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Alex Goldfarb / Marina Litwinenko: Tod eines Dissidenten

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11.06.2007. "Tod eines Dissidenten. Warum Alexander Litwinenko sterben musste" ist der Bericht von Marina Litwinenko und Alex Goldfarb über die Giftmordaffäre, gespeist aus eigenen Erinnerungen, hinterlassenen Dokumenten des ehemaligen russischen Geheimdienstmannes und Gesprächen mit - genannten und ungenannten - Insider-Informanten. Lesen Sie einen Auszug aus dem ersten Kapitel.
Alex Goldfarb und Marina Litwinenko: Tod eines Dissidenten
Warum Alexander Litwinenko sterben musste
Aus dem Englischen von Violeta Topalova

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2007
432 Seiten, gebunden, Euro 19,95

Erscheint am 15. Juni 2007

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Zum Buch: Anfang November 2006 ließ sich der russische Dissident Alexander Litwinenko, der früher in den Diensten des KGB und der Nachfolgeorganisation FSB gestanden hatte, mit Vergiftungserscheinungen in ein Londoner Krankenhaus einweisen. In einer Sushi-Bar sei vermutlich ein Anschlag auf ihn verübt worden. Als sich sein Zustand in den folgenden Tagen rapide verschlechterte, nahm die Geschichte eine ernste Wendung. Die Mediziner, die zuerst davon ausgegangen waren, dass Thallium für den körperlichen Verfall des Patienten verantwortlich war, fanden erst wenige Stunden vor seinem Tod am 23. November 2006 Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 in seinem Körper. Eine Rettung gab es nicht. Wenige Tage vor seinem Tod diktierte Litwinenko seinem Freund Alex Goldfarb einen Abschiedsbrief, in dem er seinen Ärzten und der Britischen Regierung dankte und erklärte, dass der Kreml an seinem Tod verantwortlich sein würde: "Sie (Putin) werden es vielleicht schaffen, mich zum Schweigen zu bringen, aber dieses Schweigen hat seinen Preis".
Der Bericht der Witwe Marina Litwinenko und seines langjähjrigen Freundes Alex Goldfarb macht deutlich, dass die Intrige gegen Litwinenko die Spitze eines Eisbergs ist: "Niemand entkommt dem russischen Geheimdienst", sagte Marina Litwinenko in einem Interview.


Die Autoren:
Alex Goldfarb
, geboren 1947, regimekritischer Naturwissenschaftler, verließ Russland in den siebziger Jahren und arbeitete an der Columbia University. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion initiierte er ab 1991 zusammen mit George Soros humanitäre Hilfsaktionen in Russland. Er lernte Alexander Litwinenko in den neunziger Jahren kennen, und sie wurden enge Freunde, als Goldfarb den Ex-Spion und seine Familie 2000 auf ihrer dramatischen Flucht nach England begleitete. Später arbeitete er mit Litwinenko an dessen Memoiren und politischen Artikeln. Goldfarb leitet die von Boris Beresowski gegründete International Foundation for Civil Liberties.

Marina Litwinenko, geboren 1962, war Tänzerin. Ihren späteren Ehemann Alexander Litwinenko lernte sie 1993 kennen. 1995 kam der gemeinsame Sohn Tolik auf die Welt. 2000 wurde der Familie politisches Asyl in Großbritannien gewährt und im Mai 2001 die britische Staatsbürgerschaft zuerkannt. Marina Litwinenko lebt mit ihrem Sohn in London.

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