Die deutschen Krankenhäuser erfahren derzeit einen tiefgreifenden Wandlungsprozess. Zum einen ändert sich mit den 2003 eingeführten Diagnosis Related Groups (DRG) die Form der Leistungsabrechnung grundlegend: Nicht mehr die Liegezeit, sondern die Fallpauschale wird zum primären Finanzierungsmodus. Zum anderen finden - oftmals verbunden mit der Privatisierung der Häuser - Konzepte moderner Unternehmensführung (EDV-gestütztes Controlling, "Outsourcing" und Zentralisierung von wichtigen Betriebsfunktionen) Eingang in den Krankenhausalltag. In der vorliegenden Studie wird gezeigt, wie diese neuen ökonomischen Rahmenbedingungen die ärztlichen Handlungs- und Entscheidungsprozesse beeinflussen. Im Zentrum der Untersuchung stehen eine chirurgische und eine internistische Abteilung. Die zeitliche Differenzierung zwischen zwei Untersuchungsphasen (2000-2002 und 2004-2005) erlaubt es, die Auswirkungen der aktuellen Veränderungen in der Krankenhausorganisation auf das ärztliche Handeln detailliert nachzuzeichnen. Die Ergebnisse zeigen einige Überraschungen. Trotz des ökonomischen Drucks scheinen die Ärzte ihre handlungsleitenden Orientierungen im Wesentlichen beizubehalten. Doch aufgrund der knapper werdenden Ressource "ärztliche Arbeitskraft" sind nun Prioritäten zu setzen. Gespart wird insbesondere in den "weichen", psychosozialen Bereichen der Medizin. Zudem sind bei den Routinefällen Betreuungslücken in Kauf zu nehmen, um den komplizierten Fällen hohe Aufmerksamkeit geben zu können. Um dem Primat kurzer Liegezeiten zu folgen, werden Behandlungsprozesse zerteilt und schneller aufwendige diagnostische Prozeduren angefahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2006
Einen Glücksfall nennt Gerd Roellecke das Buch von Werner Vogd insofern, als es uns die Tränen in die Augen treibt. Die Zustände an deutschen Kliniken, die die Ärzte auf die Straße gehen lässt, können wir nach der Lektüre jedenfalls besser verstehen, meint Roellecke. Dass die wissenschaftliche Gründlichkeit des Bandes nicht gerade für leichte Lektüre sorgt, nimmt er gern in Kauf, bekommt er dafür doch eine möglichst objektive Einschätzung der Gesundheitsreform und ihrer Folgen, empirisch, nicht theoretisch gestützt, wie Roellecke betont. Darin nämlich sieht er ein deutliches Plus des Bandes. Vogd sammelt statistisches Material vor Ort und kann so "feine Differenzierungen" anbieten. Und Roellecke erkennt: Mit dieser Gesundheitspolitik wird das Krankenhaus zum Discounter.
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