Zofia Nalkowska

Die Ungeduldigen

Roman
Cover: Die Ungeduldigen
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783518411391
Gebunden, 291 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Ursula Kiermeier. Mit einem Nachwort von Wlodzimierz Bolecki. Eine Kleinstadt im Polen der Vorkriegszeit: die Familie von Teodora und Jakub zieht Skandale und das Unglück an, als sei sie in ein ewiges Missverständnis mit dem Schicksal verstrickt. "Die Ungeduldigen" erzählt die Geschichte einer weitverzweigten Verwandtschaft - entgleiste Existenzen, gestrandete Väter und latent Wahnsinnige. Zofia Nalkowska schildert die Niederlagen und Schiffbrüche einer Familie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.09.2000

Dieser Roman sei "wunderbar dicht" und schwer nachzuerzählen, schwärmt Monika Schattenhofer, und ihre Kritik scheitert denn auch daran: Ihrer Skizze des Inhalts kann man allenfalls entnehmen, dass es irgendwie um eine Familiensaga und sehr viele Selbstmorde geht. Dennoch macht Schattenhofer deutlich, dass es sich bei Nalkowska um die "grande dame der polnischen Literaturszene" vor dem Zweiten Weltkrieg handelt. Sie stimmt Wlodzimierz Bolecki zu, der "Die Ungeduldigen" in seinem Nachwort zu dieser ersten deutschen Ausgabe einen "der innovativsten polnischen Romane der dreißiger Jahre" nennt. Nach Schattenhofer dürfte es sich auch um einen der ersten polnischen Romane handeln, der auf die Neuerungen von Proust und Joyce reagierte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000

Marta Kijowska nimmt die deutsche Neuerscheinung des Romans zum Anlass, ein eingehendes Porträt der polnischen Autorin zu entwerfen. Kenntnisreich zeichnet die Rezensentin das Leben und Werk der "Grande Dame der polnischen Literatur" nach und geht auf ihr gesamtes Prosawerk ein, bevor sie sich dem Roman "Die Ungeduldigen" zuwendet. Dieses als letztes vor dem 2. Weltkrieg erschienene Buch der Autorin sei wegen des Kriegsausbruchs kaum bemerkt und erst in den 50er Jahren wiederentdeckt worden. Rätselhaft erscheint der Rezensentin manches in diesem Roman. So sei unklar, wann und wo die Handlung angesiedelt sei und ungeklärt blieben auch die Beziehungen der einzelnen Personen untereinander. Bewusst setze die Autorin eine achronologische Erzählweise ein, die auf eine "Verdichtung der Informationen" abziele. Wegen seiner aufgeworfenen moralischen und metaphysischen Fragen gelte das Buch als einer der "innovativsten polnischen Romane der dreißiger Jahre", teilt die Rezensentin mit, und diesem Urteil hat sie offensichtlich nichts hinzuzufügen.
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