Ursula Biermann

'Der Alte stirbt doch sowieso'

Der alltägliche Skandal im Medizinbetrieb
Cover: 'Der Alte stirbt doch sowieso'
Herder Verlag, Freiburg 2009
ISBN 9783451296482
Kartoniert, 198 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Ungenaue Diagnosen, falsche Therapie, oberflächliche Behandlung, die Liste ist lang: Ältere Menschen werden in der Medizin zunehmend Opfer einer skandalösen Diskriminierung, sie erhalten längst nicht immer die gleichen medizinischen Leistungen wie jüngere Patienten. Und die Politik überlegt sogar, wie pflegerische Leistungen für Alte weiter reduziert werden können. Ursula Biermann deckt die alltäglichen Missstände im deutschen Gesundheitssystem auf, lässt Betroffene zu Wort kommen und zeigt Möglichkeiten und Wege, wie eine Verbesserung der Situation zu erreichen wäre.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2009

Den Titel von Ursula Biermanns Buch ("Der Alte stirbt doch sowieso") hält der Stuttgarter Historiker Robert Jütte zwar für etwas drastisch. Aber was die Journalistin über die schlechte medizinische Behandlung von älteren Menschen zusammengetragen hat, scheint ihm überzeugend recherchiert und überaus instruktiv. Zustimmend äußert er sich über Biermanns Kritik der Dreiklassenmedizin, die nicht nur den Unterschied zwischen Privat- und Kassenpatienten macht, sondern zunehmend ältere und alte Menschen als die "dritte Klasse" diskriminiert. Neben zahlreichen Erfahrungen findet Jütte in dem Buch auch aktuelle Forschungsergebnisse zitiert, die diese Einschätzung belegen. Er referiert über die Rationierung von Gesundheitsleistungen für ältere Menschen, die auch in Deutschland längst gängige Praxis ist. Den "eigentlichen Skandal" sieht er in der Verweigerung von Reha-Maßnahmen, was viele ältere Menschen zum Pflegefall macht. Neben dem Forderungskatalog der Autorin hebt er insbesondere deren Rat zur Selbsthilfe hervor, Freundschaften zu pflegen, so dass man im Notfall im Alter auch Unterstützung habe.

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