Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2002
In seinem Essayband "Rationalpark" untersucht der Literaturwissenschafter Wolfram Malte Fues das verdächtig gewordene "Wurzelwerk" des modernen rationalen Subjekts, informiert der mit "lx" zeichnende Rezensent. Fues reibt sich laut Rezensent vor allem an den Vernunftkritikern der Postmoderne, die sich einerseits bedenkenlos von den Kategorien der klassischen Moderne von Descartes bis Habermas verabschiedeten, mit ihrem Tun andererseits permanent die von ihnen für Tod erklärten Kategorien neu belebten: das (schreibende) Subjekt. Der Rezensent hält fest, dass Fues den sogenannten "Zerfall" der Moderne und ihrer Vernunft eine Form von (Selbst-)Täuschung hält, und statt eines "Zerfalls" der Vernunft eine "Transformation der Sinngebung" diagnostiziert.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…