Weltgeschichte der Schweiz

Cover: Weltgeschichte der Schweiz
Hier und Jetzt Verlag, Baden 2026
ISBN 9783039196180
Broschiert, 600 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte unter Leitung der Archäologin Véronique Dasen (Universität Fribourg), dem Historiker Thomas David (Universität Lausanne), der Historikerin Brigitte Studer (Universität Bern) sowie dem Historiker Simon Teuscher (Universität Zürich). Mit 122 farbigen und sw-Abbildungen. In Frankreich und Italien gibt es sie schon länger: eine Geschichte, die nicht an den Grenzen der Nation endet, sondern die Geschichte ihrer Länder im globalen Kontext erzählt, eine "Histoire mondiale". Nun zieht die Schweiz mit ihrer "Weltgeschichte" nach.In 120 Essays entwerfen namhafte Autorinnen und Autoren ein breites transnationales Panorama: von frühgeschichtlichen Kulturen am Neuenburgersee über die persischen und dänischen Wurzeln des Apfelschussmotivs bei Tell bis zu den Shwitzer sprechenden Amish um das Städtchen Berne in den USA. Wussten Sie etwa, dass das Tal von Saint-Imier 1872 Geburtsort des globalen Anarchismus war oder dass 1952 auf einem Neuenburger Campingplatz die Internationale Freikörperkultur-Olympiade stattfand? Facettenreich zeigt die "Weltgeschichte der Schweiz" das Land und seine globalen Verflechtungen in neuem Licht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2026

Eine neue und lesenswerte Form von Nationalgeschichte verpasst dieser Band der Schweiz, meint Rezensent Urs Hafner. Das von der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte beziehungsweise einem vierköpfigen Team herausgegebene Buch versammelt Texte von 131 Autoren, allesamt fünf Seiten lang und bebildert. Im Zentrum jedes Textes stehen ein Ort und eine Jahreszahl, eine konventionelle nationale Chronik wird daraus freilich nicht. Stattdessen zeigen die Beiträge auf, dass die Schweiz nie isoliert vor sich hin existierte, sondern immer schon in weltweite Zusammenhänge eingebettet war. Außerdem beschäftigen sich die Texte nicht nur mit Politik, sondern gleichberechtigt auch mit Kultur und Ökonomie. All das ist zeitgemäßer als ältere Formen von Nationalerzählungen, die der Essenz eines Volkes in Form einer Meistererzählung auf der Spur waren, findet Hafner. Der gleichzeitig freilich anmerkt, dass der Band vor allem aufgrund der Kürze der Texte durchaus auch aktuellen Markttrends folgt. Ganz los wird auch dieses Buch die Idee von der Schweiz als etwas Besonderem nicht, heißt es am Ende der alles in allem positiven Besprechung, nur liegt das spezifisch Schweizerische jetzt eben darin, dass sie "eine Weltnation auch dort" ist, "wo sie tiefste Provinz ist".
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