Es war ein besonders warmer Sommer in jenem Jahr, die Menschen in ganz Europa wollten für eine Weile die Sorgen des Alltags und die Querelen der großen Politik vergessen. Doch in Wahrheit war es der Tanz auf dem Vulkan: Genau wie 1914 sollte wenige Wochen später ein Krieg von bislang unbekannter Wucht und Grausamkeit ausbrechen. Werner Biermann beschreibt auf atemberaubende Weise diese ebenso dramatische wie folgenreiche Phase der europäischen Geschichte: den Sommer 1939. Dabei erzählt er nicht nur von den Großereignissen, etwa vom Einmarsch deutscher Truppen in Prag oder dem Hitler- Stalin-Pakt. Er zeichnet auch ein lebendiges Panorama dieser Monate - als der junge John F. Kennedy nach Europa reist, um für seine Doktorarbeit zu recherchieren; als der Rennfahrer Caracciola mit 398,2 km/h einen neuen Tempoweltrekord aufstellt; als Lale Anderson den Schlager «Lili Marleen» aufnimmt und auf dem Hof der Berliner Hauptfeuerwache fünftausend Bilder «entarteter Kunst» verbrannt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2009
Anerkennend äußert sich Rezensent Rainer Blasius über Werner Biermanns Buch "Sommer 39". Den Reporter und Filmemacher reize das "faszinierende Bild einer kurzen Epoche" zwischen März und November 1939. Neben der Politik kommen in dem Buch laut Blasius auch Alltag, Kultur und Sport zur Sprache. Wie Biermann politische Aktionen und persönliche Schicksale chronologisch zu einem "fesselnden Text" verbindet, findet er überaus gelungen. Allerdings kommt der deutsch-polnische Krieg seines Erachtens "etwas zu kurz". Stattdessen berichte der Autor mehr über die Zwangssterilisierungen und Morde an Kranken, insbesondere an Kindern, einschließlich des ärztlichen Gutachter(un)wesens in Deutschland.
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