Werner Pieck zeigt uns Georg Friedrich Händel (1685-1759) in seiner Zeit, einer Epoche, in der sich die europäischen Mächte in blutigen Schlachten bekämpften; zeigt uns das Kind bei nächtlichen Übungen am Klavierchord im elterlichen Halle an der Saale, das gefeierte Operndebüt in Hamburg, begleitet den jungen Mann in die kunstsinnigen Städte Europas, findet ihn als umworbenen Gast auf englischen Adelssitzen und im Alltag seiner Wahlheimat London. Wir sehen einen ungeheuren Arbeiter, einen Mann des öffentlichen Lebens im Kampf mit Sängern und Impressarios, Librettisten und Komponisten; ungeduldig, maßlos, schroff und spöttisch, liebevoll teilnehmend und generös, machtvoll auch in seinen Widersprüchen, so übermächtig wie seine Musik, in der sich die ganze Welt spiegelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2002
Der 1933 geborene ehemalige Diplomat Werner Pieck, der als Dozent in den USA arbeitet, ist ein "vielseitig gebildeter Mann", stellt Ernst-Peter Wieckenberg fest. Seine Biografie über Händel hat den Rezensenten in jedem Fall gefesselt. Obwohl es über viele Stationen im Leben des Komponisten nur dürftige Quellen gibt, sei der Autor niemals der Versuchung erlegen, sich in Vermutungen zu ergehen, lobt der Rezensent. Die Biografie empfiehlt er auch musikgeschichtlichen Laien, obwohl er sich an manchen Stellen gewünscht hätte, dass Pieck mehr zur Sozial- und Kulturgeschichte von Orten und Institutionen geschrieben hätte. Unklar bleibe auch, an welchen Stellen seine Biografie über den aktuellen Forschungsstand hinausgehe, weil Pieck den Leser nur selten wissen lasse, mit welchen Biografen er sich in seinem Buch auseinandersetze. Deutlich geworden ist Wieckenberg in jedem Fall, dass Händel es hervorragend verstand, seine Karriere zu inszenieren und seinen Erfolg auch mehr als genoss.
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