Dass zwei Männer Rivalen sind, soll auch heute noch vorkommen. Daß es dabei um eine Frau geht, ist sicher nicht ungewöhnlich. Aber wenn es sich um zwei Talkmaster handelt, zwei von diesen eitlen Fernseh-Fuzzis, die jede Woche oder womöglich noch öfter als Gastgeber einer Talkshow auftreten und ihre mehr oder weniger arglosen Gäste ausquetschen, dann muss man mit unvorhersehbaren Entwicklungen rechnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2004
Nein, Burkhard Müller war nicht amüsiert und ist so klug als wie zuvor: Wolfgang Herles' Roman aus dem Inneren der Fernsehunterhaltung, schreibt er, "will kecker sein als die Vorabendserie und ist doch bloß ungenießbar trocken" - im Fernsehen, so der ungnädige Rezensent, sieht man wenigstens die Gesichter zu dem Gelaber, mit dem der Autor, selbst lange Zeit Talkmaster, Seite um Seite füllt. Und wenn er dann mal auf narrative Distanz geht, dann wird's zynisch - mit jener Art von "lapidarem Zynismus", der dem müden Abwinken gleichkommt. Und Müller fährt fort: "Ein bisschen sinnhaft und ein bisschen sinnlos, ein bisschen glücklich und ein bisschen unglücklich: So läuft auch der Plot des Buchs, der kein Gefühl für erzählerische Ökonomie hat, viel zu langsam in Gang kommt und sich zum Schluss überkugelt." Es geht um zwei Talkshow-Hosts, einst befreundet, jetzt im Kampf um Quoten und ums Chefreporterluder von der großen Illustrierten verfeindet. Und es ist wenig unterhaltsam.
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