In 42 Episoden erzählt Wolfgang Hegewald das Leben Nathan Niedlichs, eines deutsch-deutschen Schriftstellers, dem der erfolgreiche Durchbruch nicht gelingen will. Selbst deprimierenden Episoden versucht er, eine triumphierende Pointe abzugewinnen. Zwischen Beschreibungen absurder Alltäglichkeiten und ironischer Sicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse erleben wir Szenen aus der Kindheit, erste literarische Versuche, literarische Freund- und Feindschaften bis hin zur Existenz Nathan Niedlichs als Religionswissenschaftler, der die Absagen der Verlage chronologisch durchnummeriert in einen Ordner abheftet. Doch N.N. lässt sich nicht unterkriegen: "beleidigt, enttäuscht, gedemütigt, denunziert, geliebt,geschätzt oder auf andere Weise unvergesslich behandelt" berichtet er in demütig amüsiertem, manchmal erbost spitzzüngigem Ton von seinem alltäglichen, vor allem literarischen Umfeld...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2010
Wolfgang Hegewald war mal ein kommender Autor der deutschen Literatur. Das war in den Achtziger Jahren, da war er, unter anderem, Bachmann-Preisträger. Erfolgreich beim Publikum war er nie, erst verlor dann auch die Kritik, dann der Verlag des Interesse. So blieb Hegewald für die Öffentlichkeit zwölf Jahre lang unfreiwillig stumm. Nun feiert er bei einem neuen Verlag ein Comeback und nutzt es dafür, von einem zu erzählen, dem es sehr ähnlich erging wie auch ihm: Nathan Niedlich (Initialen N.N.) ist als Autor ohne Publikationsfortune sein Protagonist. "Fegefeuernachmittag" gibt Einblicke in den Literaturbetrieb, die sich - und darin sieht Sarah Elsing eine entscheidende Qualität dieses Buches - in der Satire und im Schlüsselromanhaften nicht erschöpfen. Der Genuss, den sie aus dem Text zieht, verdankt sich seinem "Humor", seiner "Leichtigkeit" und sogar dem Gefühl, es mit einem von tieferer Bedeutung und großer Ambition entlasteten "Nebenwerk" zu tun zu haben. Für die weitere Zukunft jedenfalls wünscht Elsing dem Verfasser nur das beste.
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