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Benjamin Kunkel: Unentschlossen

Ausgewählte Leseproben.
21.08.2006. "Das Wollen ist auch nur eine Erfahrung", möchte man sagen (der "Wille" auch nur "Vorstellung"). Er kommt, wenn er kommt, und ich kann ihn nicht herbeiführen. Als Motto seinem Erstlingsroman "Unentschlossen" vorangestellt, versucht Benjamin Kunkel die chronische Unentschlossenheit seines 28-jährigen amerikanischen Helden Dwight mit philosophischen Untersuchungen von Wittgenstein zu adeln. Lesen Sie den Anfang.
Benjamin Kunkel: Unentschlossen
Roman
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Röder

Bloomsbury Berlin, Berlin 2006
320 Seiten, gebunden, Euro 19,90

Erscheint am 28. August 2006

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Zum Buch: Unentschlossen ist der 28-jährige Dwight und zwar chronisch, dabei müsste er so viele Entscheidungen treffen: Gerade hat er seinen Job beim Pharmakonzern Pfizer verloren, seine WG steht kurz vor der Auflösung, und ob es mit Vaneetha etwas Ernstes werden soll, weiß er nicht so genau. Auch in Dwights Familie geht es drunter und drüber. Die Eltern haben sich getrennt. Der Vater ist bankrott und trinkt gerne mal einen Scotch zu viel. Dwights Mutter spielt mit dem Gedanken, sich weihen zu lassen und Nonne zu werden. Schließlich möchte sie um Himmelswillen keine von diesen alternden Village-Damen werden. Und dann ist da noch Dwights Punk-Schwester Alice, für die er weit mehr zu empfinden scheint als reine Geschwisterliebe. Dwights Lieblingsphilosoph Otto Knittel ist der Meinung, dass Hinauszögern der Ersatz für Unsterblichkeit ist. Ein Motto, das Dwight sich sehr zu Herzen nimmt. Doch dann schlägt sein Mitbewohner ihm vor, sich als Proband für Abulinix zur Verfügung zu stellen, ein neues Mittel gegen Unentschlossenheit. Für Dwight die Lösung all seiner Probleme, wie es scheint.


Zum Autor: Benjamin Kunkel, geboren 1973, wuchs in Colorado auf. Er schreibt für "Dissent", "The Nation" und "The New York Review of Books" und ist Mitbegründer des Magazins "n+1". "Unentschlossen" ist sein erster Roman und erschien 2005 in New York unter dem Titel "Indecision".
(Foto: Jerry Bauer)



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