida"-Inszenierung in Bregenz, John Mayburys Dylan-Thomas-Film "Edge of Love" und Bücher, darunter Ernst Halters Roman "Jahrhundertschnee" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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