Witold Gombrowicz

Ferdydurke

Roman
Cover: Ferdydurke
Kampa Verlag, Zürich 2022
ISBN 9783311101017
Gebunden, 368 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Rolf Fieguth. Der dreißigjährige Josi Kowalski hat ein Buch mit dem Titel Memoiren aus der Epoche des Reifens geschrieben, aber niemand nimmt ihn für voll. Da steht eines Nachts ein Geist in Josis Zimmer: ein Doppelgänger - und doch auch wieder nicht. Josi fühlt sich seiner Identität beraubt, verscheucht den Geist und beschließt, umgehend etwas wirklich Eigenes zu verfassen, "mit mir identisch, direkt aus mir hervorgehend". Da steht schon der nächste Besucher in der Tür, Herr Pimko, Philologe aus Krakau. In Pimkos Anwesenheit wird Josi zu einem unreifen siebzehnjährigen Rotzbengel. Er findet sich in einer Schule für verkleinerte Erwachsene wieder, dann im Haus der sehr aufgeklärten Familie Jungmann und schließlich bei sehr vornehmen Adligen auf dem Land. Als Teenager hat Josi endlich die nötige Distanz, um sich über die "Reife" seiner Umgebung zu mokieren - und dastut er mit Leidenschaft und Wortwitz. Witold Gombrowicz stellt in seinem Rückentwicklungsroman alles auf den Kopf, was nicht nur im Polen der zwanziger und dreißiger Jahre als heilig galt - Nation, Religion, Familie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2023

Wie schön, dass dieses "Sprachkunstwerk" neu übersetzt ist, schwärmt Rezensent Wolfgang Schneider und preist Witold Gombrowiczs Roman aus dem Jahr 1938 als furiose Karikatur der damaligen Moderne. Die Geschichte handelt von einem jungen Schriftsteller, der aus einem Schul-Alptraum nicht mehr erwachen kann und in der Spätpubertätsschlaufe hängenbleibt. Dieses temperamentvolle Buch des polnischen Autors durchleuchtet, was heute in der Psychologie das "innere Kind" genannt wird, schreibt der Rezensent, und zieht dabei sprachlich und stilistisch alle Register über das angebliche Erwachsensein. Die satirische Polemik Gobrowiczs ist für Schneider auch eine Wonne, weil Übersetzer Rolf Fieguth die "schillernde Farbenpracht" des Romans neu habe erstehen lassen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.10.2022

Rezensent Jörg Plath empfiehlt diesen Ideenroman von Witold Gombrowicz aus dem Jahr 1938 in der rasanten Neuübersetzung von Rolf Fieguth. Mit ein paar selbstverliebten Redundanzen des Autors kommt er klar angesichts der turbulenten Anti-Bildungs-Geschichte des Josek Kowalski, der die Unreife liebt. Das avantgardistische Stück verbindet gesellschaftliche Umstürze mit dem "Ringen um Individualität", und zwar auf für den Leser höchst vergnügliche, nur manchmal etwas ermüdende Weise, versichert Plath.
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