Willy Vlautin

Northline

Roman. Mit Audio-CD
Cover: Northline
Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783827008343
Kartoniert, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Robin Detje. Die Nacht bricht herein über Las Vegas, Stadt der Glücksspieler und einsamen Trinker, der Nutten und Hochzeitstouristen in der Wüste Nevadas. Allison Johnson, Anfang zwanzig, ein Mädchen mit schwarzem Haar und blauen Augen, sitzt vor einem Videospiel im Kasino. Sie ist betrunken. Ihr Freund Jimmy schleppt sie aufs Klo, zwingt sie, mit ihm Sex zu haben, prügelt sie blutig, weil sie bewusstlos wird. Allison lebt mit ihrer Mutter im Norden der Stadt. Vor und hinter dem Haus zwei verdorrte Rasenflächen, in der Auffahrt unter einem Plastikdach ein 1987er Chevrolet Lumina. Die Mutter trinkt und raucht ununterbrochen, hat eine Affäre mit irgendeinem Tom und trägt billige chinesische Seidenkleidchen. Abends schauen sie Filme mit Paul Newman, Haie der Großstadt und Butch Cassidy und Sundance Kid. Als Allison erfährt, dass sie im dritten Monat schwanger ist, packt sie ein paar Kleider in einen Koffer und haut ab ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2009

Vor allem die Nebenfiguren haben es Alexander Müller in Willy Vlautins zweiten Roman "Northline" angetan, der sich wie schon sein Debüt "Motel Life" den Verlierern der amerikanischen Gesellschaft zuwendet. Der Sänger und Songwriter der Countryband "Richmond Fontaine" erzählt darin von der 22-jährigen Allison, die sich, als sie schwanger wird, von ihrem gewalttätigen, rassistischen Freund Jim und der verwahrlosten Mutter absetzt und sich auf den Weg nach Reno macht, lässt uns der Rezensent wissen. Grandios, wie Vlautin mit wenigen Strichen ganze Biografien von scheinbar "unspektakulären" Figuren zeichnet, lobt Müller, der mit ebensolcher Freude registriert, dass sich der Autor jeglichen Sozialkitsch verkneift. Umso bedauerlicher findet er es, dass der amerikanische Autor mitunter doch etwas zu plakativ in "Täter und Opfer" trennt, aber insgesamt weiß er diesen Blick hinter die Kulissen des "amerikanischen Traums" durchaus zu schätzen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2009

Christoph Schröder fand schon Willy Vlautins Debütroman "Motel Life" ziemlich gut, aber sein neues Buch preist er als noch gelungener. In "Northline" beschreibt der amerikanische Autor, als Sänger und Gitarrist der Countryband "Richmond Fontaine" bekannt, die trostlose Welt der jungen Allison: Sie ist alkoholabhängig, ihr Freund schlägt, quält und betrügt sie. Es ist eine Milieustudie im "White Trash" von Las Vegas, wo der "amerikanische Traum" längst zu Ende ist und an ein Aufsteigen aus den trostlosen Verhältnissen gar nicht zu denken ist, informiert der Rezensent. Begeistert ist er von der einfühlsamen und empathischen Erzählweise, mit der Vlautin seine Hauptfigur begleitet und ihm hat offensichtlich auch die beigegebene CD gefallen, die den melancholischen Soundtrack für diese traurige Geschichte abgibt.
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