Hans Kollhoff hat sich nicht allein als handelnder Architekt mit Entwürfen und Bauten international einen Namen gemacht. Auch der schreibende und sprechende Architekt fordert zur kritischen Betrachtung seines Metiers heraus. Mehr noch: Als Stichwortgeber hat Hans Kollhoff immer wieder öffentliche Debatten zu praktischen wie architekturtheoretischen Fragen vom Zaun gebrochen. Begriffe wie "Tektonik", "Konvention" oder "das steinerne Haus" sind durch ihn in den neunziger Jahren auch über die engere Fachöffentlichkeit hinaus in die Diskussion zurückgekommen und zum Bestandteil einer theoretischen, mitunter hochpolemisch geführten Auseinandersetzung mit der Architektur geworden.
Nach Lektüre von Hans Kollhoffs theoretischem Werk "Das architektonische Argument" kann Rezensent Ullrich Schwarz immerhin so viel klarstellen: Kollhoff lehnt die Arbeit seiner schillernden Kollegen wie Zaha Hadid, Daniel Libeskind Rem Koolhaas nicht aus einem Konservatismus heraus ab, für Kollhoff sind deren bauten eben nicht Avantgarde, sondern Klamauk, "stadtzerstörendes Entertainment". Gleichwohl beruft sich Kollhoff in seiner Theorie viel auf Überlieferung, Konvention und Metier, erklärt Schwarz, und rekurriert auf einen aus der Architekturpsychologie gewonnenen Begriff des Gemeinsinns. Doch überzeugt ist der Kritik nicht, der glaubt, dass Kollhoffs eigene Bauten auch deshalb oft unlebendig wirkten, weil er eben nicht aus einer "vitalen Tradition" schöpfen könne, sondern nur an sie erinnern.
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