Die Auseinandersetzungen, die die Architekturdiskussion am Anfang des Jahrhunderts bestimmt haben, sind bis heute wirksam. In diesem Buch steht die moderne Architektur in ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit vor Augen und auch zur Debatte. Werner Oechslin bewertet Errungenschaften und Probleme der Architektur der Moderne. Der Schwerpunkt der gesammelten Aufsätze liegt bei einer Neubestimmung des Begriffs Moderne. Gleichzeitig beleuchtet Oechslin die theoretischen Positionen modernen Bauens ebenso wie die medialen Vermittlungsmechanismen und politischen Durchsetzungsstrategien.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Zwar räumt Robert Kaltenbrunner ein, dass man noch weit entfernt ist, Architekturtheorie der Allgemeinheit nahe bringen zu können, jedoch findet er, dass Oechslin, der so "ungeniert wie tiefsinnig in alten Wunden bohrt", überzeugend die Unabdingbarkeit eines theoretischen Überbaus vermittelt. Schwerpunkt von Oechslins Darstellung sei dabei das komplizierte und widersprüchliche Verhältnis von "Moderne" zur Geschichte. Denn einerseits verabschiede sich die "Moderne" zwar von der Geschichte, allein schon um ihre eigene Bedeutung zu unterstreichen, andererseits beanspruche sie selbst Ewiggültigkeit. In diesem Zusammenhang gelinge es Oechslin "in sehr beredter Form" Architektur im Kontext von Geschichte und Kultur darzustellen und auch die wahren Hintergründe so manch einer Theorie zu beleuchten.
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