Vorgeblättert

György Dalos: Balaton-Brigade

Ausgewählte Leseproben.
09.03.2006. Joseph ist ein verdienter Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit und freut sich über den Auftrag, zusammen mit den "Bruderorganen" im Sommer 1988 die Urlauber am Plattensee zu überwachen ... György Dalos, der selbst als Mitglied der Opposition in Ungarn verfolgt wurde, beschreibt eine niedergehende Gesellschaft. Lesen Sie einen Auszug aus der Erzählung "Balaton-Brigade".
György Dalos: Balaton-Brigade
Erzählung

Rotbuch Verlag, Hamburg 2006
190 Seiten, gebunden, Euro 19,80

Erscheint am 16. März 2006

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Informationen zum Rotbuch Verlag

Klappentext: Berlin / DDR 1988: Die Feier zum Jahrestag der "Großen Sozialistischen Oktoberrevolution" fällt diesmal zusammen mit dem 25-jährigen Dienstjubiläum von Joseph, einem gebürtigen Ungarn und verdienten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Zu diesem Anlass wird er zum Hauptmann befördert und bekommt den schon lange gewünschten Auftrag, im kommenden Sommer für die "Firma" am Balaton, am Plattensee, in Zusammenarbeit mit den "Bruderorganen" und eine Schar von IMs auf den Campingplätzen, in den kleinen und größeren Ferienunterkünften die Urlauber zu überwachen. Er freut sich nicht nur auf Ungarn, das Land seiner Kindheit, sondern auch darauf, eine Weile von Berlin wegzukommen, weg von einer ihn sehr belastenden Vermischung von Familie und Beruf. Er hatte sich darauf eingelassen, die eigene Tochter Tamara, die mit einem in Westberlin lebenden Chilenen eine Beziehung eingegangen war, "nur für ihr Bestes" auszuspionieren. Brillant und vielschichtig, mit einer humorvoll-trockenen Lakonik. Ein literarisches Psychogramm einer niedergehenden Gesellschaft und eines Einzelnen, gefangen im Teufelskreis seiner schwindenden Möglichkeiten.

Zum Autor: György Dalos, geboren 1943 in Budapest, studierte von 1962 bis 1967 an der Moskauer Universität. Er war Mitglied der Ungarischen KP bis 1968, als er wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" Berufs- und Publikationsverbot erhielt. 1984 erhielt er ein Stipendium des Berliner DAAD und arbeitete an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Von 1987 bis 1995 lebte er abwechselnd in Wien und Budapest und arbeitete unter anderem für deutsche Rundfunkanstalten und Zeitungen. Von 1992 bis 1997 war Dalos Mitglied des Vorstands der Heinrich-Böll-Stiftung in Köln, 1995 erhielt er den Adalbert-von-Chamisso-Preis. Von 1995 bis 1999 leitete er das Ungarische Kulturinstitut in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Preise. György Dalos lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

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