Wieslaw Mysliwski

Der nackte Garten

Roman
Cover: Der nackte Garten
btb, München 2000
ISBN 9783442750528
Taschenbuch, 220 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von von Caesar Rymarowicz. Ein Lehrer in einem kleinen polnischen Bauerndorf blickt zurück auf sein Leben. Dem Strom seiner Erinnerungen folgend, umkreist er seine Kindheit und Jugend, aber auch das Verhältnis zu seinem Vater, der dem Sohn gleichsam zum gebrochenen Spiegel seiner selbst wird. Untrennbar sind ihrer beider Wege miteinander verbunden, und so entsteht das subtile und vielschichtige Porträt eines Vaters und eines Sohnes, die zeitlebens nicht aufgehört haben, einander zu suchen. In einer Prosa von seltener Meisterschaft, die schwebende Leichtigkeit mit virtuoser Sprachgewalt vereint, lässt Wieslaw Mysliwski vor dem Auge des Lesers die beinahe vergessene Welt des ländlichen Polen wiedererstehen - und erschafft eine sensible Hommage an den Vater, der sich einst einen Sohn erträumte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2001

Die deutsche Übersetzung dieses bereits 1967 im Original erschienenen Romans nimmt Marta Kijowska zum Anlass, den polnischen Autor Wieslaw Mysliwski dem deutschen Publikum vorzustellen. Auch wenn seine insgesamt vier Romane immer auf dem Lande spielen und tief in der bäuerlichen Kultur verwurzelt seien, behauptet Kijowska, so sei er keineswegs als Chronist des Dorflebens zu bezeichnen. 'Ich schreibe nur über die Liebe', zitiert die Rezensentin den mittlerweile 68jährigen Autor. Das hat die Kritiker nicht davon abgehalten, berichtet Kijowska, seine Bücher höchst unterschiedlich zu interpretieren und seine Beschreibungen eines vermeintlich intakten Dorflebens entweder zum Nationalmythos zu stilisieren oder als Gegenbild zur städtischen Entfremdung zu interpretieren. Mysliwskis Distanz zum Literaturbetrieb und seine Gleichgültigkeit gegenüber solchen interpretatorischen Aussagen lassen ihn auch heute noch trotz oder wegen seiner universellen Thematik große Verehrung erfahren, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.01.2001

Dagmar Dzierzan bespricht diesen 1967 erstmals im Original erschienen Roman Mysliwskis mit warmen Worten. Ein alternder Dorflehrer erinnert sich an seinen Vater. Er selbst hat in diesem Roman nicht einmal einen Namen. Und doch geht es hier nicht um Abhängigkeiten oder eine "verspätete Abnabelung", schreibt Dzierzan, sondern um die Liebe, die beide füreinander empfunden haben. Gleichzeitig beschreibe Mysliwski, der selbst in einem Dorf aufgewachsen ist, aber auch den Untergang der Dorfkultur in Polen. In einer "einfachen, klaren Sprache, die wie unbeabsichtigt lyrische Akzente" enthalte, mache Mysliwski "das moralisch-philosophische Wertesystem" der Bauern verständlich. Mit der Übersetzung von 1974 ist die Rezensentin allerdings nicht zufrieden. Der Verlag hätte sie wenigstens überarbeiten sollen, findet sie.
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