Stefan Mühldorfer

Tagsüber dieses strahlende Blau

Roman
Cover: Tagsüber dieses strahlende Blau
dtv, München 2009
ISBN 9783423247153
Kartoniert, 240 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Robert Ames ist 37 und Versicherungsmakler. Er lebt mit seiner Frau Kala und seinem Sohn Jonathan in einem kleinen Haus in Hamilton, Ontario. An einem Freitagmorgen bricht er auf in einen ganz normalen Arbeitstag - und doch wird alles anders sein als sonst. Robert, der es gewohnt ist, das Leben anderer Menschen zu versichern, gerät selbst Schritt für Schritt ins Wanken. Am Abend steht plötzlich seine Ehe auf dem Spiel und er muss sich fragen, wo im Leben er eigentlich steht. Stefan Mühldorfer zeichnet das Porträt eines Mannes, der als feinsinniger Beobachter sein Leben in den Blick nimmt und doch nicht verhindern kann, dass es ihm zu entgleiten droht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2009

Außerordentlich gelungen findet Rezensent Lothar Müller das Romandebüt dieses nicht mehr ganz jungen Autors. Zwar komme es in "seinen Schauplätzen und Figuren wie in seiner Erzähltechnik" unverkennbar als Coverversion der amerikanischen Erzähler von John Cheever und Richard Yates bis zu Richard Ford daher, brauche sich aber davor nicht zu verstecken. Denn Stefan Mühldorfer schmiege nicht einfach in die zitierte "Hohlform" ein, sondern verwandele sich an, "indem er die Schlüsselposition des Ganzen mit eigenem Leben" fülle: die "Perspektive des Ich-Erzählers" nämlich. Zunehmend fasziniert lässt sich der Rezensent von diesem Erzähler "in jenem stetig vorrückenden Präsens" durch sein Dasein führen, die für ihn den amerikanischen Realismus prägen und verfolgt, wie geschickt Mühldorfer seinen Protagonisten, den Versicherungsvertreter Robert Ames eindeutscht und variiert. "Das soll dem Autor erst mal einer nachmachen", seufzt ein sattgelesener Müller am Schluss.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2009

Lobend äußert sich Rezensent Kolja Mensing über Stefan Mühldorfers "raffiniert konstruierten" Debütroman "Tagsüber dieses strahlende Blau", den er als eine "American Novel" beschreibt. Im Mittelpunkt sieht er den Versicherungsvertreter Robert Ames, der an einem Freitag, der als "Bilderbuchfreitag" beginnt, von einer Reihe scheinbar schicksalhafter Ereignisse überrollt wird. Überzeugend findet er, wie der Autor das Drama auf die sprachliche Ebene verlegt. Mühldorfer habe seinem Protagonisten ein "stabiles Gerüst aus Gemeinplätzen" gebaut, "das selbst an einem Katastrophentag wie diesem nicht wackelt". Ames' Leben erscheint Mensing als einziger Selbstbetrug. Besonders gefallen hat ihm die stimmige Schilderung des nordamerikanischen Ambientes mit Basketballkörben über den Garagentoren der Wohnsiedlungen, Autohändlern und Fast-Food-Restaurants an den Ausfallstraßen.
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