Was ist Architekturwahrnehmung? Sicherlich ist sie Voraussetzung für praktisches Handeln. Aber was uns in diesem Zusammenhang mehr interessiert: Sie ist auch Voraussetzung von Architekturtheorie. Ist sie einfach die reflektierende Bewusstwerdung der gebauten Umwelt? Oder ist sie ein plötzlich sich offenbarendes Aha-Erlebnis, ein Gewahrwerden der Mauern um uns herum? Gründet sie auf einer Tradition des Nachdenkens über geplante oder ausgeführte Architektur? Hilft uns zum Verständnis das Kompendium der Texte, mit denen Architekten ihr eigenes Werk schriftlich interpretieren? Oder schadet etwa unserer Aufnahmefähigkeit ("wegen Überfüllung geschlossen") die Kenntnis all dessen, was zum Bauen gesagt wurde (von Vitruv bis Koolhaas), also der Fülle der schriftlichen Überlieferung?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.07.2015
Oliver Herwig ist fasziniert von diesem Buch des Architekturtheoretikers Ulf Jonak. Wie der dem Leser die Wahrnehmung von Gebautem, von Hagia Sophia, Kölner Dom und Akropolis auseinandersetzt, kulturhistorisch, klug kommentierend, und auf ihre Voraussetzungen prüft, scheint Herwig wichtig. Nur dass Jonak allzu kanonisch vorgeht, außereuropäisches Bauen und Alltagsarchitektur links liegen lässt und die Stärken des subjektiven metaphorischen Sprechens über Architektur nicht anerkennt, findet der Rezensent kritikwürdig.
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