Ungekürzte Ausgabe mit allen späteren Ergänzungen Walter Scotts. Unter Verwendung der Übersetzung von Wilhelm Sauerwein vollständig überarbeitet und mit einem Nachwort versehen von Michael Klein. Illustrationen von Stefanie Grewe. Schottland um das Jahr 1700. Zehn Jahre ist es her, daß James ll., der schottische König, von William of Orange und seiner Invasionsarmee mit Waffengewalt vom Thron gestürzt und ins französische Exil getrieben wurde. Noch immer spüren die Ravenswoods, die königstreu auf Seiten des schottischen Monarchen gekämpft haben, die bitteren Folgen der Niederlage: Ihr alter Adelstitel wurde ihnen aberkannt, ihre Ländereien fielen an den England-Sympathisanten und gewieften Staatsmann Sir William Ashton.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000
Fritz Göttler warnt, dass wer sich auf Scotts Roman einläßt, mit "Erschütterungen rechnen" muß. Dem Text, so Göttler, sind seine Produktionsbedingungen anzumerken, es sei spürbar, dass er in einem "Zustand der Erschöpfung" entstanden sei, in dem Schuldenberge und schwere Krankheit dem Schriftsteller zu schaffen machten. Dennoch hätte dieser "schwärzeste von Walter Scotts Romanen" an Faszinationskraft nichts verloren. Er verbinde die verschiedensten Elemente zu einem dichten Stoff, der der Traumlogik verpflichtet scheint und an Filme von Cottafari, Fregonese und Bunuel erinnere. In seiner Faszination durch diesen Roman sieht sich Göttler in guter Gesellschaft: von Goethe bis Arno Schmidt seien die Dichter beeindruckt gewesen vom "Mysterium", das Scott in seinem Buch geschaffen habe.
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