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Elif Shafak: Der Bastard von Istanbul

Ausgewählte Leseproben.
01.03.2007. Der türkisch-armenische Konflikt, das Selbstbestimmungsrecht der Frau, Vaterlosigkeit und Inzest sind die Themen des neuen Romans von Elif Shafak "Der Bastard von Istanbul". Sie tarnt ihre Kritik an den Lebenslügen der türkischen Gesellschaft als Screwball-Komödie. Lesen Sie einen Auszug.
Elif Shafak: Der Bastard von Istanbul
Roman
Aus dem amerikanischen Englisch von Juliane Gräbener-Müller

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2007
440 Seiten, gebunden, Euro 22,90

Erscheint am 5. März 2007

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Zum Buch: Armanoush ist 19 Jahre alt, intelligent, schön - und unglücklich. Seit der Scheidung ihrer Eltern lebt sie in zwei Welten, die einfach nicht zusammenkommen wollen: Ihre Mutter Rose verwöhnt sie in Arizona mit dem American Way of Life, während die Familie ihres armenischen Vaters in San Francisco ihr die Traditionen der alten Heimat nahebringen will - um so mehr, weil Armanoushs Mutter in zweiter Ehe ausgerechnet mit Mustafa verheiratet ist, einem Türken! Je älter Armanoush wird, desto weniger weiß sie, wer sie wirklich ist: eine amerikanische Armenierin oder eine armenische Amerikanerin? Armanoush entschließt sich zu einer Reise in die Vergangenheit und besucht die türkische Familie ihres Stiefvaters in Istanbul. Und weiß bald nicht mehr, worüber sie sich mehr wundern soll: die herzliche Gastfreundschaft im Haus der Kazancis, die skurrilen Charaktere seiner ausschließlich weiblichen Bewohner oder die völlige Ignoranz gegenüber der türkisch-armenischen Geschichte. Nur das jüngste Mitglied der Familie, die vaterlos aufgewachsene Asya, kann verstehen, warum Armanoush so viele Fragen stellt ...


Zur Autorin: Elif Shafak, geboren 1971 in Straßburg als Tochter türkischer Eltern, verbrachte weite Teile ihrer Kinder- und Jugendjahre in Spanien, bevor sie in die Türkei zurückkehrte und an der Universität von Ankara studierte und in Politikwissenschaft promovierte. Nach einer Sammlung von Kurzgeschichten, die 1994 unter dem Titel "Kem Gözlere Anadolu" erschienen, wurde sie 1998 für ihren ersten Roman "Pinhan", den sie mit 27 Jahren veröffentlichte, mit dem Rumi Great Prize for the Best Novel ausgezeichnet - ein Preis der die besten Arbeiten mystischer, transzendentaler Literatur würdigt. Ihr zweiter Roman "Spiegel der Stadt" erschien 1999 unter dem Originaltitel "Sehrin Aynalari". Dieses Buch wurde, wie alle folgenden Bücher Shafaks, aus dem Türkischen auch in andere Sprachen übersetzt und international rezipiert. Ihr drittes Buch "Mahrem" ("Hide and-Seek") wurde 2000 vom Verband türkischer Schriftsteller zum besten Roman des Jahres gekürt. Shafaks viertes Buch "Bit Palas" ("The Flea Palace") wurde 2002 veröffentlicht und war lange Zeit auf der Bestsellerliste der Türkei. Die studierte Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin Elif Shafak lebt mittlerweile in den Vereinigten Staaten und lehrt - nach Station an der Universiät von Michigan - Frauen- und Gender-Studien an der Universität von Arizona. Auf Deutsch ist erschienen: "Die Heilige des nahenden Irrsinns".
(Foto copyright: Jutta Sommerbauer)

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