Walter Moers

Die Stadt der träumenden Bücher

Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz
Cover: Die Stadt der träumenden Bücher
Piper Verlag, München 2004
ISBN 9783492045490
Gebunden, 462 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist,in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2004

Für Christoph Haas unterscheiden sich die Bücher Walter Moers von der Masse der Fantasyliteratur durch ihren Humor, und auch im jüngsten Roman "Die Stadt der Träumenden Bücher" hat der Rezensent wieder hinreißend komische Einfälle gefunden. Der übergewichtige, ungeschickte und ängstliche Held Hildegunst von Mythenwitz mit Schriftstellerambitionen begibt sich ins gefährliche "Buchhaim", um dort den Verfasser eines "geniales Manuskripts" aufzuspüren, fasst der Rezensent zusammen. In dieser von einem "Schattenkönig" beherrschten Labyrinth aus Bibliotheken und Antiquariaten verwendet Moers gern "berühmte schauerromantische Motive", aber diese Übernahmen "stören nicht im mindesten", versichert Haas. Denn die überbordende, "ungewöhnlich fruchtbare Phantasie" des Autors macht aus diesen Anleihen durchaus "genuine Schöpfungen" und überzeugt durch überraschende und komische Einfälle, so der Rezensent begeistert. An Moers Illustrationen des Buches kritisiert der ansonsten hingerissene Haas die mitunter gar zu "kinderbuchartige Niedlichkeit", die er aber, wenn es um gruselige oder abenteuerliche Szenen geht, dann durchaus auf der "Höhe des Schreibens" von Moers sieht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.10.2004

Der Rezensent Sebastian Domsch ist beeindruckt von Walter Moers' neuem Roman - bereits dem vierten, der in Moers' fanstastischem Zamonien spielt. Besonders angetan ist Domsch von dem Umstand, dass es Moers trotz seiner selbst aufgelegten thematischen Beschränkung - diesmal dreht sich alles um Bücher und Literatur - gelungen ist, wieder ein unterhaltsames Buch voller "haarsträubenden Abenteuern sowie Legionen der absonderlichsten Kreaturen" zu schaffen. Eine von Moers Inspiration war Domsch Information zufolge die Monsterwelt von H.P. Lovecraft. Das neue Werk ist zwar unterm Strich nicht vergleichbar mit Moers "großer und überwältigender Liebeserklärung an die Fantasie und das Geschichtenerzählen", den "dreizehneinhalb Leben des Käptn Blaubär". Doch ein "Pageturner" ist das neue Buch für Domsch allemal, "das Konzept trägt bis zum Schluss". Zudem ist es nach seiner Meinung nicht nur eine Muss für Moers-Fans, sondern für alle, die Literatur lieben.

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