Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Der junge Mizoguchi stottert und wird von seinen Altersgenossen gemieden. Er fühlt sich allein, bis er Novize in einem berühmten Tempel in Kyoto wird. Gebannt von der allumfassenden Schönheit des Tempels, entwickelt er eine gefährliche Obsession und steuert unweigerlich auf eine Katastrophe zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2020
Rezensent Steffen Gnam liest den Roman von Yukio Mishima in der Neuübersetzung von Ursula Gräfe mit Gewinn. Wiederum erweist sich der Autor laut Gnam als "Chronist der Nachkriegspsyche Japans" und Erkunder des Spannungsverhältnisses zwischen Ideal und Realität, wenn er die Geschichte eines unverstandenen Kloster-Novizen erzählt, der ein Nationalheiligtum in Brand setzt. Wie Mishima dem historischen Fall des Tempelbrands philosophische, psychologische und gesellschaftskritische Lesarten entlockt, Entwicklungs-, Künstlerroman und "Zen-Lehrstück" verfasst, scheint Gnam lesenswert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.01.2020
Rezensent Dirk Fuhrig liest Yukio Mishimas Roman über den Brandstifter des Goldenen Pavillon mit spürbarer Faszination. Der laut Fuhrig eng an den historischen Fakten entlang geschriebene Text dringt ein in die Welt des moralisch verwirrten, sich als minderwertig empfindenden Studenten, der seine Tat als Reinigung begreift, mit dem Pavillon als Symbol der Erotik, wie Fuhrig erläutert. Der Text ist für den Rezensenten auch eine Meditation über Gut und Böse, Wahrheit und Verbrechen, Radikalisierung und seelische Abgründe. Ursula Gräfes Übersetzung bringt all das "geschmeidig" ins Deutsche, ihr Vorwort ordnet den Text ein und informiert über den Autor, erklärt Fuhrig.
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