Wolf Haas

Wie die Tiere

Roman
Cover: Wie die Tiere
Rowohlt Verlag, Reinbek 2001
ISBN 9783498029616
Gebunden, 224 Seiten, 17,84 EUR

Klappentext

Wien in Aufruhr: Ein verrückter Hundehasser streut im Augarten Hundekekse aus, die mit Stecknadeln gespickt sind. Schon drei Schoßtiere sind an den heimtückischen Leckereien verendet. Hat die perfide Mordserie mit einem gigantischen Bauvorhaben im Augarten zu tun? Herta Hartwig will einen ehemaligen Flakturm in ein großes Heim für den "besten Freund des Menschen" umbauen. Ein millionenschwerer Erbe soll das Riesenprojekt finanzieren: Killerhund Kerli. Doch der natürliche Feind des Hundes ist das Kleinkind, und so laufen besorgte Eltern Sturm gegen diese Pläne. Plötzlich büchst Kerli aus und beißt eine Spendensammlerin tot. Keine Frage: ein Fall für Privatdetektiv Brenner!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2001

Wenn Manfred Papst in seiner Besprechung erklärt, an diesem Autor schieden sich die Geister, so macht er am Ende doch auch klar, auf welcher Seite er selbst steht. Wie der Verlag, der seinen Autor "nobilitiert", indem er ihn "erstmals im Hardcover-Programm herausbringt," ehrt er den Krimiautor Haas, indem er sich noch manch weiteren Brenner-Roman wünscht, mehr von dieser "bitterbösen Milieuzeichnung," diesem "witzigen, hinterfotzigen Ton," dem "Vitriol eines spezifisch wienerischen Humors" und solchen "virtuosen Gruseleffekten" (geköpft wird hier stilvoll mit Rotorblättern). Der vom Autor in seinen Büchern gepflegte Duktus der Wiedererkennung, beruhigt uns der Rezensent, ist noch nicht zur Masche geworden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Tobias Gohlis warnt den unvorbereiteten Leser, von Wolf Haas einen gewöhnlichen Kriminalroman zu erwarten, den man so ganz nebenbei "in der Bahn, auf dem Klo" lesen könne (wer tut aber auch so was?). Bei diesen speziellen Krimis empfiehlt der Rezensent "Distanz, Konzentration und Selbstbeherrschung" und kann es selbst kaum verhindern, dass ihn die hier erzählte Geschichte um einen gemeinen Anschlag gegen die Wiener Hundewelt und einen Kommissar in Wohnungsnöten dann doch nahe geht. Doch kommen ihm bei dem glücklichen Ende dieses Hundekrimis keine Rührungstränen, da er bereits Lachtränen in den Augen hat, wie er preisgibt. Gohlis findet dieses Buch einfach "wunderbar" und hat sich ganz offensichtlich beim Lesen glänzend amüsiert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2001

In dem neuen Roman "Wie die Tiere" von Wolf Haas begleiten sich seit seinem Debüt ein langsamer Detektiv und ein geschwätziger Erzähler schon zum fünften mal. Der Detektiv hat den Höhepunkt seiner Karriere bereits hinter sich und er denkt des öfteren an Frühpensionierung. Um dieses Vorhaben zu realisieren begibt er sich nach Wien. Dass er bei der Aufklärung des Falles nicht so recht weiterkommt, findet die Rezensentin Christina Nord auch nicht weiter schlimm, denn die Stärken des Krimis liegen vielmehr in dem sprachlichen Bereich, meint sie. So habe die Sprache eine "ganz eigene Klangfarbe" die sich insbesondere durch die Gegensätzlichkeit von äußerst schwatzhaften und sehr lakonischen Sätzen auszeichne. Darin bestehe auch der eigene Reiz dieser Krimis, so Nord.
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