Was heißt digitale Souveränität?

Diskurse, Praktiken und Voraussetzungen "individueller" und "staatlicher Souveränität" im digitalen Zeitalter
Cover: Was heißt digitale Souveränität?
Transcript Verlag, Bielefeld 2022
ISBN 9783837658279
Kartoniert, 322 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Georg Glasze, Eva Odzuck und Ronald Staples. Die sozio-technischen Verhältnisse der digitalen Transformation fordern Vorstellungen des "souveränen Staates" und des "souveränen Subjekts" heraus. In den Debatten um die "digitale Souveränität" werden diese Herausforderungen problematisiert. "Souveränität" ist allerdings ein komplexes Konzept. Es wird Aufgabe der Geistes- und Sozialwissenschaften sein, im Dialog mit den Technikwissenschaften differenzierte Perspektiven auf "(digitale) Souveränität" herauszuarbeiten und damit Orientierungswissen für die gesellschaftliche Selbstverständigung im digitalen Zeitalter sowie die Gestaltung der digitalen Transformation zu entwickeln. Die Beiträger*innen des Bandes stellen sich dieser Aufgabe und bieten Impulse aus den Perspektiven unterschiedlicher Disziplinen der Geistes-, Sozial- und Technikwissenschaften.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2023

Rezensent Morten Freidel lernt in diesem Sammelband der Forscher Georg Glasze, Eva Odzuck und Ronald Staples einiges darüber, wie autokratische Staaten das Internet kontrollieren. Der Begriff "digitale Souveränität", der im Band unter vielen unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird, wie der Rezensent schreibt, meint in Europa etwas ganz anderes als in China, Russland oder Nordkorea. Während die europäische Politik darauf bedacht ist, Internetnutzern die Kontrolle über ihre Daten und ihr "virtuelles Leben" zurückzugeben, wird in vielen Staaten der Welt massive digitale Abschottung betrieben, um Bürger mit Staatspropaganda manipulieren zu können, so der Rezensent. Diese Erkenntnis herauszustellen ist die hauptsächliche und wichtige Leistung des Buches, meint Freidel. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen, aber wenig Antworten gegeben. Das könnte politisch versierte Leser abschrecken, warnt der Rezensent. Er selbst findet es aber durchaus "wohltuend", dass die Autoren nicht vorgeben, komplexe Themen einfach beantworten zu können.

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