Der Kriegsberichterstatter Michael Gernow kehrt von einer illegalen Reise aus Sibirien nach Berlin zurück und gerät in eine existenziell desolate Situation zwischen Traumrealität und vorgeblicher Wirklichkeit. Er weiß noch nicht, dass sich um ihn ein Netz aus Lügen, Sex und tödlicher Gewalt gelegt hat, in dem er leibhaftig zur Person seines Doppelgängers, des Wall Street-Tycoons Stanley Tomski mutieren wird. Dass sein Tod dem Doppelgänger das Leben retten soll, wird ihm erst deutlich, als ihn das Todesurteil der russischen Diebe im Gesetz erreicht. Das psychedelische Roulette um Leben und Tod führt Gernow in einen unsichtbaren Krieg und um die halbe Welt: von Berlin nach London und Plymouth-on-Sea bis nach Tokyo und weiter über das Ochotskijsche Meer im Sturm der Purga nach Magadan in die Polarnacht der Kolyma.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2010
Durch diesen "Trumm von Roman" hat Alexander Müller sich regelrecht durchbeißen müssen. Weder weiß er, mit welchem Genre er es zu tun hat (Abenteuer-, Liebes- Entwicklungsroman, Psychothriller?), noch kann er einordnen, ob der psychisch nicht eben stabil wirkende Erzähler von Traum oder Wirklichkeit berichtet, wenn er die Geschichte einer Intrige und einer Seelenwanderung mit seiner Person im Zentrum zum besten gibt. Als wäre das nicht genug, triezt ihn Manfred Iwan Grunert auch noch mit weit verzweigten Handlungsfäden und ungeheurem Detailreichtum. Auch wenn der Autor diese Fäden fest in der Hand hält, wie Müller einräumt, wenn er seinen Stoff sorgfältig recherchiert und unterhaltsam darbietet - ein bisschen zu spirituell und pathetisch ist ihm das Ganze doch.
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