Aus dem Griechischen von Theo Votsos. "Die Nacht, in der Pavlos starb" aus dem Jahr 2023 ist ein politischer Thriller, der die erschreckende Geschichte der rechtsextremen Partei "Goldene Morgenröte" und die dramatischen Ereignisse rund um die Ermordung des Musikers und Rappers Pavlos Fyssas erzählt. Basierend auf realen Geschehnissen, führt uns der Roman durch die dunklen Abgründe einer kriminellen Organisation, die unter dem Deckmantel der Politik agierte.X enophon Kontiades lässt in seinem packenden Werk Zeug*innen, Opfer und Betroffene zu Wort kommen und zeichnet ein erschütterndes Bild von Gewalt, Einschüchterung und mutigem Widerstand. Das Buch beginnt mit der Mordnacht an Pavlos Fyssas und endet mit dem historischen Gerichtsprozess, der zur Verurteilung der Neonazi-Partei führte.Ein fesselndes und wichtiges Buch, das nicht nur die jüngste Geschichte Griechenlands beleuchtet, sondern auch als Mahnung vor dem Wiedererstarken der extremen Rechten in Europa dient. Das Buch ist in seiner Heimat sehr erfolgreich, liegt dort bereits in sechster Auflage vor und ist nun in deutscher Übersetzung erhältlich.
Düster sieht die jüngste Vergangenheit Griechenlands in Xenophon Contiades' neuem Roman für Rezensent Leander Berger aus: Er reiht sich in die dokumentarische Gerichtsliteratur etwa eines Emmanuel Carrère ein und behandelt hier den Prozess gegen die rechtsextreme Partei "Goldene Morgenröte". Deren Führungsspitze war beschuldigt, einen linken Rapper erstochen zu haben, vorher gab es eine Menschenjagd durch 50 Nazis, langjährige Haftstrafen waren die Folge, ist zu lesen. Die dokumentarischen Elemente sind erschütternd, wie zum Beispiel die Selbstaussagen der Parteimitglieder, sie wollten "Sturmtruppen" in Anlehnung an die SS gründen oder die "Aufhebung der Demokratie" durchsetzen - dass Contiades sich aber in den ersten zwanzig Seiten in die Position des ermordeten Pavlos Fyssas versetzt und imaginiert, was er wohl in den letzten Minuten seines Lebens gefühlt haben mag, ist für Berger doch recht kitschig geraten - er hätte sich stattdessen lieber ein gutes Vorwort gewünscht.
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